"Ich kann Bayerns Spiele nicht genießen"

Peps Dominanz langweilt Carlo Ancelotti

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Pep Guardiola (l.) und Carlo Ancelotti.

München - Eigentlich gilt Carlo Ancelotti als erste Alternative, falls Pep Guardiola seinen Vertrag beim FC Bayern nicht verlängert. Doch der Italiener kann sich am Spiel der Münchner offenbar nicht ergötzen.

Egal mit wie vielen Punkten Vorsprung der FC Bayern die Tabelle anführt, langweilig wird es für die FCB-Bosse bis zum Winter garantiert nicht. Denn der auslaufende Vertrag von Pep Guardiola beschäftigt inzwischen nicht mehr nur die Fans und die Medien, sondern auch die Mannschaft. Nach dem 4:0-Erfolg gegen Köln verriet Philipp Lahm, dass sich das Team für einen Verbleib des Spaniers stark gemacht hat. „Ja, ich habe ihm den Wunsch der Mannschaft mitgeteilt“, berichtete der Kapitän der Roten von einem Gespräch mit seinem Coach.

Peps Reaktion wollte Lahm nicht verraten („Das sollte intern bleiben“), dafür aber die Gedanken seiner Kollegen: „Die Meinung der Mannschaft ist klar: Dass wir gerne mit unserem Trainer zusammenarbeiten und dass wir sehr, sehr gut mit ihm auskommen.“ Erst der Vorstandsvorsitzende, jetzt der Mannschaftskapitän – Pep ist sich der vollen Rückendeckung des FCB bewusst, dennoch lässt er den Verein im Dunkeln. „Ich weiß nicht, warum er zögert“, meinte Lahm. Ähnlich wie Karl-Heinz Rummenigge wird auch er sich bis zur Entscheidung des Spaniers noch gedulden müssen. Laut der englischen "Daily Mail" soll Pep zwischen zwei Varianten schwanken: München oder London. Doch weder Arsenal noch Chelsea sind im Moment ernsthafte Alternativen für den 44-Jährigen. Nach solchen schaut sich inzwischen aber schon der FCB um, sollte Guardiola dem Klub am Ende der Saison den Rücken kehren. Heißester Kandidat wohl Carlo Ancelotti, laut "Sport Bild" gab es sogar schon den ersten Kontakt mit dem Italiener. „Ich kann ihn mir gut beim FC Bayern vorstellen. Er weiß, wie man mit Stars umgehen muss“, sagt Marco Degl’Innocente. Der italienische Sportjournalist kennt Ancelotti noch aus dessen Zeit als Spieler beim AS Rom (1979-1987) und sagt der tz über seinen Landsmann: „Carlo war damals als Spieler schon sehr beliebt und wurde von allen geschätzt – so wie jetzt auch als Trainer. Er ist ein großartiger Typ. Einzig mit der Sprache könnte es ein Problem in München geben, weil er kein Deutsch spricht. Doch sein Englisch ist sehr gut.“

Bilder und Noten: FCB fegt Köln vom Platz - Ein Einser, sechs Zweier

Doch hat Ancelotti überhaupt Interesse an einem Engagement beim Rekordmeister? In einem Interview mit der italienischen "Gazetta dello Sport" äußert sich der 56-Jährige wenig begeistert über die Bundesliga. „Ich muss gestehen, dass ich Bayerns Spiele nicht genießen kann. Es gibt einfach zu wenig echten Wettbewerb“, monierte der Ex-Coach von Real Madrid die Liga-Langeweile hierzulande. Eine indirekte Absage an den FCB oder nur Taktik? Denn an der sportlichen Qualität der Münchner lässt Ancelotti keinen Zweifel. „Der FC Bayern wird die Bundesliga gewinnen, ohne die Hände aus der Hosentasche zu nehmen“, ist sich der Italiener sicher.

Auch für Pep hat er nur lobende Worte übrig: „Er lehrt Fußball, kann ihn vermitteln und gewinnt.“

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