FCB-Coach Wörle sauer auf Unparteiischen

Bayern-Frauen scheitern in der Champions League an Chelsea

FC-Bayern-Trainer Thomas Wörle war mit der Leistung des Unparteiischen unzufrieden. Foto: picture alliance/dpa

München – Hinter Thomas Wörle lagerten im Kabinengang drei prall gefüllte Netze mit Fußbällen, von denen der Trainer der Bayern-Frauen wusste, er würde sie in dieser Saison nicht mehr benötigen.

Die Kugeln trugen das Siegel der Champions League, und aus der war man gerade in der ersten Runde rausgeflogen. Wörle analysierte das 1:2 gegen den FC Chelsea einige Momente gefasst, dann aber stellte er doch auch fest: „Wir sind betrogen worden. Und sowas sage ich normal nicht.“

Tatsächlich haderten die Münchner gestern Abend wie schon beim 0:1 im Hinspiel zurecht mit der Leistung der Unparteiischen. In London fiel das Gegentor aus einer Abseitsposition, im Grünwalder Stadion hielt Wörle empört drei Finger in die Luft, um die Fehler zusammenzufassen: Nach dem Abseits im Hinspiel verweigerte Katalin Kulcsar gestern einen Handelfmeter und pfiff in der Nachspielzeit das 3:1 ab. „Da hatte sie ihre Meinung exklusiv, im ganzen Stadion“, zürnte der Coach, der sein Team um den Lohn aufopferungsvoller Arbeit gebracht sah.

Es gäbe zwei Wahrheiten an diesem Abend, meinte Wörle. Die Fehler der Spielleitung seien das eine, allerdings hatte es seine Elf wie bereits im Hinspiel versäumt, die Dominanz in Tore umzumünzen. Nachdem man in der 60. Minute nach einem Konter zurücklag, tickte die Uhr unerbittlich gegen die Bayern hinunter. Die Treffer von Fridolina Rolfö (75.) und Lucie Vonkova (82.) setzten noch einmal alle Kräfte frei, doch wenn Chelsea in München zu Gast ist, ist es wie der Besuch eines alten Dämons. „Wir waren das bessere Team – aber es bringt uns nichts“, sagte Wörle. Das gab es schon mal. Finale dahoam.

Uli Hoeneß und Hasan Salihamidzic sahen auf der Tribüne jedoch trotz allem tapfer kämpfende Münchnerinnen, die zwar spät Wucht entwickelten, aber die Ränge am Schluss elektrisierten. „Wir haben einfach das Tor nicht gemacht, das nervt“, sagte Melanie Behringer, die auf die Frage, ob sie in ihrer langen Karriere jemals eine so bittere Niederlage kassiert hatte, einige Sekunden nachdenken musste. „Wenn, ist es schon lange her“, sagte sie. „Eigentlich hat alles gepasst – bis auf dass wir ein Tor zu wenig machen und auf die Leistung der Schiedsrichter.“

In der Kabine sei die Stimmung am Boden gewesen, berichtete Wörle, „die Mädchen lassen die nächsten Tage sicher die Köpfe hängen. Aber es ist unsere Aufgabe, sportlich eine Reaktion zu zeigen.“ Im Hintergrund balancierten Managerin Karin Danner und Klubangestellte zur Stärkung Tabletts mit belegten Semmeln in die Kabine. Vorbei an den Bällen, die diese Saison keiner mehr braucht.

Text: Andreas Werner

Quelle: fussball-vorort.de

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