Kommentar zu den vielen Transfergerüchten

Guardiolas Gelüste: Transfers am Tresen

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Pep Guardiola hat angeblich Geschmack an diversen Fußballern für sein neues Projekt bei Manchester City gefunden. Ob das allerdings alles wahr ist?

München - FC-Bayern-Reporter Andreas Werner beleuchtet in seinem Kommentar die vielen Transfergerüchte, die derzeit rund um Pep Guardiola und dessen neuem Job bei Manchester City kursieren.

Eingefleischten Fans des TSV 1860 wird der Name ewig ein Begriff sein: Lapin Kulta. Eines Tages, Mitte der 90er, kam das Gerücht auf, der finnische Stürmer wäre ein Kandidat für den Löwen-Sturm. Doch dieser ominöse Lapin Kulta heuerte nie in München an. Wie auch? In Wahrheit handelt es sich bei Lapin Kulta nämlich um eine finnische Biermarke.

Hintergrund der Anekdote: Zwei 60-Reportern war auf einer Zugreise fad geworden, und da der finnische Gerstensaft damals auf der Fahrt ausgeschenkt wurde, wetteten sie, dass sie einen erfundenen Stürmer dieses Namens ins Gespräch bringen könnten. Die Geschichte lehrt: Ja, so etwas geht! Zumindest beim TSV 1860. Und in einer Zeit, in der nicht jeder Name sofort von jedermann ergoogelbar ist.

Andreas Werner.

Erfundene Transfers am Tresen wie der des mysteriösen Lapin Kulta sind inzwischen zwar passé, doch auch heute endet nicht jedes Gerücht in einem Vollzug. Pep Guardiolas Gelüste rücken neuerdings von Woche zu Woche mehr in den Fokus. Nur: Wird denn jede Personalie tatsächlich ihrer Schlagzeile gerecht? Manchester City soll zwar knapp 200 Millionen Euro bereitgelegt haben, um seinem neuen Trainer eine umfangreiche Shoppingtour zu ermöglichen. Doch wenn Prominenz und Reichtum aufeinandertreffen, lähmt das gerne mal die Logik, und Spekulationen treiben ihre obskursten Blüten.

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass einem neuen Star Guardiolas Interesse nachgesagt wird. Die Bundesliga verliert angeblich gleich ein paar Mann an ManCity, zudem sollen international kickende VIPs wie Neymar und Alex Oxlade-Chamberlain die neureichen Briten aufhübschen. Bewahrheitet sich jedes Gerücht, hätte Guardiola in England bald Fußballer für zwei bis drei Mannschaften zur Verfügung.

Aber die Erfahrung lehrt ja: Bei Transferfragen ist nicht jede Schlagzeile Vorbote einer Vertragsunterschrift. Rabah Madjer wurde einst sogar schon in Lederhosen abgelichtet, für die Bayern kickte er aber dann doch nie. Und auch bei Manchester City werden sie noch merken, dass ein prominenter Trainer sowie ein pralles Portemonnaie nicht alle Wünsche wahrwerden lässt. Wie die Branche auf all diese Gerüchte reagiert? Gutes Rezept: Keine Panik. Abwarten und Tee trinken, ganz so, wie sie es auf der Insel gerne predigen. Und wenn jemand das Gefühl hat, Transferschlagzeilen erhöhen unnötig den Puls, wäre ein Beruhigungsbierchen eine Option. Ein echter Insider-Tipp hierzu: Lapin Kulta. Prost!

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