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Nerlinger: Geben gerade nicht das beste Bild ab

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Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger mit Matthias Sammer am Dienstagabend © Getty

Rom - Die Bayern-Schlappe nach einer Zwei-Tore-Führung (Sammer: "Ein Kopfproblem") war am Dienstag in Rom nicht das einzige Gesprächsthema. Auch weitere Probleme beim Rekordmeister wurden diskutiert.

Der Spielbericht

Und da war sie wieder, diese Katastrophenviertelstunde der Bayern nach der Pause, mit der sie einen Gegner wieder stark machen, den sie eigentlich schon platt gemacht hatten. Wie in Gladbach, wie im Heimspiel gegen Cluj, wie so oft in dieser Saison, wenn die Bayern dachten, jetzt haben sie die drei Punkte im Sack. Und schon ging es dahin in einem Spiel, in dem sich selbst Experten in der Pause mit einem Blick auf den Spielberichtsbogen vergewissern mussten, ob da wirklich ein Gegner auf dem Platz ist. „Das ist ja unglaublich, was Rom hier abliefert. Allein die Körpersprache – das sind ja keine ernsthaften Gegner für Bayern. In der Bundesliga würden die ganz hinten stehen“, meinte beispielsweise Matthias Sammer in der Pause bei sky. Das Problem an der Sache: Auch Bayern steht in der Liga nicht unbedingt weit vorne – und deswegen kam, was kommen musste: der nächste Tiefschlag. Sammer: „Das ist ein Kopfproblem!“

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Überhaupt war ein Thema, was sich in den Köpfen der Bayern abspielt – und zwar grundsätzlich. Louis van Gaal, Karl-Heinz Rummenigge, Franck Ribéry und der ganze Zoff, all das musste nun natürlich wieder öffentlich aufgedröselt werden.

Denn die interne Kommunikation lässt derzeit zu wünschen übrig, gab selbst Christian Nerlinger zu: „Ja, da müssen wir noch dran arbeiten. Ich glaube nicht, dass wir gerade das beste Bild abgeben.“ Trotzdem bestehe Hoffnung auf Besserung, denn, so Nerlinger, Vorstandsboss Rummenigge und Trainer van Gaal pflegen „ein sehr professionelles Verhältnis“. Auch nach dem Zoff um einen möglichen Verkauf von Bastian Schwein­steiger? Dienstag Abend zeigte sich van Gaal wieder etwas zurückhaltender. „Ich habe das doch auch gesagt, dass der Vorstand da entscheidet. Schweinsteiger ist einer der wichtigsten Spieler, ich bin froh, wenn er nicht verkauft wird. Aber ich denke, dass ich nur etwas gesagt habe, was im Interesse des Vereins ist.“

Ob es grundsätzlich von Vorteil ist, mit dieser Heftigkeit zu diskutieren, das wollte selbst Matthias Sammer nicht abschließend beurteilen: „Die Uhren gehen in solchen Vereinen immer etwas anders. Wenn die Erwartungshaltung so groß ist, dann kommen eben Verhaltensweisen an den Tag, die man im ganzen Rest Deutschlands einfach nicht verstehen kann. Warum, das kann ich von hier aus nicht sagen. Aber ich kann sagen, dass der FC Bayern der erfolgreichste und beste Klub ist. Und dort werden – von wem auch immer – Tendenzen, die nicht passen, sofort angesprochen. Ob es immer sinnvoll ist, dies öffentlich zu tun, das weiß ich nicht. Das ist vielleicht nicht der richtige Weg. Andererseits ist das hier alles Leistungssport, da wird nicht auf Sentimentaltäten Rücksicht genommen, da ist der Ton etwas rauer. Da werden immer wieder Reizpunkte gesetzt, da muss alles an Leistung herausgekitzelt werden. Und wer weiß, wie es dann beurteilt wird, wenn der Erfolg wieder kommt.“

Wenn er denn kommt.

tz

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