Baskets-Coach Pesic im tz-Interview

Svetislav, was kommt da auf uns zu?

+
Dinamo Zagrebs Fans sind heißblütig – das wissen auch Svetislav Pesic und Pep Guardiola.

München - Ab nach Zagreb! Am Mittwoch wollen die Bayern mit einem Auswärtssieg die Gruppenphase der Champions League abschließen. Einer, der genau weiß, was auf die Bayern zukommen wird, heißt Svetislav Pesic. Der Coach der Bayern Baskets im Interview.

Ab nach Zagreb! Am Mittwoch wollen die Bayern mit einem Auswärtssieg die Gruppenphase der Champions League abschließen. Das Team von Pep Guardiola weiß: Da kommt was auf sie zu. Zwar ist Zagreb Letzter, aber die Atmosphäre im Stadion hat es in sich. Einer, der sich mit dem Fußball auf dem Balkan auskennt, ist Bayerns Basketball-Erfolgstrainer Svetislav Pesic. Warum, erzählt er im tz-Interview:

Herr Pesic, wird die Stimmung so hitzig sein, wie sie es bei Basketballspielen im ehemaligen Jugoslawien ist?

Pesic: Nicht ganz. Heutzutage ist Basketball die populärste Sportart im ehemaligen Jugoslawien, die einzige Ausnahme bildet Kroatien. Das Interesse an Fußball hat nach der Aufteilung abgenommen, der Stellenwert ist nun ein anderer. Das liegt daran, dass mittlerweile alle Länder ihre eigenen Ligen haben und damit die Konkurrenz und die sportliche Qualität etwas abgenommen hat. Im Basketball ist das anders. Da gibt es zwar auch interne Ligen, zusätzlich aber die Adria-Liga, in der sich alle Vereine länderübergreifend messen können.

So wie es vor dem Ende des damaligen Jugoslawiens auch im Fußball war.

Pesic: Richtig. Damals gab es das ewige Duell der ganz großen jugoslawischen Vereine: Roter Stern Belgrad, Partizan Belgrad, Hajduk Split und FK Sarajevo. Diese vier waren die populärsten Klubs – die Stadien waren bei Spielen bis auf den letzten Platz ausverkauft und die Stimmung gigantisch.

Was ist Ihr Lieblingsverein?

Pesic: Roter Stern! Genauso wie im Basketball – und das schon seit meiner Geburt. Mein Vater war ebenfalls ein großer Fan, nur mein Bruder war Partizan-Anhänger.

Eine heikle Angelegenheit…

Pesic (lacht): Das stimmt! Man musste sich klar positionieren.

Waren Sie schon als Kind im Stadion?

Pesic: Natürlich! Ich habe gemeinsam mit meinem Vater häufig Spiele von Roter Stern Belgrad besucht. Das war immer ein tolles Erlebnis. Die Zuschauer waren unglaublich enthusiastisch, haben mitgefiebert und die Straßen waren zu Zeiten der Spiele wie leergefegt. Ich habe damals sogar selbst Fußball gespielt, noch bevor ich mit Basketball begonnen habe. Damals war ich Torwart. Einige Zeit später habe ich mich dann aber für Basketball entschieden.

Ist Ihre Fußballvergangenheit auch der Grund dafür, dass Sie sich so gut mit Pep Guardiola verstehen?

Pesic: Sicherlich ist das ein Grund. Aber da gibt es noch einiges mehr. Pep hat ja wiederum einige Zeit Basketball gespielt und kennt sich gut aus. Wenn wir uns hin und wieder zum Austausch treffen, unterhalten wir uns über beide Sportarten gleichermaßen. Hinzu kommt, dass es ja auch Dinge gibt, die sportartübergreifend sind. Uns verbindet die Leidenschaft für den Sport und natürlich, dass wir beide Trainer einer Mannschaft sind. Im persönlichen Umgang mit den Spielern, beim Führen eines Teams ist es zweitranging, ob es sich um Basketball oder Fußball handelt.

Es gibt viel Gesprächsstoff.

Pesic: Richtig. Ich schätze Pep sehr. Er arbeitet sehr akribisch, ist mit ganzem Herzen Trainer und weiß, wie man eine erfolgreiche Mannschaft zusammenstellt. Auch menschlich verstehen wir uns gut.

Hat er Ihnen gesagt, ob er bei Bayern bleibt?

Pesic: Ich habe ihn nicht gefragt. Genauso wenig, wie er mich vor meiner Vertragsverlängerung nach Details gefragt hat. Über Vertragsmodalitäten wird einfach nicht geredet. Aber ich hoffe, dass er bleiben wird. Es würde mich jedenfalls sehr freuen.

Werden Sie sich morgen Abend das Spiel ansehen?

Pesic: Wenn die Spielzeiten nicht mit einem Basketballtraining oder Meeting kollidieren, schaue ich mir die Partien immer an. Leider schaffe ich es nicht so häufig, in der Allianz Arena zu sein. Aber die Spiele sehe ich mir immer an – ob live im Fernsehen oder in der Wiederholung.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Neuer Versuch: Zidane will Alaba zu Real locken
Neuer Versuch: Zidane will Alaba zu Real locken
Goretzka: Angeblich gibt es eine Tendenz
Goretzka: Angeblich gibt es eine Tendenz
Nach Ancelotti-Trennung: Inter will Vidal im Winter holen
Nach Ancelotti-Trennung: Inter will Vidal im Winter holen
Janik Haberer: „Heynckes  wird Mannschaft das Bayern-Gen einimpfen“
Janik Haberer: „Heynckes  wird Mannschaft das Bayern-Gen einimpfen“

Kommentare