Bayern scharf auf Megatalent

Tarnat über Ödegaard: "Es ist viel passiert"

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Michael Tarnat ist seit 2010 für die Juniorteams des FC Bayern verantwortlich.

München - Viel wurde geredet und geschrieben über die neue Jugendoffensive des FC Bayern. Nun hat sich auch FCB-Nachwuchskoordinator Martin Tarnat über Martin Ödegaard, Sinan Kurt und fehlende Typen im Nachwuchsbereich geäußert.

Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller - nicht nur diese drei Weltmeister durchliefen den Jugendbereich des FC Bayern und wurden später zu Stützen der Profimannschaft des Rekordmeisters. Seit jeher ist die Nachwuchsabteilung an der Säbener Straße dafür bekannt, Talente zu hervorragenden Profis auszubilden, auch wenn die Titel im Jugendbereich zuletzt fehlten.

Tarnat weist Kritik an Sinan Kurt zurück

Doch Michael Tarnat, Nachwuchskoordinator und sportlicher Leiter des Juniorteams des FC Bayern, hat nun einen neuen Trumpf, um hoffnungsvolle Talente anzulocken oder zu halten: Pep Guardiola. "Für die Jungen ist es noch interessanter, zu uns zu kommen beziehungsweise mit uns weiter zu arbeiten. Guardiola ist jemand, der auf sie setzt, sie ins Training einlädt. Man sieht, dass sehr wohl die Möglichkeit besteht, in den Kader zu rutschen und auf sich aufmerksam zu machen. Obwohl sich hier die Stars tummeln. Sogar aus der U15 durften manche mittrainieren", schwärmt der 45-Jährige im Interview mit "Goal.com" von der Durchlässigkeit zwischen Jugend- und Profibereich.

Und die Argumente fallen offenbar auf fruchtbaren Boden. So wurde beispielsweise im vergangenen Sinan Kurt von Borussia Mönchengladbach nach München transferiert - und der FC Bayern und der junge Spieler im Anschluss hart dafür kritisiert. Tarnat kann diese Kritik allerdings nicht nachvollziehen: "Er hat sich entschieden, zu Bayern zu wechseln, weil er hier die besten Möglichkeiten sieht, sich zu entfalten. Das gilt es zu akzeptieren. Er war immer offen und ehrlich."

Ex-Profi Tarnat fordert einen fairen Umgang, ein Fehlverhalten des 18-Jährigen, der im Internet gerne unter dem Hashtag #supersinan aktiv ist, kann er nicht erkennen: "Sinan wird das Selbstvertrauen oft als Arroganz und Überheblichkeit ausgelegt. Dabei empfinden wir im Klub das keinesfalls so. Er gliedert sich ein, ist offen, man kann mit ihm reden. Auf dem Platz will er das Beste geben und tritt von sich überzeugt auf. Genau das ist seine Stärke, sonst wäre er nicht da, wo er ist. Sinan Kurt ist Sinan Kurt und sollte fair beurteilt werden."

Tarnat über Ödegaards Leistungsexplosion: "War nicht zu erwarten"

Martin Ödegaard ist heiß begehrt.

Den inzwischen 16-jährigen Martin Ödegaard hätte Tarnat selbstverständlich auch gerne in seiner Abteilung. Doch der "Jugend-Zug" scheint abgefahren. 2013 kam es zum ersten Kontakt mit dem hochveranlagten Norweger und dessen Vater, als damals 15-Jähriger trainierte der Mittelfeldspieler bei Bayerns U16 mit. "Wir haben einander kennengelernt und beschnuppert. Er ließ eine sehr gute Übersicht, einen tollen Torabschluss und Dribbling-Fähigkeiten erkennen. Wir waren angetan von ihm und vereinbarten, Kontakt zu halten", erinnert sich "Tanne": "Ein Jahr später schlug er richtig ein. Das war nicht zu erwarten." Inzwischen balgt sich die Crème de la Crème des europäischen Vereinsfußballs um die Dienste des Supertalents, Real Madrid, Manchester United oder FC Chelsea heißen Bayerns Konkurrenten im Kampf um Ödegaard. Für Tarnat ist der Umworbene ohnehin kein Jugendspieler mehr: "Es ist viel passiert bei Martin. Zuletzt haben wir nicht mehr mit ihm gesprochen, weil er für die erste Mannschaft angedacht wäre."

Ob er nun zu Bayern kommt oder doch bei Real unterschreibt: Angst, dass Ödegaard der große Rummel um seine Person zu Kopf steigen könnte, hat Tarnat nicht. Grund sei der Vater Ödegaards, der einst selbst als Fußballprofi sein Geld verdiente: "Selbstverständlich ist es schwer, auf dem Boden zu bleiben, wenn so viel auf dich einprasselt. Der Papa hat aber einen sehr vernünftigen Eindruck hinterlassen. Er war selbst aktiv und weiß, was auf seinen Sohn zukommt. Martin wird nicht abheben."

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