Teurer als Hoffenheims gesamter Kader

Bayern-Lazarett ist 171 Millionen Euro wert

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Gehören derzeit zum Bayern-Lazarett (von links): Pepe Reina, Philipp Lahm und Javi Martinez.

München - Am Samstag empfängt der FC Bayern die TSG Hoffenheim. Doch insgesamt neun Bayern-Stars können krankheitsbedingt nicht spielen - ein millionenschweres FCB-Lazarett.

Die Knöchelverletzung von Philipp Lahm im Training am Dienstag hat dem FC Bayern einen schweren Schock versetzt. Nicht nur, dass der Kapitän für drei Monate ausfällt. Das Bayern-Lazarett wird immer größer und dem Verein fehlen - im wahrsten Sinne des Wortes - wertvolle Spieler.

Neben Lahm fallen am kommenden Samstag beim Spiel gegen die TSG Hoffenheim auch Bastian Schweinsteiger (Pastellasehnenprobleme seit 11. August), Holger Badstuber (Sehnenriss, seit 15. September), Javi Martinez (Kreuzbandriss, seit 13. August), Pepe Reina (Muskelbündelriss, seit 6. Oktober), Thiago Alcantara (Innenbandriss Knie, seit 14. Oktober), Tom Starke (Syndesmosebandriss, seit 20. Oktober), Claudio Pizarro (Muskelbündelriss, seit 3. November) und David Alaba (Innenbandanriss Knie, seit 6. November) aus. Damit liegt der Marktwert des Bayern-Lazarett laut der aktuellen Zahlen von transfermarkt.de bei satten 171 Millionen Euro!

Zum Vergleich: Die erkrankten Bayern-Spieler sind damit mehr wert als der gesamte Kader der TSG Hoffenheim, der einen Wert von 124,65 Millionen Euro hat.

"Ich habe noch nie so ein Jahr erlebt", sagte Franck Ribéry der Bild-Zeitung. "So viel Pech." Zumindest bei Bastian Schweinsteiger scheint die Verletzung bald auskuriert zu sein und ein Comeback unmittelbar bevorzustehen. "Mein Gefühl sagt mir, dass es nicht mehr lange dauern könnte", mutmaßte Sportvorstand Matthias Sammer.

Fraglich ist auch, ob am Samstag Thomas Müller, der zuletzt im Länderspiel gegen Spanien wegen eines Pferdekusses vorzeitig den Platz verlassen musste, auflaufen kann. Auch bei Jerome Boateng ist noch nicht ganz klar, ob ihn seine muskulären Probleme am Spiel gegen die Hoffenheimer hindern könnten.

Doch außergewöhnlich große Sorgen haben sich beim FC Bayern augenscheinlich noch nicht ausgebreitet. "Es ist jetzt kein Platz für Trauer, Traurigkeit und Sentimentalitäten. Es ist auch für alle eine Chance, die zwischenzeitlich vielleicht etwas zu kurz gekommen sind. Ich bin gespannt, wie wir uns jetzt beweisen", sagte Sammer.

Und obwohl am Samstag Spieler im Wert von 171 Millionen Euro das Spiel von einem Sitzplatz verfolgen müssen, kann Sammer einigermaßen beruhigt nach vorne schauen: Der FC Bayern steht bereits als Gruppenerster im Achtelfinale der Champions League, führt die Bundesliga an und hat das Team bewusst auch in der Breite luxuriös angelegt. "Du bist ohnmächtig, wenn du keine Alternativen hast", sagte er, "aber wir haben noch genug Spieler, um unserer Rolle gerecht zu werden."

Im Mittelfeld wird es gerade trotzdem ziemlich dünn. Mögliche Winter-Abgänge von Pierre-Emile Höjbjerg und Xherdan Shaqiri dementierte Sammer vielleicht auch deshalb. "Wir haben keine Gedankengänge, etwas zu verändern", sagte er. Gut, dass sich der spanische Routinier Xabi Alonso in glänzender Verfassung wähnt. "Alles läuft super", sagte der 32-Jährige der Sport Bild, gab aber zu bedenken, dass auch ihm hin und wieder eine Pause entgegen käme.

Darauf wird Alonso allerdings wohl noch etwas warten müssen...

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lot mit Material von sid

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