Pole trifft doppelt beim HSV

Lewy glüht beim FCB-Kaltstart - Sorge um Boateng

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Neues Jahr, altes Bild: Robert Lewandowski (r.) feiert einen seiner beiden Treffer mit den Bayern-Kollegen.

Hamburg - Zum Start ins neue Jahr bekleckern sich die Roten nicht mit Ruhm. Zum Dreier in Hamburg reicht's dennoch - dank des Torjägers vom Dienst. Nur Jerome Boateng bereitet Sorgen.

Zeit wurde es aber! Der Winterschlaf ist vorbei, auf Touren müssen die Bayern aber erst noch kommen. 2:1 (1:0) stand es am Freitag beim Rückrundenauftakt in Hamburg. Pflichtaufgabe erfüllt - allerdings zu einem teuren Preis: Nach Rafinha musste gestern auch Jerome Boateng verletzt vom Platz. "Wir brauchen noch etwas Zeit", urteile Doppeltorschütze Robert Lewandowski.

Am Donnerstag hatte Pep Guardiola noch für einen Stimmungsdämpfer gesorgt. Er wisse nicht, ob seine Mannschaft "bereit" sei, so der Trainer. Warum, zeigte sich im Hamburger Volksparkstadion. Die Bayern erneut im Karlsruhe-Modus, ohne klare Linie und zunächst sichtlich überfordert mit den offensiv und mutig pressenden Hausherren.

Gut, nach einer Viertelstunde wiesen die Roten bereits 70 Prozent Ballbesitz auf, so richtig nutzte ihnen das Bällchen aber auch nicht. Der HSV hingegen kannte den Weg: Erst ließ Hunt aus der zweiten Reihe einen raus (14.), später fasste sich auch Diekmeier ein Herz (22.) - beide Male flog der Ball aber nicht ins Ziel.

Lahms Sahnepass ebnet Weg zum 1:0

Das 1:0 durch Lewandowski.

Und die Bayern? Blieben geduldig und wurden durch eine kuriose Szene belohnt. Lahm, in Hamburg sowohl Außenverteidiger als auch Spielmacher, hob einen Sahne­pass in den Rücken der Abwehr, wo Müller den Ball gefühlt einen Nano­meter vor dem ­heranfliegenden Adler erwischt, der dafür Müller erwischt. Mächtig sogar. Und zwar im Sechzehner. "Ich komme etwas zu spät", gab der Schlussmann zu. Lewandowski trat an, 1:0 (37.). Glück für Hamburg, dass Schiri Zwayer bei einem "Zweikampf" zwischen Müller und Cleber nicht auch auf den Punkt zeigte.

Bayern mit Mühe gegen den HSV: Bilder und Noten - Eine Eins, eine Vier

Es war den Hanseaten egal, jedenfalls ließen sie sich nicht aus ihrem Konzept bringen. Nach zwei starken Coman-Aktionen zu Beginn der zweiten Hälfte gab's nämlich die Antwort der Rothosen in der 53. Minute: Hunt zirkelt einen Freistoß in den Strafraum, das Ding segelt, erst an Alonso, dann an Lasogga vorbei, und landet im langen Eck von Manuel Neuer - 1:1. Und da ja meistens alles geballt kommt, musste kurz darauf auch noch Jerome Boateng nach einer Diekmeier-Attacke verletzt vom Platz. Laut FCB handelte es sich um eine "Muskelverletzung im Bereich der Adduktoren".

Lewandowski fälscht Müller-Schuss ins Tor ab

Für ihn kam ­Javi Martínez, und mit ihm auch das Glück. In einer hektischen Phase bewahrte der Spanier die Ruhe, ließ eine Flanke per Kopf auf Müller prallen, sein Schuss prallte wiederum an Lewandowski und von dort aus unhaltbar ins Tor. 2:1. (61.) Für den Polen war es die 17. Kiste in der laufenden Bundesliga-Saison, soviel wie in der gesamten vergangenen Saison.

Und auch David Alaba hätte fast jubeln dürfen, wäre bei seinem Freistoß nicht das Aluminium im Weg gewesen (66.). Die Münchner Maschinerie lief in der Schlussphase jedenfalls ein wenig flüssiger als zu Beginn, vom "Optimum", wie es wohl Matthias Sammer ausgedrückt hätte, sind Müller & Co. jedoch noch ein ganzes Stück entfernt. Was sich auch daran zeigte, dass es zum Schluss noch brenzlig wurde. Gregoritsch durfte noch am Sechzehner einen Freistoß treten, knallte ihn und den Nachschuss aber in die Mauer (83.). Lewy: "Wir wollen noch besser in Form kommen!" Schaden würde es nicht.

José Carlos Menzel López

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