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Bayern bleibt dank Kraftakt auf Triple-Kurs

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Von: Michael Knippenkötter

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Mario Mandzukic
Mario Mandzukic erzielte das wichtige 1:1, nur 69 Sekunden nach der ManU-Führung. © MIS

München - Nach einem Gegentor als Weckruf ist der FC Bayern München gegen Manchester United doch noch souverän in das Halbfinale der Champions League gestürmt

Es war ein Kampf der Giganten – und am Ende hatten die Bayern mit 3:1 die Nase vorn. Vier Tore in gerade mal 19 Minuten, zuerst eins für ManU, dann drehten die Roten selber auf und die Partie um. Heißt: Die Münchner stehen im Halbfinale der Königsklasse. Der Traum vom Double-Triple lebt. „Wir haben ein Ziel: Wir wollen nach Lissabon“, sagte Arjen Robben. Pep Guardiola meinte: „Wir waren geduldig und hatten etwas Glück im Abschluss. Jetzt sind wir im Halbfinale, deshalb bin ich sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft.“

Davor hatte der Spanier etwas anders zu feiern. Er hatte ein „großes Bier“ auf den Einsatz von Rooney gewettet, und siehe da: Der Knipser stand nach überstandener Zeh-Blessur tatsächlich auf dem Grün. Blitzgenesung sozusagen. Dafür, und natürlich auch für Schweinsteigers Gelb-Rote Karte, wurde „Roo“ bei Ballbesitz ausgepfiffen.

Spiel der Bayern etwas schlampig

Wozu es aber nicht allzu oft kam. Der Grund: Bayern hatte meist die Kugel, viel mehr als ein paar Distanzschüsse von Robben (14., 16.), Ribéry (27.) und Kroos (38.) sprangen aber nicht heraus. ManU machte es nämlich wie im Hinspiel: den Bayern ihr Spielzeug überlassen, hinten dichtmachen und bei Ballverlust blitzschnell zuschlagen. So wie in der 17. Minute: Rooney mit einer Flanke auf Valencia, der einnetzt. Glück für den FCB: Abseits.

Bayern spürte die Gefahr. Ein Tor, und man wäre raus. Die Folge: das Spiel der Roten wurde schlampig. Ballverluste, Fehlpässe – ja sogar Robben verfiel in längst überwunden geglaubte Verhaltensmuster und schaltete den Tunnelblick ein, anstatt die Kugel an den besser postierten Ribéry abzugeben.

„Der letzte Pass fehlt“, erkannte Franz Beckenbauer in der Halbzeit bei Sky. Und es wurde noch schlimmer. ManU baute eine Autobahn in Richtung Neuer-Kasten, oder wie es Robben treffend ausdrückte: „Nach der Pause war es eine Katatsrophe.“ Erst gab’s einen Kagawa-Warnschuss (55.), drei Minuten später klingelte es dann tatsächlich. Valencia mit einer Bogenlampe in den Rückraum, Evra mit einem „Wahnsinns-Sonntagsschuss“ (Müller) ins Kreuzeck. 1:0. Stille in der Arena. Allerdings nur 69 Sekunden lang. Der Gegenzug: Ribéry mit einer Flanke der Marke butterweich, Mandzukic nickt ein. 1:1. Bayern wieder weiter. Müller: „Überragend, wie wir nach dem Rückstand zurückkommen!“

Packend und spannend: Bayern ringen ManU nieder - Bilder und Noten

Und jetzt? Durchatmen? Denkste! Ein Angriff folgte auf den nächsten: Ribéry ans Außennetz (61.), Rooney trifft die Kugel nicht (62.) und Götze probiert’s per Kopf (62.). Den lucky punch setzte Müller (68.). Robben knallte das Ding mit rechts (!) scharf in den Sechzehner, wo der Ur-Bayer das Leder mit rechts reinstochert.

2:1. Ein Gegentor, und ManU wäre wieder weiter gewesen. Aber nicht mit Robben! Der Holländer wieder im Tunnelmodus, diesmal allerdings mit einem Abschluss ins linke Eck zum 3:1 (76.). Frech. Oder wie der Engländer sagen würden. Dirty…

Das Spiel im Ticker nachlesen!

lop, mic, sw

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