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DFB-Pokal-Spiel in der ARD

TV-Kritik: Auf Distanz zu Gottlob

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ARD-Runde Opdenhövel, Klopp und Scholl.

München - In seiner TV-Kritik nimmt tz-Kolumnist Jörg Heinrich die Berichterstattung von ARD und Sky zum DFB-Pokal-Spiel Bayern gegen Dortmund aufs Korn.

Herzlich willkommen zum Pokalkampf des Jahrhunderts! Viele waren am Dienstagabend gespannt, wie der FC Bayern Jürgen Klopp fairabschiedet. Ein prächtig gelaunter Kloppo trat zunächst zum ARD-Interview an, bei Opdenhövel und Scholl. Wegen der Blumenkrise exhumierte Scholli einen von Waldi Hartmanns jahrzehntelangen Lieblingswitzen: „Könnte sein, dass sie dir Blumen zuwerfen, aber sie lassen die Töpfe dran.“ Der Plausch von Klopp und Scholl war ein großes Vergnügen – bitte, liebe ARD, gebt ihnen eine Fußball-Talkshow! Die beiden Trainer a.D. haben ja bald viel Zeit.

Das war’s dann aber schon mit dem Spaß im Ersten. Weil es in München bekanntlich keine fachkundigen Fußballreporter gibt, hatte die ARD für das Spiel NDR-Sportchef Gerd Gottlob nach Fröttmaning verfrachtet, das Temperamentsmonster vom Deich. 800 Kilometer quer durch die Republik, höchstwahrscheinlich Lufthansa Erste Klasse – aber man hat’s ja. Jetzt hoffen wir, dass demnächst Karlheinz Kas Norderstedt – Cloppenburg kommentiert, das würde sprachlich und regional genauso gut passen.

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Schlafes Bruder wurde seinem Ruf erneut gerecht. Der erfahrene Plattitüdier faselte von den „Mega-Meister-Bayern“ und wusste überraschend: „Dass Robbery miteinander spielen können, haben wir schon oft gesehen.“ Da guckense! Er erfand „Guardiolo“ und „Alanso“, Twitter höhnte: „Sprachfasching!“

Gottlob sprach Gottlob einige Namen teilweise auch korrekt aus, zum Beispiel Müller und Neuer. Muss man auch mal loben.

Trotzdem hören wir lieber Marcel Reif zu, dem Kommentator des Jahrhunderts. Am liebsten ist uns Reif ja, wenn er für Sky Reklame aufsagen muss, zum Beispiel gestern für den Boxkampf des Bösen. Der Maestro klingt dann immer so enthusiastisch wie ein kleiner Bub, der Rosenkohl essen muss. Oder wie ein veganischer Liegeradfahrer, wenn er an ein Wiener Schnitzel aus echtem Kalbfleisch denkt. „Kenner der Materie, Freunde der edlen Kunst der Selbstverteidigung wissen: Mayweather gegen Pacquiao“, spöttelte Reif. Herrlich!

Gähn-Gerd fährt bestimmt Liegerad, möchte man vermuten. „Es ist nicht gesichert, dass Guardiolas Hose hält“, verkündete er sparwitzig. Dann doch lieber Rosenkohl. Ferdl Piëch, der Sammer von VW, würde an unserer Stelle sagen: „Ich bin auf Distanz zu Gottlob.“

Jörg Heinrich

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