"Gut, drei Spiele in einer Woche zu haben"

Guardiola geht in seine erste wichtige Phase

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Für Pep Guardiola (m.) und den FC Bayern geht es in die erste wichtige Phase dieser Saison

München - Das 187. bayerisch-fränkische Derby gegen den 1. FC Nürnberg ist für Bayern München das erst von drei Pflichtspielen binnen sieben Tagen. Am Ende dieser Periode soll ein weiterer Titel stehen.

Vorstandboss Karl-Heinz Rummenigge spricht von der „ersten heißen Phase der Saison“, doch Coach Pep Guardiola gab sich ganz cool. Im dünnen grauen Pullover über dem dunkelblauen Polohemd sprach der Trainer von Fußball-Rekordmeister Bayern München über die anstehenden drei Pflichtspiele binnen einer Woche. Ab und an strich er sich über seine im Scheinwerferlicht blitzende, frisch rasierte Glatze. Doch weder das 187. bayerisch-fränkische Derby am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den 1. FC Nürnberg, noch das Auswärtsspiel beim SC Freiburg am Dienstag oder der europäische Supercup am 30. August in Prag gegen den FC Chelsea brachten ihn aus der Fassung.

„Es ist keine schwere Woche“, sagte er über das anspruchsvolle Programm, an dessen Ende der erstmalige Gewinn des Supercups stehen soll: „Es ist gut, drei Spiele in einer Woche zu haben.“ Gut für das Ziel Guardiolas, seine Mannschaft schnellstmöglich einzuspielen. In der spielfreien Woche vor dem Derby nutzte er bereits die Trainings, um an der zum Saisonauftakt mitunter mangelnden Feinabstimmung zu feilen. Jetzt soll sein 4-1-4-1-System auch den nächsten Härtetests standhalten. Denn Kapitän Philipp Lahm betonte: „Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen.“

Dass es hier und da noch hakte, habe aber „nichts mit einem oder zwei Sechsern zu tun“, meinte Lahm. Guardiolas System, assistierte Stürmer Thomas Müller, sei schlicht „fehleranfälliger“ als das mit der Doppel-Sechs aus der Triple-Saison. Allzu offen präsentierten sich die Bayern zum Auftakt gegen Gladbach und in Frankfurt, doch Guardiola will nicht am Defensivverhalten gearbeitet haben. „Nein“, sagte der Spanier auf die entsprechende Frage, „Fußball ist Angriff, Verteidigung, Angriff, Verteidigung“. Den Fokus auf die Defensive zu legen sei deshalb wenig sinnvoll.

Wer ist Meisterschaftsfavorit: Das sagen die 18 Klubs

Pep Guardiola, Trainer FC Bayern München: „Ich hoffe, der FC Bayern. Aber bis dahin müssen wir viel arbeiten ...“ © dpa-mm
Jürgen Klopp, Trainer Borussia Dortmund: „Bayern München. Stark schätze ich Leverkusen, Schalke und Mönchengladbach ein.“ © dpa
Sami Hyypiä, Trainer Bayer Leverkusen: „Bayern München.“ © dpa
Jens Keller, Trainer FC Schalke 04: „Eine Vorherrschaft von Dortmund sehe ich nicht unbedingt, aber die Bayern sind natürlich wieder der Favorit auf den Titel. Allerdings starten alle Vereine bei Null in die neue Saison, so dass alle Prognosen reine Spekulation sind.“ © dpa
Christian Streich, Trainer SC Freiburg: „Favorit sind klar die Bayern, ansonsten käme noch Dortmund infrage.“ © dpa
Bruno Hübner, Sportdirektor Eintracht Frankfurt: „Bayern München“ © picture-alliance-dpa-tz
Thorsten Fink, Trainer Hamburger SV: „FC Bayern“ © dpa
Lucien Favre, Trainer Borussia Mönchengladbach: „Meister wird der FC Bayern.“ © dpa
Mirko Slomka, Trainer Hannover 96: „Die besten Chancen hat meiner Einschätzung nach der FC Bayern München.“ © dpa
Michael Wiesinger, Trainer 1. FC Nürnberg: „FC Bayern München, aber es wird ein Zweikampf mit Dortmund oder einem anderen Überraschungsteam.“ © dpa
Dieter Hecking, Trainer VfL Wolfsburg: „Mein Favorit ist erneut Bayern München. Diesmal wird der Vorsprung aber nicht so groß ausfallen. Im Moment sehe ich kein Team, dass Bayern und Dortmund gefährlich werden könnte. Das wird erst der Saisonverlauf zeigen.“ © dpa
Bruno Labbadia, Trainer VfB Stuttgart: „Ich denke auch in diesem Jahr wird am FC Bayern nichts vorbeiführen.“ © dpa
Thomas Tuchel, Trainer FSV Mainz 05: „Die Bayern werden es wieder machen. Ob erneut mit einem so großen Vorsprung, weiß ich nicht. Neben Dortmund rechne ich mit Schalke als härtestem Konkurrenten. Schalke hat sich gut verstärkt.“ © dpa
Robin Dutt, Trainer SV Werder Bremen: „FC Bayern München.“ © dpa
Markus Weinzierl, Trainer FC Augsburg: „Bayern München.“ © dpa
Alexander Rosen, Leiter Profifußball TSG 1899 Hoffenheim: „Ich tippe wie in den vergangenen drei Spielzeiten auf einen Zweikampf zwischen den Bayern und Dortmund. Es wird spannender als zuletzt, aber mit dem besseren Ende für die Münchner.“ © 
Jos Luhukay, Trainer Hertha BSC: „Bayern München.“ © dpa
Torsten Lieberknecht, Trainer Eintracht Braunschweig: „Bayern oder Dortmund.“ © dpa

Schon gar nicht in einem Derby. In Derbys, das wisse er noch aus seiner Zeit beim FC Barcelona mit den Duellen gegen Espanyol, könne „alles passieren. Egal, ob eine Mannschaft normal besser ist als die andere.“ Guardiola erwartet Nürnberg „aggressiv“. Dieser Spielweise müsse seine Elf „auch sehr aggressiv“ begegnen, „vor allem mit dem Ball“. Und möglicherweise mit Mario Götze. Der Neuzugang steht vor seinem Pflichtspieldebüt für die Bayern. Ebenso bereit stehen Franck Ribery nach überwundenen Knöchelproblemen und Thiago. Javi Martinez, der noch immer Trainingsrückstand hat, muss passen.

Auch ohne den teuersten Bundesliga-Spieler erwartet Rummenigge schon bald „wunderbaren Fußball“. Der Vorstandsvorsitzende ist „überzeugt, dass wir uns weiter steigern werden“, wie er in dieser Woche sagte. Steigern? Wohin soll das noch alles führen, möchte man fragen angesichts der Aussage des Bayern-Bosses im Stadion-Magazin, der Verein stehe „rundum mit der Note 1+ da“. Vielleicht zu einem weiteren Titel. Den europäischen Supercup haben die Münchner noch nicht gewonnen, Guardiola nennt ihn „wichtig“.

Zunächst aber wartet der 1. FCN, der seit März 1992 nicht mehr gewonnen hat in München. Sollte das am Samstag so bleiben, hätten die Bayern mit dem 28. Liga-Spiel hintereinander ohne Niederlage einen neuen Klubrekord aufgestellt. Der Club, der auf die zuletzt angeschlagenen Per Nilsson und Markus Feulner zurückgreifen kann, will trotzdem nicht in die bayerische Landeshauptstadt fahren, „um dort Sightseeing zu machen“ (Trainer Michael Wiesinger).

Dabei hätte Guardiola da sicher ein paar Tipps parat. Er hat die spielfreie Woche auch genutzt, um sich in der neuen Heimat umzutun. Unter anderem in den Pinakotheken war er, alte und neue Meister gucken. Jetzt will er die (Fußball-)Kunst auf den Platz bringen.

sid

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