FCB-Defensivprobleme und Comeback-Plan

Lahm warnt: "...dann kann es brennen!"

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FCB-Kapitän Philipp Lahm will bald wieder auf dem Rasen stehen.

München - Zu Fuß ist er schon wieder gut unterwegs, die ungeliebten Krücken und seine Schiene hat Philipp Lahm längst zur Seite gelegt. Ende nächster Woche will er wieder ins Lauftraining einsteigen.

Der Kapitän des FC Bayern brennt nach fast dreimonatiger Verletzungspause auf seine Rückkehr. In rund vier Wochen will der 31-Jährige wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren, in dem er sich am 18. November das rechte obere Sprunggelenk gebrochen hatte.

Bis zur Winterpause haben die Roten den Ausfall ihres Anführers glänzend kompensiert, doch in den ersten Spielen im neuen Jahr wurde Lahm schmerzlich vermisst. Die Stabilität, die er der Abwehr verlieh, die Handlungsschnelligkeit, die ihn im Mittelfeld unverzichtbar machte, sie fehlte den Münchnern zuletzt gegen Wolfsburg (1:4) und Schalke (1:1). Doch von einer Krise will der Defensivspezialist nach zwei Spielen ohne Sieg nicht sprechen. „Man muss ein bisschen differenzieren“, sagt Lahm, „gegen Wolfsburg haben wir unsere Leistung nicht abgerufen und sind auf einen guten Gegner getroffen, der das eiskalt ausgenutzt hat. Gegen Schalke haben wir 70 Minuten mit einem Mann weniger gespielt. Da muss man auch mal mit einem Punkt leben.“ Deshalb wollte er auch keine Systemdiskussion über die hoch verteidigende und deshalb bei Kontern anfällige FCB-Defensive anfangen: „Man muss erst mal die Lücke finden, wenn wir als Mannschaft gut agieren. Wir haben eine Struktur, eine Taktik, die vielleicht sehr offensiv ist, aber auch sehr gut funktioniert.“ Gleichzeitig gab er aber auch zu: „Es braucht jeden Einzelnen in diesem System. Wenn der ein oder andere einen Tick zu spät kommt, kann es eben brennen.“

Alarm in der Abwehr – kriegen die Bayern ihre Konteranfälligkeit schnell in den Griff? Ja, sagt der Kapitän und antwortet auf die angesprochene Problematik: „Gegen Wolfsburg war es jetzt ein Spiel mit vielen Gegentoren. Das passiert, aber so ist unsere Spielweise. So haben wir über eineinhalb Jahre sehr gut agiert und jetzt mal einen Rückschlag erlitten. Und gegen Schalke war es eine Standardsituation, in der das Tor fällt. Das passiert in allen Vereinen – auch beim FC Bayern.“

Kevin de Bruyne ließ die FCB-Defensive um Jerome Boateng alt aussehen.

Dennoch will Lahm seinen Kollegen wieder helfen, einen Auftritt wie in der Autostadt soll es so schnell nicht wieder geben. Täglich ist der Kapitän an der Säbener Straße, steht im regelmäßigen Austausch mit Coach Pep Guardiola. „Das einzige Problem ist, dass ich nicht auf dem Platz dabei bin. Bei den Trainingseinheiten, bei den Spielen. Aber das kann ich im Moment nicht ändern“, schmunzelt er. Ob er künftig wieder in der Abwehr auflaufen wird, nachdem mit Xabi Alonso und Bastian Schweinsteiger zwei zentrale Säulen im Spiel des FCB zur Verfügung stehen, wollte Lahm noch nicht beantworten. „Auf welcher Position ich zurückkomme, ist abhängig vom Gegner und von der Situation, wer fit ist“, erklärte der Weltmeister und inzwischen Ex-Nationalspieler gewohnt sachlich, als er gestern auf der ISPO seine Zusammenarbeit mit Sixtus verkündete. Beim Familienunternehmen, das Sport- und Pflegeprodukte herstellt, ist Lahm ab sofort 50-prozentiger Gesellschafter. „Meine Hauptaufgabe bleibt aber das Fußballspielen“, grinste Lahm. Und darüber dürften nicht nur die Bayern-Fans, sondern auch Pep Guardiola froh sein.

Sven Westerschulze

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