Power-Pep? Schon immer!

Guardiola grenzenlos - nicht nur in der Bundesliga

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Beim Spiel gegen Schalke am 19. Spieltag reklamierte Pep Guardiola bei Linienrichter Markus Häcker lautstark wegen des aberkannten Tores von Robert Lewandowski.

München - In der Bundesliga gilt Guardiola als Gentleman. Doch im Umgang mit Schiedsrichtern kann er auch anders. In Spanien wurde der 44-Jährige sogar schon einmal auf die Tribüne verwiesen.

Wenn die Stars des FC Bayern mit genauso viel Elan wie ihr Trainer aus der Winterpause gekommen wären, dann hätten die Roten in der Rückrunde schon den ein oder anderen Punkt mehr gesammelt. Während seine Spieler den Tempofußball aus der Hinrunde noch vermissen lassen, ist Pep Guardiola ständig in Bewegung. Mal taktisch erklärend, dann wieder wild fuchtelnd – auch die Grenzen seiner Coaching-Zone können den spanischen Starcoach nicht bändigen. In Stuttgart erinnerte ihn Schiri Florian Meier bei einem seiner Vorstöße freundlich an die imaginäre Mauer zum Spielfeldrand, vier Tage zuvor gegen Schalke war der Spanier allerdings nicht mehr aufzuhalten. Bis zur Eckfahne rannte Pep da, um mit Assistent Markus Häcker über eine vermeintliche Fehlentscheidung zu diskutieren. Doch den grenzenlosen Guardiola gibt es nicht erst in der Bundesliga. Auch in Spanien kennen sie den Power-Pep.

Pep im "Gespräch" mit der 4. Offiziellen Steinhaus.

In der Primera División wurde der 44-Jährige sogar schon einmal auf die Tribüne verwiesen. Als Pep im März 2010 mit dem FC Barcelona in Almeria zu Gast war, hatte Schiedsrichter Carlos Clos Gomez ihn bereits nach 28 Minuten aus dem Innenraum geschickt. Guardiola hatte sich beim Linienrichter ziemlich emotional über einen nicht gegebenen Elfmeter an Lionel Messi beschwert, weshalb Clos Gomez einen Sonderbericht anfertigte, in dem stand: „Guardiola verließ die Coaching-Zone, bewegte sich zum Assistenten und näherte sich dessen Gesicht bis auf wenige Zentimeter an, während er zugleich mit erhobenen Armen schrie: ‚Du pfeifst alles verkehrt, du kriegst nichts mit.‘“ Zwar gab sich Guardiola reumütig und sagte: „Ich bin sehr impulsiv und es wird auch nicht das letzte Mal sein, dass sie mich vom Platz stellen.“ Dennoch fühlte er sich ungerecht behandelt, denn er bezichtigte die Schiedsrichter bezüglich seiner Wortwahl der Lüge. Aufgrund dieses Vorwurfs wurde Pep am Ende zu einer Geldstrafe von 15 000 Euro verurteilt, obwohl ein TV-Sender Aufnahmen veröffentlichte, die bewiesen, dass Pep dem Assistenten nur sagte, dass „er ihn schubst“.

In der Bundesliga gilt Guardiola als Gentleman. Doch er kann auch anders. Mal als Entertainer wie im CL-Viertelfinale gegen Manchester United, als Pep das Publikum pushte. Mal emotional, wenn er, wie in Gladbach im Oktober, mit der 4. Offiziellen Bibiana Steinhaus leidenschaftlich diskutiert. Oder wie nach dem Führungstreffer gegen Schalke, als er Steinhaus-Kollege Robert Kempter umarmte. Doch das kommt nicht bei allen gut an. Neben Ex-FIFA-Referee Urs Meier hat zuletzt auch Schiri-Boss Herbert Fandel Guardiolas Verhalten kritisiert. Gegen den HSV sitzt Pep also auf Bewährung auf der Bank. Aber trotzdem garantiert wieder mit voller Power.

Wer im FC-Bayern-Bus jetzt wo sitzt

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sw, lop

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