"Ungewissheit ist das Schlimmste für Alle"

Magath kritisiert Pep und rät Schweini zu Wechsel

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Felix Magath.

München - Felix Magath hat sich zu mehreren Themen rund um den FC Bayern geäußert. Der Ex-Coach hebt dabei mahnend den Zeigefinger und spart auch nicht mit Kritik - vor allem an Trainer Pep Guardiola.

Eigentlich war Felix Magath ja als neuer starker Mann beim TSV 1860 München vorgesehen. Doch nach den vielen Querelen und dem Rücktritt des Präsidiums hat sich ein Job beim Lokalrivalen des FC Bayern erledigt. Schade eigentlich, denn womöglich hätte ein Engagements des früheren FCB-Trainers bei den Sechzgern wieder etwas Würze in das Verhältnis zwischen den beiden Münchner Vereinen gebracht. Magath hat sich jetzt nämlich in einem Interview gleich zu mehreren Themen rund um den FC Bayern geäußert - und dabei auch kritische Töne angeschlagen.

Thema 1: Bastian Schweinsteiger

Hier handelt es sich zwar um keine Kritik am FC Bayern. Dennoch dürfte Magaths Ratschlag an den Nationalspieler nicht bei jedem Bayern-Fan gut ankommen. Bei "ran.de" empfiehlt Magath seinem ehemaligen Schützling nämlich wärmstens einen Wechsel zu Manchester United. "Ich kenne Bastian noch gut aus den zweieinhalb Jahren, die ich ihn bei Bayern ab 2004 trainiert habe. Ich würde ihm raten, den Schritt ins Ausland noch in diesem Sommer zu machen - nicht nur aus sportlichen, auch aus persönlichen Gründen. Solch ein Ortswechsel hilft, die eigene Persönlichkeit abzurunden, das prägt. Im Ausland zu leben und zu arbeiten, ist doch etwas anderes, als nur dorthin zu reisen", sagte Magath, der selber eigentlich keine so gute Erfahrungen in England gemacht hat. Sein Engagement beim FC Fulham dauerte nur wenige Monate und hatte mit dem Abstieg des Londoner Klubs in die zweite Liga seinen negativen Höhepunkt. Für Schweinsteiger sei ein Wechsel auf die Insel aber ideal, glaubt Magath: "Ein Wechsel in die Premier League zu Manchester United wäre gut, weil Bastian in eine andere Umgebung kommen würde, einen anderen, neuen Impuls bekommt. Bei einer neuen Herausforderung muss man sich anpassen, neu orientieren und neu beweisen. Das könnte ihm mit Blick auf die EM-Endrunde 2016 in Frankreich einen Schub geben."

Thema 2: Pep Guardiola

Dem spanischen Star-Trainer prophezeit Magath ein schwieriges drittes Jahr bei den Bayern, da die Erwartungshaltung eindeutig sei: "Pep Guardiola wird in seinem dritten Jahr vor allem am Abschneiden in der Champions-League gemessen. Der Pott muss wieder nach München", sagt Magath. Ein solches Ziel zu erreichen, ohne dass die weitere Zukunft des Coaches geklärt ist, sei aber schwierig. "Die Problematik ist die unklare Vertragslage über den Juni 2016 hinaus. Es ist für alle Beteiligten ratsam und sinnvoll, wenn die Situation so rasch wie möglich geklärt werden würde." Wenn nicht bald klar ist, ob Guardiola über 2016 hinaus Trainer bei den Bayern bleibt, könne sich das auf die Leistungsstärke der Mannschaft auswirken. "Ungewissheit ist das Schlimmste für alle - für die Spieler wie für den Coach. Alle brauchen Klarheit."

Thema 3: Douglas Costa

30 Millionen Euro lässt sich der FC Bayern den brasilianischen Neuzugang von Schachtjor Donezk kosten - und dabei hat dieser noch nicht einmal Bundesliga-Erfahrung. Für Magath könnte das ein Problem für die Bayern werden. "Ich sehe ein gewisses Risiko bei einem Transfer eines Profis, der zuvor in der Ukraine gespielt hat. Daher denke ich, dass Costa ein Jahr Anlaufzeit brauchen wird, bis er eine feste Größe bei den Bayern wird, bis er richtig einschlägt." Laut Magath ist zu Beginn bei Costa vor allem eines gefragt: Geduld. "Man darf zu Beginn noch keine Wunderdinge erwarten."

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