Bayern-Stars von Empfang in China beeindruckt

Wenn Kicker zu Touristen werden

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Die Bayern wurden in Peking wie Popstars empfangen.

Peking – Die ersten Fotos und Videos waren schnell fertig. Als die Spieler des FC Bayern am Freitag die Ankunftshalle des Flughafens von Peking betraten, zückten etliche chinesische Fans ihre Telefone.

Und die Bayern-Profis machten es ihnen umgehend nach. Während Thomas Müller noch Hände schüttelte und Autogramme schrieb, durchquerte Manuel Neuer die Halle mit erhobenem Arm, in der Hand sein Smartphone. Es war ihm wichtig, die ersten Eindrücke der Reise zu konservieren.

Selbst für weitgereiste Menschen wie die Münchner Fußballer, die sich öffentlich sonst mit demonstrativer Abgeklärtheit bewegen, scheint dieser Trip ungewöhnlich zu sein. China, da kommt man nicht so oft hin. Drei Jahre nach dem ersten PR-Trip sind die Bayern am Freitag wieder in Peking eingetroffen. Begrüßt wurden sie von rund 1000 Fans. Die gründlichen Vorbereitungen, die im Vorfeld der Reise so oft betont worden waren, zeigten sich schon im Moment des ersten Zusammentreffens von Profis und Anhang. Die Chinesen trafen sofort den richtigen Ton. Ihre Sprechchöre („Super-Bayern, Super-Bayern, hey, hey“) hätten in jedes Bundesligastadion gepasst.

Chinareise des FC Bayern: Live-Ticker

Kapitän Philipp Lahm, der in seiner Karriere schon ein bisschen was erlebt hat, fand die Szenen „unglaublich. Sowas habe ich selten erlebt.“ Die Kombination aus extremer Fußball-Begeisterung und einem überschaubaren Niveau der heimischen Liga sorgt nicht nur in China dafür, dass europäischen Top-Teams ein überwältigender Empfang bereitet wird. Ganz ähnlich erging es den Spielern von Borussia Dortmund neulich in Japan, Malaysia und Singapur. Englische Mannschaften sind noch vertrauter mit der glühenden Verehrung im Fernen Osten.

Chinareise: Bayerns Testspielsieg gegen Valencia in Bildern

Soviel Zuneigung verpflichtet. „Wir wollen ihnen eine gute Show liefern und zeigen, dass wir gute Jungs sind“, verspricht Müller. Die Show ging bereits wenige Stunden nach der Ankunft weiter. Im so genannten Vogelnest, dem Olympiastadion von Peking, bestritten die Bayern ihr erstes Training. Hier werden sie auch am Samstag das erste Testspiel der Reise gegen den FC Valencia bestreiten (13.35 Uhr MESZ/Sport 1). Später am Abend standen für die Spieler noch Sponsorentermine an. Sie sind schließlich nicht zum Vergnügen hier, sondern um den guten Namen des FC Bayern in die Welt zu tragen. Es ist deshalb eine charmante Untertreibung, wenn Philipp Lahm behauptet, die Szenen an Flughafen und Hotel („Da war die Hölle los“) würden den Spielern „Spaß“ bereiten und „genau deswegen machen wir ja diese Reise“.

Der Spaß ist in Wahrheit natürlich nicht das primäre Ziel. Aber wenn man schon einen so strapaziösen PR-Trip unternehmen muss, ist es schön, wenn das stark beanspruchte Personal auch touristisch ein bisschen auf seine Kosten kommt. Die Kicker selbst gehen mit den Umständen der Saisonvorbereitung wesentlich entspannter um als das Umfeld, das sich mit den Risiken und Nebenwirkung des Interkontinentaltrips eingehend befasst hat. „Normal“ findet Pep Guardiola den Aufwand, den der FC Bayern in China betreibt. „Jeder große Verein kommt hierhin.“ Weil zwischen Sponsorenterminen und Flügen noch Zeit zum Trainieren bleibt, hängt auch Müller die logistischen Besonderheiten nicht allzu hoch. „Wenn die ersten Ligaspiele kommen und wir erfolgreich sind, dann war es nicht schlecht.“

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