Polizei über den FCB verärgert

Irrititationen um Stadionverbote bei Bayern

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Zwischen dem FC Bayern und der Münchner Polizei scheint es Missverständnisse zu geben.

München - Irritationen zwischen dem FC Bayern und der Münchner Polizei. Es geht um das Aussetzen einiger Stadionverbote zur Bewährung durch den FCB, über die die Polizei nicht informiert gewesen sein soll. Das behauptet zumindest die Polizei.

In der Diplomatensprache spricht man in solchen Fällen gern vorsichtig von einer „Belastungsprobe“. In der Fußballsprache hingegen ist das wohl ein handfester Krach: Der viel beschworene Schulterschluss zwischen der Münchner Polizei und dem FC Bayern in puncto Fan-Randale ist schwer angeschlagen. Sehr zur Verärgerung der Polizei hat die FCB-Führung die zeitlich begrenzten Stadionverbote gegen insgesamt 56 Hooligans ausgesetzt. Das berichtete am Mittwoch der Bayerische Rundfunk.

Auslöser waren neben anderen Randale-Spielen vor allem die massiven Ausschreitungen beim Derby zwischen den Bayern und dem Club aus Nürnberg am 13. April 2013 - der bis dato schlimmste Gewaltausbruch im Münchner Fußball. Gemeinsam einigten sich Polizei, Stadtverwaltung und der FC Bayern damals auf 33 Stadionverbote. Gegen Dutzende Hooligans laufen noch Strafverfahren - unter anderem wegen Steinwürfen, bei denen Polizisten verletzt wurden.

Am 11. August wurde der Polizei ohne weitere Erklärungen die Namensliste der „Begnadigten“ zugestellt, heißt es. Das allerdings dementierte Bayern Münchens Mediendirektor Markus Hörwick gegenüber unserer Onlineredaktion: "Es stimmt nicht, dass es keine Gespräche mit der Polizei gab. Vor zwei Wochen haben wir ein Gespräch mit dem für die Allianz Arena verantwortlichen Polizisten geführt und ihm das mitgeteilt. Ich hätte Verständnis für die Reaktion der Polizei, wenn wir sie nicht informiert hätten. Aber wir haben sie informiert."

Hörwick störte sich auch an der Formulierung in dem BR-Artikel, wonach die Stadionverbote aufgehoben worden sein sollen. "Wenn die Fakten aus dem BR-Artikel stimmen würden, hätte ich auch hier Verständnis für die Polizei. Problem: Die grundsätzlichen Fakten stimmen nicht. Es wurde kein einziges Stadionverbot aufgehoben! Die Stadionverbote sind zur Bewährung ausgesetzt worden. Das entspricht den Statuten des DFB, die besagen, dass Stadionverbote nach eineinhalb Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden dürfen."

Trotzdem: In der Theorie ist es nun so, dass 56 in der Vergangenheit gewaltbereite Fans in der Allianz Arena wieder Krawall machen dürfen. Hörwick dazu: "Ich kann Ihnen versprechen, dass diese Fans die friedlichsten und ordentlichsten Fans sein werden! Sie haben jetzt eineinhalb Jahre Stadionverbot gehabt... Wenn die jetzt ein Eis klauen, oder eine Wurst, dann sind die sofort wieder raus."

Polizei-Sprecher Thomas Baumann fand trotzdem deutliche Worte: „Aus unserer Sicht ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar. Es ist ein falsches Signal an die Fußball-Randalierer. Auch für die Einsatzkräfte, die jeden Tag an der Front stehen und nun wieder auf diese Personen treffen, ist diese Entscheidung kaum zu vermitteln.“ Der Wunsch des Polizeipräsidiums wäre es gewesen, „dass der FC Bayern wie in der Vergangenheit im Vorfeld die Situation mit uns besprochen hätte. Wir gehen davon aus, dass der FC Bayern die vom DFB festgelegten Verfahren auch wieder praktizieren wird.“

Hörwick wiederum betonte: "Einige Bayern-Fans sind gewiss keine Unschuldslämmer. Aber wir haben kein Hooligan-Problem. Wir haben das sicherste Stadion der Bundesliga. Wir lassen kein Blatt zwischen FCB und Polizei."

Demnach scheint es sich hierbei um ein Missverständnis oder mangelnde Kommunikation zu halten.

Übrigens: Auch beim TSV 1860 beantragte die Polizei seit Jahresanfang 28 Stadionverbote gegen gewalttätige Fans. Erlassen wurden lediglich fünf …

Randale beim Derby: Bilder vom Einsatz

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Dorita Plange/Gregory Straub

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Kommentare

MaxAntwort
(2)(0)

Schläger und jene die Bengalos zünden sind keine Fans sondern Verbrecher. Und solche sind nichts wert.

SaiberAntwort
(0)(0)

Tja Deutsch mit all seinen Tuecken und Spielchen ist halt ne schwere Sprache.

oida rodaAntwort
(0)(0)

i war ned dabei bei den angeblichen randalen.meine sicht als langjähriger südkurvengänger oly und ein jahr arena, worauf i de jahreskarten nimma verlängert hob, ist eine andere. ich würde lieber solchen fans de karte wegnehemn und nimma zu spielen lassen de halb einschalfen und nur im stadion sund um unterhalten zu werden. de was jetzt begnadigt worden san fahren auswärts immer und machen stimmung. in meinen augen mehr wert wia andere
meine sicht