Doch nicht der beste Keeper der Welt?

Engländer lästern über Manuel Neuer

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Manuel Neuer bei seinem entscheidenden Patzer.

München - Manuel Neuer erhält beim FC Bayern nach seinem spielentscheidenden Fehler bei der Niederlage in London die totale Rückendeckung. Klar, er ist ja auch der beste Keeper der Welt. Die englische Presse stellt das jedoch in Frage und lästert.

Ein Bad in der Menge bewirkt Wunder. Frag nach bei Manuel Neuer. Der tragische Held von London wurde nach seinem Patzer beim Bankett auch noch zum Autogrammmarathon zitiert. Vor dem Ballsaal Platz nehmen, Edding in die Hand und ab die Post. Schlimmer geht’s kaum, möchte man meinen. Für Neuer war die gut zwanzigminütige Signierrunde jedoch Balsam für die Seele. Jeder Fan, der dem Welttorhüter ein Dress oder einen Schal zur Unterschrift vorlegte, warf ihm zugleich aufmunternde Worte zu. Genauso wie seine Mannschaftskollegen, die sich unmittelbar nach Abpfiff geschlossen hinter Neuer stellten.

Thomas Müller zum Beispiel. „Kein Vorwurf an Manu, da ist viel los im Strafraum. Natürlich ist es bitter. Wenn ein Torwart einen Fehler macht, sieht es immer schlimm aus und ist fast immer ein Tor. Ich denke, er hat vorher schon dreimal super gehalten“, sagte er. Karl-Heinz Rummenigge pflichtete bei: „Das ist bei uns überhaupt kein Thema. Wir sind mehr als glücklich, dass wir Manuel Neuer da hinten im Tor stehen haben.“

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Diese Worte verdeutlichen einmal mehr den Stellenwert, den Manuel Neuer mittlerweile beim Rekordmeister genießt. Warum, hatte er auch im Emirates Stadium zweimal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Erst glänzte er bei einem heimtückischen Özil-Schuss, kurze Zeit später versetzte er das gesamte Publikum mit einem Blitzreflex gegen Theo Walcott ins Staunen. Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn eine einzige Situation alles auf den Kopf stellen könnte. Die 77. Minute: Flanke Cazorla, Neuer segelt unten durch, Giroud schiebt ein. Die Superparade gegen Walcott, von vielen im Stadion mit der legendären Rettungstat von Englands Keeper Gordon Banks bei der WM 1970 gegen Brasiliens Pele verglichen, ist auf einmal nichts mehr wert. Kleine Notiz am Rande: Auch Banks ging damals als Verlierer vom Platz – 0:1 hieß es bei ihm.

Von Klasse zeugt auch, wie der Bayern-Torhüter selbst mit seinem Bock umging. Anstatt in der Ausredenkiste zu kramen, nahm Neuer das Ding sofort und ohne Umschweife auf seine Kappe. „Ich habe einen Fehler gemacht beim Rausgehen, ich muss da auf der Linie bleiben, dann passiert nichts“, so der Nationalkeeper. Wie er damit umgeht? „Normal“, so Neuer. „Natürlich ärgert es mich, aber ich weiß, dass ich ein gutes Spiel gemacht habe. Ich kann die Situation einschätzen, ich weiß, wie es passiert ist. Von daher geht es weiter.“

Pressestimmen: "Und sie sind doch schlagbar"

Für die von Haus aus gscherte britische Presse war der Patzer natürlich gefundenes Fressen. Von einem „Horrorpatzer“ berichtete der Guardian tagsdrauf, der Independent ging sogar noch einen Schritt weiter und stellte Neuers Status als weltbester Torwart infrage: „Vielleicht ist er doch nicht der beste Torhüter der Welt. Seine Parade gegen Theo Walcott war phänomenal, aber sein grober Schnitzer schenkte Arsenal den Sieg.“ Dem Münchner Schlussmann war das alles ziemlich schnuppe. „Ich kann mit solchen Situationen umgehen“, sagte er.

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