FCB-Abwehrstar sieht Zerfallserscheinungen

Boateng: Spott im Netz - aber klare Worte an die Kollegen

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Spott im ­Internet: ­Jerome Boateng wurde eine Kinder­rutsche ins Bild ­montiert.

Barcelona/München - Sein Umfaller gegen Messi zog im Netz viel Häme nach sich, doch Jerome Boateng ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Er prangert das Defensivverhalten der Mannschaft nach dem ersten Gegentor an.

Als Jerome Boateng den Gang durch das graue Innenleben des traditionsreichen Camp Nou antrat, da waren die ersten hämischen Kommentare und halb lustigen Bildchen schon hochgeladen. Der Nationalspieler hatte sich von Beginn an in die Schlacht geworfen, er war nicht fehlerfrei, aber furchtlos. Boateng stand mit einer enormen Präsenz auf dem Feld in Barcelona. Bis er in der 80. Minute bei einem Messi-Dribbling das Gleichgewicht verlor. Es war die Szene, die von diesem Spiel übrig bleibt. Das hatte er nicht verdient.

Zumal er in diesem dunklen Gang nicht die Kopfhörer aufsetzte und sich ohne Reaktion bis zum Bus durchschlug. Boateng blieb stehen und beantwortete alle Fragen, auch die, die zwangsläufig unangenehm waren.

Boateng beklagt Auflösungserscheinungen

Ausgerutscht bei der Messi-Gala: Jerome Boateng (r.).

„Man kann das gar nicht richtig begreifen, wenn man 75 Minuten so gut verteidigt“, sagte der 26-Jährige. „Wir hatten weniger den Ball, aber insgesamt haben wir dagegen gehalten.“ Allen voran der Dauerbrenner in der Bayern-Abwehr: Boateng, der es häufig mit Sturmbeißer Suarez zu tun hatte, aber natürlich auch immer wieder mit Messi. Zu ihm sagte der Bayernstar: „In den Griff kriegen kannst du ihn nicht über 90 Minuten. Wir haben das zunächst gut gemacht. Aber dann muss man trotzdem weiter als Mannschaft verteidigen und sich nicht so auflösen.“

Boateng fand deutliche Worte, sah in dem Spiel eine Parallele zum Pokalhalbfinale, als man gegen Dortmund ebenfalls lange sehr gut im Spiel war und dann „das Spiel verschenkt“ hatte! Er forderte seine Kollegen dazu auf, 90 Minuten den angestrebten Plan weiter zu verfolgen, nicht nach etwas Gegenwind in Form von Gegentoren zu zerfallen.

Pressestimmen: "Messi zerlegt die Bayern"

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Womöglich schwang da auch der Frust darüber mit, dass er mit der unglücklichen Aktion vor dem 0:2 zu einem Gesicht dieser Niederlage wurde. Immerhin ist er derzeit vielleicht der beste Innenverteidiger der Welt, der ja auch schon mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht wurde für einen Transfer ab 2016.

Seine Worte jedenfalls zeigen, dass er klar analysieren kann, und dass er nicht im Frust erstickt. Boateng richtete in dieser Situation den Blick nach vorn, sagte: „Wir haben nichts mehr zu verlieren, wir müssen alles in die Waagschale werfen!“ Häme hin, Häme her.

mic

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