Großes Merkur-Interview

Herr Hopfner, bricht der FC Bayern ohne Pep Guardiola zusammen?

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FCB-Präsident Karl Hopfner.

München - Im Interview mit dem "Münchner Merkur" verrät FC-Bayern-Präsident Karl Hopfner: Er würde abtreten, sollte Uli Hoeneß zurückkehren sollte. Er spricht auch über Pep Guardiola.

Update vom 20. Dezember 2015: Jetzt ist es also amtlich! Pep Guardiola verlässt den FC Bayern nach dieser Saison und sucht eine neue Herausforderung. Das gaben die Roten am Sonntagmittag bekannt. Carlo Ancelotti wird sein Nachfolger.

Karl Hopfner hat ein interessantes Jahr als Präsident des FC Bayern hinter sich: Männer wie Frauen feierten die Meisterschaft, aktuell stehen wieder beide Teams ganz oben. Er hielt sich, gemäß seines Naturells, im Hintergrund. 2016 aber wird der 63-Jährige mehr in den Fokus rücken. Es stehen Neuwahlen an – und die große Frage ist, ob Uli Hoeneß zurückkehrt.

Verfolgen Sie die Pressekonferenz von Pep Guardiola in unserem Live-Ticker.

Herr Hopfner, im letzten Jahr an Weihnachten wollten Sie sich kein „Präsidenten-Platzerl“ gönnen. Wie sieht es heuer aus?

Wenn ich mein Gewicht anschaue, ist es besser, wenn es keine Plätzchen gibt (lacht). Aber ich denke, ich werde mir trotzdem eines gönnen. Oder vielleicht sogar zwei. Heuer möchte ich großzügig sein.

Weil das Jahr 2015 bei Bayern so schön war?

Weil es gut war, sehr gut. Mit der Meisterschaft der Herren, der Meisterschaft der Frauen-Mannschaft, und trotz des unglücklichen Ausscheidens im Pokal und des großen Verletzungspechs, das wir gehabt haben, und des Ausscheidens in der Champions League. Man muss mit diesem Jahr absolut zufrieden sein.

„Sehr gut“ würde Schulnote 1 bedeuten.

So ist es. Aber dann machen wir es so: Note 1,5. Damit es noch eine Steigerung gibt.

Wo ist 2016 denn noch Luft nach oben?

Es wäre schön, wenn wir im Pokal über das Halbfinale ins Finale nach Berlin kommen. Wir kennen ja jetzt die Auslosung. In Bochum zu spielen, ist nicht leicht, aber natürlich hoffen wir auf die nächste Runde. In der Champions League muss man mal abwarten, da haben wir ja jetzt einen ganz harten Brocken gekriegt. Ich hoffe, wir überstehen Juventus Turin. Das Wichtigste wird sein, dass die verletzten Spieler alle zur Verfügung stehen. Und dann wird das sicher machbar.

Die Verletzten sind aber sicher eine Sorge, die man mit ins kommende Jahr nimmt. Sind Wintertransfers ausgeschlossen?

Im Moment sind es leider zu viele Verletzte, nun ist auch noch Franck Ribery dazugekommen. Trotzdem glaube ich nicht, dass es einen Transfer im Winter geben wird. Wir wissen: Die Spieler kommen zurück. Die haben ja alle keine Verletzungen, die drei, vier Monate dauern. Es ist nichts geplant. Ich gehe davon aus, dass wir mit diesem Kader in die Rückrunde gehen.

Edmund Stoiber hat diese Woche gesagt, Karl-Heinz Rummenigge könne jedes andere deutsche Unternehmen auch sehr gut führen. Sie auch?

Ich bin 63 – da geht in manchen Betrieben die Altersruhe an (lacht). Aber Karl-Heinz Rummenigge traue ich das zu. Obwohl ich natürlich hoffe, dass er bei uns bleibt. Das habe ich ihm schon oft gesagt.

Hopfner: Wir hoffen jetzt alle, dass Uli Hoeneß die Halbstrafe bekommt

Und wie lauten denn Ihre Pläne für 2016?

Ich gehe ins neue Jahr wie ins alte. Wir hoffen jetzt alle, dass Uli Hoeneß die Halbstrafe bekommt, und der Rest zur Bewährung ausgesetzt wird. Und dann werden wir unter vier Augen darüber reden, was er sich vorstellt. Dann werden wir weitersehen. Klar ist aber: Eine zweigleisige Kandidatur oder gar eine Kampfabstimmung wird es nicht geben.

In diesem Gespräch geht es nur um seine Vorstellungen, nicht um Ihre?

So ist es. Es geht bei diesem Thema nicht um mich. Ich stelle mich da zurück. Das habe ich immer schon so gesagt.

Wie ist denn Ihr Gefühl, wenn Sie ihn täglich arbeiten sehen?

Man darf nicht vergessen, dass er keine leichte Zeit hinter sich hat. Ich weiß nicht, was er mir sagen wird. Ob er wieder kandidieren will, ob er sagt, ich will vielleicht auch mal ganz was anderes machen. Das ist alles spekulativ. Zuerst muss er den einen Schritt machen können, und dann sieht man weiter.

Karl-Heinz Rummenigge sagt, die Gesichtszüge von Uli Hoeneß gefallen ihm deutlich besser.

Mir auch. Er hat sicherlich gewichtstechnisch aufgeholt, also das ein oder andere Platzerl gegessen (lacht). Und er ist auch deutlich besser drauf, das ist keine Frage.

Hätten Sie gerne bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Gewissheit?

Nein. Das kann kurzfristig, langfristig oder mittelfristig passieren. Das spielt überhaupt keine Rolle. Da gibt es keine Deadline, bei der ich sage, ich muss es bis zum Tag X wissen. Die Hauptversammlung muss bis zum 31. Dezember im nächsten Jahr durchgeführt sein. Da hat man also lange Zeit.

Nehmen Sie ganz Abschied, sollte Uli Hoeneß wieder Präsident werden?

Ich bin nicht derjenige, der wissen muss, was Ende des Jahres passiert. Ich sehe das alles total entspannt. Und ich sage mir selber: Abwarten!

Die Personalie des Jahres 2015 war Pep Guardiola. Was entgegnen Sie Leuten, die sagen, ohne Pep Guardiola bricht der Verein zusammen?

Da hat es in der Vergangenheit genug Beispiele gegeben, die das Gegenteil beweisen. Es sind auch schon andere Leute gegangen. Der Verein ist der Verein, eine Person ist nicht der Verein.

Wie gefährlich wäre es, die Saison mit einer sogenannten „Lame Duck“ zu Ende zu führen?

Wenn es so eintreten sollte, dann gibt es auch genug Beispiele – nehmen wir mal Jupp Heynckes: Es war bekannt dass er aufhört, trotzdem hat er das Triple gewonnen. Erfolgen stünde eine derartige Entscheidung nicht im Weg. Selbst, wenn es eintreten würde, eine „Lame Duck“-Geschichte gibt es nicht. Die Spieler, der Verein und auch der Trainer – selbst wenn er gehen sollte – möchten immer Erfolg haben.

Die Trainer-Personalie schwebt seit Saisonbeginn im Raum, es hat sich lange gezogen. Hätte man diese Unruhe gerne vermieden?

Ich sehe die Unruhe nicht. Die wird von außen hereingetragen. Fakt ist auch, dass Karl-Heinz Rummenigge mit mir als Aufsichtsratvorsitzenden darüber gesprochen hat, und immer vereinbart war, dass bis Ende des Jahres gesprochen wird und dann eine Entscheidung fällt. Dass es da nicht nur ein Gespräch gibt sondern mehrere, ist klar. Ich war da von vornherein total entspannt und nicht unruhig.

Na dann: Was sind Ihre Weihnachtswünsche?

Dass alle Angehörigen gesund bleiben, dass ich selber gesund bleibe – und ich glaube, das Wort Gesundheit kann man uns auch wünschen. Dass die Spieler in der entscheidenden Phase im Frühjahr gesund zur Verfügung stehen und wir dort erreichen können, was wir erreichen möchten. Außerdem ist die vierte deutsche Meisterschaft ein großer Wunsch.

Interview: Hanna Schmalenbach und Andreas Werner

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