Merkur-Interview

Iturraspe, Castro, Benatia: Das sagt Rummenigge

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Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge

München - Bayern-Boss Rummenigge spricht im Interview mit dem Münchner Merkur über die vielen verletzten Spieler zum Saison-Auftakt und Transfergerüchte.

Herr Rummenigge, Pep Guardiola hat gesagt, der Vorstand hätte „mehr Angst“ vor dem Saisonstart als er selbst. Sagen Sie doch mal bitte: Wovor konkret haben Sie denn so Angst?

(schmunzelt) Ich weiß nicht, ob Pep Angst hat – ich zumindest habe keine. Vielleicht hat er von mir nicht das richtige Signal aufgenommen. Ich bin nicht hektisch und nicht nervös. Klar haben wir Ausfälle, aber ich habe diese Woche nochmal eingehend mit unserem Vereinsarzt Dr. Müller-Wohlfahrt gesprochen. Und so schlimm ist das alles gar nicht: Rafinha kommt nächste Woche wieder, Thiago kehrt vielleicht auch schon in vier Wochen zurück. Die Verletztenliste wird in nächster Zeit ein Stück abgearbeitet. Dann entspannen sich die Dinge und geben dem Trainer mehr Möglichkeiten.

Als Sie 1974 Ihr erstes Bundesliga-Spiel gemacht haben, setzte es ein 0:6 in Offenbach. Fünf Weltmeister standen auf dem Platz – eine vergleichbare Lage?

Nein. Ich weiß es noch genau: Ich war vor dem Spiel sehr stolz, dass ich überhaupt auf den Platz durfte mit all diesen Koryphäen. Nach dem Spiel standen wir dann etwas bedeppert da (lacht). Das war eine große Pleite. Die Situation ist aber nicht vergleichbar: Die Vorbereitung damals war keine Vorbereitung. Wir haben nie trainiert, nur gespielt. Damals wollte man die Gunst der Stunde nutzen und hat jeden Tag Freundschaftsspiele absolviert. Und dann kam der Ligastart, nach zehn Tagen. Offenbach war sehr motiviert und lauffreudig. Bei uns war das eher nicht der Fall.

Auch in jüngster Zeit lief es nach großen Turnieren nicht: 2007 Vierter, 2011 Dritter, in beiden Saisons mussten die Trainer gehen. Pep Guardiola sagte neulich zu Ihnen: „Ich weiß, was ich tun muss und wie wir das hinkriegen.“ Was ist sein Patentrezept?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das im Detail gar nicht abgefragt habe. Wir haben über die Saison gesprochen, darüber, ob wir noch etwas machen, ob er Probleme sieht. Pep hat mir einen sehr entspannten Eindruck gemacht. Er hat es ja 2010 schon mal erlebt, sieben Spieler vom FC Barcelona waren damals Weltmeister – und er hat in dieser Saison mit ihnen die Meisterschaft plus die Champions League gewonnen. Ich habe totales Vertrauen zu ihm. Dieser Mann ist ein Geschenk für den FC Bayern. Deshalb bin ich so ruhig.

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Musste er nun überredet werden, über Transfers nachzudenken, als sich Javi Martinez in der letzten Woche das Kreuzband riss?

Nein. Wir haben uns nach dem Supercup hingesetzt und gefragt: Soll man was machen? Muss man was machen? Und wir waren alle einer Meinung: Wenn Qualität auf dem Markt ist und der Spieler preislich akzeptabel, können wir uns das vorstellen. Aber wir müssen nicht unbedingt. Ich muss lächeln, wenn die Leute jetzt sagen, der Kader ist zu klein. Vor einem Jahr hat man uns ja kritisiert, der Kader sei zu groß. Jeder hat gesagt, dass es Probleme geben wird, weil Nationalspieler unzufrieden auf der Bank sitzen. Und was war? Es gab keine Probleme. Ich bin überzeugt, dass es auch in diesem Jahr keine gibt. Natürlich sollten sich jetzt nicht noch mehr Spieler verletzen.

Braucht man einen weiteren Verteidiger um jeden Preis?

Wir können es uns vorstellen, wenn Qualität und Preis stimmen. Wenn nicht, dann eben nicht. Der Trainer macht keinen Druck, er weiß, wir haben eine gute Mannschaft. Und irgendwann sind ja dann auch alle wieder da. Auch Bastian Schweinsteiger wird nicht Monate, sondern nur ein paar Wochen ausfallen. Und dann kommt wieder die Frage: Hat der FC Bayern zu viele Spieler? Wir werden rational bleiben – und lassen uns nicht treiben.

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Das Zeitfenster ist nun sehr klein. Steigen die Preise für Ihre Wunschspieler ins Astronomische?

Das ist nicht das Problem. Es mag immer Mondpreise geben, aber die haben wir hier beim FC Bayern noch nie bezahlt. Und es soll ja auch noch Klubs geben, die noch Geld brauchen (lächelt).

Artur Iturraspe von Athletic Bilbao und Gonzalo Castro von Leverkusen wurden in dieser Woche als mögliche Neuzugänge im Mittelfeld ins Gespräch gebracht. Besteht Interesse?

Ich bin für jedes Gerücht dankbar. Es hilft uns immer, auch möglichen Verkäufern zu zeigen, dass es offenbar Alternativen sind. Aber ich werde kein Gerücht kommentieren. Das werde ich gnadenlos durchhalten bis zum 2. September, bis der Transfermarkt schließt.

Nicht mal beim Namen Mehdi Benatia machen Sie eine Ausnahme? Die Gespräche mit ihm scheinen weit fortgeschritten.

Nein. So viel wie unser technischer Direktor Michael Reschke angeblich derzeit laut diverser Medien durch Europa fliegt, da muss ich immer schmunzeln. Er kann doch auch nicht dreimal am Tag an jedem Ort sein.

Gesucht wird ein Spieler für die Abwehr, der in einer Vierer-, aber auch einer Dreierkette spielen kann – die neue Idee Guardiolas. Ist das die Zukunft der Verteidigung?

Wer denkt, unser Trainer hat explizit nur eine Taktik, der macht da einen Riesenfehler. Guardiola geht die Dinge sehr variabel an – und will je nach Gegner und eigener Mannschaft die Taktik ausrichten. Die Dreierkette ist eine Variante, die bei ihm gespielt werden kann, dazu hat er immer die Viererabwehrkette in petto. Er überrascht damit den Gegner – das ist in seinem Interesse und in seinem Sinn.

Den letzten Teil des großen Interviews mit Bayern-Boss Rummenigge lesen Sie am Freitag auf merkur-online.de. Es geht unter anderem um die Zukunft von Pep Guardiola und Matthias Sammer.

Andreas Werner

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