Papa Maurizio

Gaudino: Darum verdient Gianluca nur 250 Euro

+
Fußball liegt den Gaudinos im Blut: Links Papa Maurizio, rechts Sohn Gianluca, der am 1. Spieltag der aktuellen Saison gegen Wolfsburg sein Profidebüt in der Bundesliga gefeiert hat.

München - Söhne von Profifußballern haben es nicht leicht, im gleichen Beruf Erfolg zu haben wie der Papa. Gianluca Gaudino ist es beim FC Bayern trotzdem gelungen. Vater Maurizio findet, sein Filius sei noch stärker als er selbst.

Gianluca Gaudino ist eine der Entdeckungen beim FC Bayern. Der 17-Jährige nutzte die Abwesenheit zahlreicher etablierter Stammspieler in der Saisonvorbereitung (auf Grund von Verletzungen oder verlängertem Urlaub nach der WM), um sich selbst in den Fokus zu spielen. Er überzeugte Trainer Pep Guardiola und durfte gleich im ersten Saisonspiel gegen den VfL Wolfsburg von Beginn an ran. Vor einem Jahr war Mittelfeldspieler nicht einmal Stammspieler bei Bayerns U19.

Als Noch-A-Jugendlicher verdient Gianluca zirka 250 Euro im Monat - während einige seiner Teamkollegen im Starensemble des Rekordmeisters das 3000-fache bekommen. Gaudino ist mit einem so genannten Fördervertrag ausgestattet, der bis 2015 gültig ist und den Zweck hat, die jungen Talente besser an den Klub zu binden. Allerdings dürfte es nicht mehr lange dauern, bis der FC Bayern dem Toptalent einen Profivertrag anbieten wird. "Darum geht es jetzt nicht. Irgendwann wird der Klub auf uns zukommen und dann werden wir uns unterhalten. Wichtig ist jetzt, dass er oben trainieren kann, sich weiterentwickelt, der Rest kommt von alleine", sagt sein Vater Maurizio Gaudino im "Kicker".

Maurizio Gaudino: "Gianluca ist stärker als ich"

Gaudino war selbst Profifußballer, nun kümmert er sich auch als Spielerberater um das Wohl seines Sohnes. Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" spricht er darüber, wie er die Karriere seines Sohnes begleitet hat. "Ich habe schon gesehen, dass er Fußball spielen kann. Innerlich habe ich gesagt: Er hat die Qualität für oben. Gesagt habe ich ihm das nie", erklärt der stolze Papa, der selbst 294 Bundesliga-Einsätze für Waldhof Mannheim, den VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und den VfL Bochum vorzuweisen hat.

Als typischer "Zehner", ausgestattet mit höchsten technischen Fähigkeiten, war er für die tödlichen Pässe in die Spitze zuständig. Seinen Sohn sieht er als anderen Spielertypen, sagt über ihn: "Er ist stärker. Mit Sicherheit hat er etwas von mir in den Adern. Aber ihn mit mir zu vergleichen? Nee, das wäre falsch." Angetrieben habe er Gianluca nie, berichtet Papa Gaudino: "Er selbst war hungrig. Ich habe ihn nie gedrängt." Trainiert habe er allerdings schon mit seinem Sohn, falls der es wollte.

Die Rolle als Spielerberater seines Sohnes trennt er strikt von der Vaterrolle: "Das muss ich! Um die Gefühle darf es nicht mehr gehen. Sondern nur noch sachlich um den Fußball. Allerdings ist es ja ohnehin so, dass die heutigen Spieler vom Kopf her viel weiter sind als wir früher. Denen kannst du nicht mehr jeden Blödsinn erzählen."

Für Väter, die ihre kickenden Söhne idealisierten, hat Gaudino nur ein verächtliches "Das sind die Schlimmsten" übrig. Das seien oft diejenigen, die es selber nicht geschafft haben, Profifußballer zu werden. "Wer als Profi Fußball gespielt hat, gibt nur Hilfestellungen. Weil er weiß, was es heißt, dahin zu kommen, dort zu bleiben. Wir wollen eher eine Hülle aus Watte um ihn bauen."

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Marco Verratti zum FC Bayern? Das sagt der PSG-Star zu den Transfergerüchten
Marco Verratti zum FC Bayern? Das sagt der PSG-Star zu den Transfergerüchten
Megasexy! Cathy Hummels zeigt sich mit prallem Dekolleté am Pool
Megasexy! Cathy Hummels zeigt sich mit prallem Dekolleté am Pool
Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler holt der FC Bayern München 2017?
Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler holt der FC Bayern München 2017?
Robben so fit wie selten zuvor: Ist das sein Geheimnis?
Robben so fit wie selten zuvor: Ist das sein Geheimnis?

Kommentare