Vor dem 2:3 in Manchester

Boateng über seinen Patzer: "Schade fürs Team"

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Sergio Aguero hat eben Jerome Boateng den Ball abgeluchst und netzt zum 3:2 für ManCity ein.

München - Ziemlich genau 90 Minuten lang war er der beste Mann auf dem Platz, strahlte Ruhe und Sicherheit aus, hielt die Abwehr zusammen, spielte kluge Pässe. Doch dann kam die Nachspielzeit ... und der einzige Fehler von Jerome Boateng.

Ziemlich genau 90 Minuten lang war er der beste Mann auf dem Platz, strahlte Ruhe und Sicherheit aus, hielt die Abwehr zusammen, spielte kluge Pässe. „Wir waren nicht zu zehnt, wir haben in Jerome Boateng zwei Spieler auf dem Platz gehabt“, sagte zu späterer Stunde auf dem anschließenden Bankett ein Verantwortlicher aus der sportlichen Leitung beim FC Bayern. Und er hatte recht. Trotzdem passierte dem Abwehrstar in der Nachspielzeit das, was nicht passieren darf. Er verhaspelte sich, statt klar zu klären, Sergio Agüero rannte unaufhaltsam davon, machte das 3:2 für die Gastgeber. Wie konnte das sein? In der tz erklärt Boateng seinen Aussetzer.

„Ich habe den Ball etwas unterschätzt. Ich war im Rückwärtsgehen und habe ihn dann falsch berührt. Ich wollte ihn zur Seite mitnehmen, aber er ist nach vorne gesprungen. Dann konnte ich leider nicht mehr so schnell reagieren, kam nicht hinterher. Das ist schade fürs Team, dass so ein Fehler am Ende passiert.“

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Boateng war geknickt, selten ist die Fallhöhe während eines Spiels so hoch wie bei ihm. Er hatte die anrennenden Man­City-Stars immer wieder gut abgeblockt, bei seiner Zweikampfführung ging häufig ein Raunen durch das Stadion – mehr Anerkennung geht nicht im Mutterland des Fußballs. Und dann ist es ausgerechnet der Fehler des ehemaligen City-Verteidigers, der die Engländer aussichtsreich im Wettbewerb hält.

Seine Mitspieler wollten weder ihm noch Xabi Alonso, der fünf Minuten zuvor zum Ausgleich patzte, einen Vorwurf machen. Abwehrkollege Rafinha sagte, „jede Mannschaft der Welt läuft mehr, wenn sie zu zehnt ist. Und dann fehlt die Kraft.“

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Boateng ließ das nicht gelten, wollte nicht nach logischen Gründen für den Fehler suchen. Zum Kraftargument meinte er: „Ja, das kommt dazu. Aber das darf keine Ausrede sein!“ Klartext vom Abwehrmann! Und auch aufbauende Worte. Boateng: „Wir müssen die positiven Sachen mit heraus nehmen. Ich denke nicht, dass wir verloren haben, weil wir nur zehn Mann waren – sondern ganz klar wegen der individuellen Fehler am Ende. Wir können viel Positives mit rausnehmen.“ Und den negativen Punkt ganz schnell streichen!

Michael Knippenkötter

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