Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

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Die Bayern auf den Weihnachtsfeiern der Fanklubs

Pep Guardiola: Sein Vertrag mit dem Nikolaus

Auf der guten Seite: Guardiola wendet sich eher Nikolaus als Krampus zu.

Neumarkt - Nur Spaß: Pep Guardiola verlängert beim Fanklub-Besuch seinen Vertrag. Und Boss Karl-Heinz Rumenigge? Der sagt: "Bauchgefühl weder nach links noch nach rechts."

Auf diesen Moment hat sich Werner Hollweck seit Wochen vorbereitet. Als Anfang November die Fanklubs ermittelt wurden, die am ersten Advent Besuch vom FC Bayern bekommen, hat der Vorstand der „Woffenbach Champions 2001“ keine Zeit verloren. Beim Landrat fragte er wegen einer geeigneten Räumlichkeit an, eine Blechbläser-Kombo aus Berngau wurde für die Musik verpflichtet, und dann schrieb Werner Hollweck seine Rede.

In dem kurzen Text steckte erkennbar Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Kaum war Karl-Heinz Rummenigge gestern Nachmittag im Landratsamt in Neumarkt einmarschiert, begleitet von der scheppernden Musik der „Fexer“, da war der Vorstandvorsitzende auch schon Ehrenmitglied der „Woffenbach Champions“. Das werde eine einmalige Geste bleiben, beteuerte Hollweck, „kein Scheich aus Saudi-Arabien und kein Investor aus Katar“ werde Einlass erhalten, „so viel sie auch bieten mögen“. Die entsprechende Urkunde, hofft er, werde künftig „im Keller der Rummenigge-Villa gleich neben der zu Europas Fußballer des Jahres hängen“.

Wenn die Bayern ausschwärmen, um die Weihnachtsfeiern ihrer Fanklubs zu besuchen, ist überall Bescherung. In der Oberpfalz mit Rummenigge, in Vilsbiburg mit Pep Guardiola, bis in die Ferne nach Südtirol, wohin es gestern Sven Ulreich verschlagen hat. Die Bilder sind überall die gleichen. Menschen in roten oder rot-blauen Trikots, mit glänzenden Augen und gut gefüllten Gläsern. „Wir wissen, dass die Basis unseres Erfolges ihr seid“, rief Rummenigge den 250 Zuhörern zu. Die Bayern verstehen sich als große Familie, und wo, wenn nicht hier auf einer Adventsfeier in der Provinz, können sie sich diesem Gefühl vollständig hingeben? „Was den FC Bayern von allen anderen Topklubs unterscheidet, ist die Loyalität“, sagte der Familienvorstand.

Auch in dieser Rede kam er gestern nicht auf Pep Guardiola zu sprechen. Den Trainer hatte Rummenigge schon am Freitag auf der Jahreshauptversammlung zum allgemeinen Erstaunen nicht erwähnt und das erst später, im kleineren Kreis, nachgeholt. Sein Lob an die Mannschaft sei auch als Lob an den Trainer zu verstehen, „der Erfolg trägt den Namen Pep Guardiola“. Von den Woffenbachern und Neumarktern hätte man nun erwartet, dass sie die günstige Gelegenheit zum Nachfragen nutzen, doch die Neugierde in der Oberpfalz richtete sich auf ganz andere Gebiete. Es ging um TV-Vermarktung und Verletzte, um Sicherheit und Eintrittspreise, sogar um den TSV 1860. Von neun Fragen, die Rummenigge gestellt wurden, betrafen Guardiola: null.

Neue Fakten gibt es schon lange nicht mehr, seit das klärende Gespräch über die Vertragsverlängerung des Trainers abermals verschoben wurde. Ab 19. Dezember ist Guardiola endgültig am Zug, aber wie es um seine Loyalität zu Bayern bestellt ist und ob er sich zu einem Bekenntnis durchringen kann, scheint immer noch völlig offen. „Mein Bauchgefühl geht weder nach links noch nach rechts“, verriet Rummenigge später. Er klang schon mal optimistischer.

Feurige Show: Selbst Javi Martinez war bei der Einlage des Fanklubs in Garching an der Alz kurz erschrocken. 

Fast zeitgleich klärte sich derweil in Vilsbiburg die Zukunft des Trainers auf eine ganz eigene Weise. Guardiola war zu Gast bei den „Bayern Bazis“ und traf bei dieser Gelegenheit nicht nur einen Saal voller Fans, die ihm zu Ehren die Bühne geschmückt und dabei auch die katalonische Unabhängigkeitsflagge nicht vergessen hatten. Sondern auch den Nikolaus. Der heilige Mann hatte einen neuen Vertrag dabei und überreichte ihn dem Trainer unter allgemeinem Gejohle. „Ich bin der Nikolaus, ich darf alles“, klärte er den Trainer auf. Einen Reporter hatte Guardiola tags zuvor bei diesem Thema rigoros abprallen lassen. Beim Nikolaus war er gnädiger. Für Klarheit hat er aber auch in Vilsbiburg nicht gesorgt.

Marc Beyer

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