tz-Interview mit dem Bayern-Star

Müller: "Die Niederlage passt nicht wirklich rein"

+
Duell der deutschen Nationalspieler: Bayerns Thomas Müller (l.) gegen Arsenals Mesut Özil.

München - Alt wird Thomas Müller nicht auf dem Mitternachtsbankett des FCB in der englischen Hauptstadt. Die Niederlage wurmt ihn. Für die tz nimmt er sich vor dem Schlafengehen dennoch eine Minute Zeit. Das Interview:

Alt wird Thomas Müller nicht auf dem Mitternachtsbankett des FCB in der englischen Hauptstadt. Eine Kleinigkeit essen, ein paar Autogramme schreiben, dann verlässt der Bayern-Star schon den Ballroom im noblen Landmark-Hotel in London. Die Niederlage wurmt ihn. Für die tz nimmt er sich vor dem Schlafengehen dennoch eine Minute Zeit. Das Interview:

Herr Müller, mit einem Sieg in London wäre das Tor zum Achtelfinale sperrangelweit offengestanden. Wie sehr nagt die Niederlage im Emirates an Ihnen?

Müller: Ärgerlich ist es natürlich, aber Fußball ist nun mal kein Rechenspiel. Du kannst nicht einfach hergehen und sagen: So, jetzt gewinne ich hier mal locker gegen Arsenal. Das funktioniert nicht, die sind ja auch eine Spitzenmannschaft! Punktemäßig hatten wir uns sicherlich etwas anderes erhofft, spielerisch war es aber okay. Wir haben in einer Phase ein Tor kassiert, in der wir eigentlich gut gespielt haben. Dass es im Endeffekt das entscheidende Tor war – so ist nun mal der Fußball. Aber wir müssen weitermachen und im Rückspiel ein besseres Ergebnis erzielen.

Fünf Mal Note 4: Bilder und Einzelkritik der Bayern

Unmittelbar nach dem Spiel meinten Sie, es fühle „sich komisch an, weil wir länger nicht mehr verloren hatten“. Erdet so eine Niederlage vielleicht auch ein klein wenig?

Müller: Eine Niederlage ist nie gut. Und wir haben auch nicht die Charaktere, um hier zum Höhenflug anzusetzen. Wir machen weiter unseren Job. Uns hätte es besser gefallen, wenn wir gewonnen hätten.

Abgesehen von dieser Niederlage könnte es so weit ja auch nicht viel besser laufen für den FCB…

Müller: Natürlich spielen wir sehr gut und es gibt wenig zu kritisieren. Wir agieren sehr seriös auf dem Platz, haben viel Qualität, spielen schön und auch effizient, wenn es darauf ankommt. Wir haben auch bereits gegen gute Mannschaften in Deutschland gewonnen, nicht nur gegen kleine. Da passt die Niederlage jetzt nicht wirklich rein, aber man muss einfach sportlich damit umgehen.

Das heißt?

Müller: Dass ich jetzt ins Bett gehen werde und mich frage: Was hätte ich besser machen können? Ich gehe sicher jetzt nicht mit einem Lachen ins Bett! Aber wir sind Profis genug und wissen, dass immer das nächste Spiel dasjenige ist, das zählt. Hätten wir hier gewonnen, wäre der Fokus jetzt auf die Partie am Samstag gegen Köln. So muss es auch bei einer Niederlage sein, da dürfen wir keinen Unterschied machen.

Pressestimmen: "Und sie sind doch schlagbar"

Ist die Konteranfälligkeit die Achillesferse dieser Mannschaft?

Müller: Eine dominante und offensive Mannschaft muss immer auf Konter gefasst sein. In der Regel kon­trollieren wir sie ganz gut, aber Arsenal hat diesmal auch drei Stürmer vorne stehenlassen. In den zehn Minuten vor der Halbzeit haben wir selbst zwei, drei Situationen für Arsenal kreiert, als wir den Ball in blöden Situationen hergegeben haben. Dafür haben sie natürlich super Konterspieler, die uns auch vor Probleme gestellt haben. Nach der Halbzeit haben wir das aber gut korrigiert.

Früher der BVB, dann Real Madrid und jetzt Arsenal – es fällt schon auf, dass vor allem konterstarke Mannschaften die Bayern vor Probleme stellen.

Müller: Weil jede Mannschaft im Kontern stark ist, da hat man einfach Platz. Bei uns ist es auffällig, weil der Gegner sonst zu keinen Chancen kommt und wir selten hinten hineingedrängt werden. Durch unsere spielerische Dominanz und Klasse ist es einfach so, dass der Gegner nur durch Konter oder Standards richtig gefährlich werden kann.

Kann man das kontrollieren?

Müller: Was kannst du im Fußball schon zu hundert Prozent kontrollieren?

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Exklusiv: Geheim-Hochzeit! Neuer im Glück
Exklusiv: Geheim-Hochzeit! Neuer im Glück
Alonso im Abschiedsinterview: „Innerlich gab es Tränen“
Alonso im Abschiedsinterview: „Innerlich gab es Tränen“
Lahm zum Abschied in die Hall of Fame des FC Bayern aufgenommen
Lahm zum Abschied in die Hall of Fame des FC Bayern aufgenommen
Transfer: Ancelotti bringt diesen 100-Millionen-Stürmer ins Gespräch
Transfer: Ancelotti bringt diesen 100-Millionen-Stürmer ins Gespräch

Kommentare