Erfolgscoach der Madrilenen im Fokus

„Zizou“ zieht durch: Experte erklärt die Meisterleistung des Real-Trainers

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Heute ist Trainer Zinedine Zidane zu einer wahren Institution bei Real Madrid gereift.

FC Bayern gegen Real Madrid ist ein Klassiker des Vereinsfußballs. Experte Marco Ruiz erläutert den rasanten Aufstieg Zinedine Zidanes von der Trainer-Zwischenlösung zum zweimaligen CL-Gewinner.

Madrid - Als Florentino Pérez 2016 Rafael Benítez rausschmiss und Zinedine Zidane zum Cheftrainer ernannte, wollte er nur eines: Zeit gewinnen! Rafael Benítez war auf der Trainerbank Real Madrids gescheitert und der Präsident der Königlichen befand sich in einer komplizierten Situation. Schließlich war es Pérez’ Entscheidung gewesen, den von den Spielern geschätzten Carlo Ancelotti zu entlassen und auf den Spanier zu setzen. Cristiano Ronaldo und Sergio Ramos, die Wortführer in der Kabine der Blancos, hatten Ancelotti zuvor öffentlich verteidigt, was die Neubesetzung des Trainerpostens zu einer Staatsaffäre gemacht hatte. Zidane kam daher wie gerufen – als Zwischenlösung auf der Bank der Königlichen.

Marco Ruiz ist Real-Experte bei Spaniens Fachblatt As.

Es kam ganz anders, auch wenn Zizous Anfänge als Trainer beim spanischen Rekordmeister alles andere als einfach waren. Als er für Benítez übernahm, wurde er vom Ligaverband für drei Monate gesperrt, da er die benötigte Trainerlizenz nicht besaß und diese nachholen musste. In der Zwischenzeit übernahm er die Amateure und erhielt die Lizenz in Frankreich – was zu Beginn seiner Amtszeit viele Experten an der nötigen Qualifikation des einstigen Weltfußballers zweifeln ließen: Zidane hatte keine Erfahrung, keine gültige Lizenz und wurde nur aufgrund des Scheiterns seines Vorgängers zum Cheftrainer – zum Glück für Real.

Vor Bayern-Kracher im CL-Halbfinale: Ronaldo und Co. verpatzen Generalprobe

Die bemerkenswerte Geschichte von Zidanes Real-Erfolgen

Heute ist Zidane zu einer wahren Institution bei Real Madrid gereift. Und zwar gerade deswegen, weil er auch vor Entscheidungen nicht zurückscheute, die gegen den Willen des Präsidenten waren. Nicht einmal Ancelotti hatte sich das zuvor getraut.

Völlig losgelöst: Zidane nach dem Champions-League-Sieg 2016

Zidane merkte schnell, dass seine Mannschaft einen Abräumer im Mittelfeld brauchte, weshalb er Casemiro zum elementaren Baustein seiner Mannschaft und der späteren Erfolge machte. Die Folge: James Rodriguez, den Pérez höchstpersönlich nach seiner überragenden WM 2014 verpflichtet hatte, blieb nur der Platz auf der Bank und die Flucht zum FC Bayern. Zidane setzte auf Casemiro und die BBC (Bale, Benzema, Cristiano), die Grundpfeiler seines ersten CL-Triumphs als Trainer der Königlichen. 

Beim zweiten Titel verzichtete er auf die BBC, allerdings nur aufgrund einer Verletzung Gareth Bales. Seine Lösung war Isco, den er in der Zentrale einsetzte und Real in einem 4-4-2 auf den Rasen und zum zweiten Titel schickte. Bale kam nie wirklich zurück, was Zidane aber nichts ausmachte. Die 101 Millionen, die der Waliser damals gekostet hatte, waren dem Franzosen egal – er ließ lieber Marco Asensio oder Lucas Vázquez ran. Und auch das trägt Früchte. Was Zidane geschafft hat, ist keinem Trainer in der Geschichte Reals gelungen. Acht Titel hat er bislang errungen. Und er hat Ronaldo davon überzeugt, sich auch mal auf die Bank zu setzen und Kraft zu tanken. Vielleicht sogar die größere Leistung.

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