Ribéry verrät sein Geheimnis

Bedrohlicher als jede Mahnung von Sammer

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Und noch ein Tor, und noch ein Tor ... der FC Bayern dominiert derzeit die Bundesliga und auch die Champions League - zumindest Gruppe E.

München - Der FC Bayern hat den AS Rom im Schongang besiegt und Fußball-Europa fragt sich: Wer kann diese Mannschaft schlagen? Torschütze Ribéry verrät, was ihn nach seiner Verletzung stark Macht.

Rudi Garcia hat einen Traum: Der Trainer von AS Rom würde gerne noch einmal mit Franceso Totti Champions-League-Sieger werden. In dieser Saison wird das eher nichts, und daher gehört zu Garcias Plan offenbar, Totti, 38, bis zum entscheidenden Moment zu schonen, weswegen er gegen die Bayern auf der Bank saß. Schade für die Fans, und Paul Breitner fiel zu dieser bezeichnenden Episode aus der ewigen Stadt bei Sky folgendes ein: „Der italienische Fußball ist schwer krank. Sie müssen von Grund auf viel ändern. Die Stadien, die Ausbildung ihrer Jugendlichen und die Art und Weise, wie sie Fußball spielen. Über Jahrzehnte ist es Schritt für Schritt den Bach runter gegangen. Die Italiener müssen irgendwann mal einen Punkt setzen, ehrlich zu sich sein und sich Zeit geben. Da brauchen sie auch sechs oder zehn Jahre.“ Dann wäre selbst Totti nicht mehr dabei – aber wer weiß das schon…

Bilder und Noten: Chapeau Monsieur Ribéry

Bilder und Noten: Chapeau Monsieur Ribéry

Damit war eigentlich alles Wichtige über Rom gesagt, und es dreht sich ja ohnehin alles um den FC Unbesiegbar, früher auch als FC Bayern bekannt. Der schenkte Rom zwar nicht wieder sieben Tore ein, aber in Gefahr gerieten sie natürlich nie – weil Ribéry & Co. wie immer von Pep Guardiola perfekt vorbereitet wurden. Was genau da vor dem Spiel passiert, erklärte der verletzte Ersatzkeeper Pepe Reina bei Sky: „Zwei Stunden vor dem Spiel gibt es die endgültige Taktikbesprechung. Die Mannschaft ist immer vorbereitet auf verschiedene Systeme. Egal, wer wo spielt, jeder weiß ganz genau, was er zu tun hat. Wir sind auf jeden Gegner vorbereitet und so gut informiert wie möglich. Er kaut uns alles vor, das erleichtert es den Spielern ungemein.“

Neben ausbleibenden Schluckbeschwerden hat das den Vorteil, dass es dann auch nicht ins Gewicht fällt, wenn mal ein Weltfußballerkandidat wie Arjen Robben wegen „muskulärer und internistischer“ Probleme ausfällt, wie Matthias Sammer erklärte. Der Holländer hatte, einfach gesagt: Magen-Darm. Ersetzt wurde er von Franck Ribéry, „und der ist ja auch nicht viel schlechter“, sagte Sammer und lachte, dass zusätzlich alle zur Robben-Kompensation „ein Trikot von ihm drunterziehen…“ würden.

Aber, Sammer-Spaß beiseite, genau das macht die Bayern ja so stark: gutes Personal in Kombination mit dem weiterentwickelten Spielstil. „Ballbesitz ist kein Selbstzweck mehr, sie spielen sehr viel schneller in die Spitze, sie schalten schneller um als alle anderen – das ist der Fortschritt im Vergleich zum vergangenen Jahr“, erklärte Oliver Kahn im ZDF.

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Dazu kommt laut Sammer eine entscheidende charakterliche Eigenschaft der Mannschaft. „Wir sind in der diesjährigen Entwicklungsphase schon sehr weit“, sagte er. „Denn die Spieler und auch der Trainer sind sehr bescheiden und fokussiert. Es ist jetzt daher nicht an der Zeit, zu mahnen und zu warnen, denn diese Bescheidenheit ist schon außergewöhnlich.“

Wäre ja auch nicht auszudenken, wenn der Sportvorstand jetzt auch noch anfangen würde zu mahnen. Es reicht ja, dass Ribéry wieder wirbelt und sich wohlfühlt. „Ich mache meine Übungen für das Knie. Mir geht’s gut, das ist wichtig für mich und das Team. Denn die Saison wird noch lang, da brauchen wir alle Spieler.“ Das klingt für alle Gegner bedrohlicher als jede Mahnung von Matthias Sammer.

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