0:2, Ausgleich, Verlängerung, Sieg!

Magnifico! Arrivederci Juve, fantastico Bayern!

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So jubelten die Bayern nach dem Spiel.

München - Was für ein Comeback! Bayern München hat nach einer irren Aufholjagd das Viertelfinale der Champions League erreicht und den Traum vom Triple mit Ach und Krach am Leben erhalten.

Viel Arbeit, viel Ertrag! Bayern München steht nach einem aufregenden Abend, einem zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand und viel Zittern und Zaudern im Viertelfinale der Champions League. Thomas Müller rettete den FCB gegen Juventus Turin mit seinem Kopfballtreffer (91.) zum 2:2 in die Verlängerung. Dort sorgten Pep Guardiolas Lieblingsschüler Thiago Alcantara (108.), den er kurz zuvor eingewechselt hatte, und Kingsley Coman (110.) für die Entscheidung. Arrivederci Juve, fantastico Bayern! 

Nach dem 4:2(0:2)-Sieg nach Verlängerung sind sie eine Runde weiter! „Wir sind alle erleichtert, das sind Herzfrequenzspiele. Das sind Spiele, die eine Mannschaft zusammenschweißen können“, sagte Karl-Heinz Rummenigge. Pep dürfte durchgeatmet haben, schließlich ist er in München angetreten, um „mindestens einmal die Champions League zu gewinnen“, wie Ex-Präsident Uli Hoeneß (siehe dazu S. 31) kürzlich preisgab.

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Den Startschuss in eine spannende Partie gaben David Alaba und Manuel Neuer in der sechsten Minute. Juve-Mittelfeldmann Sami Khedira schlenzte den Ball in die Spitze, Neuer und Alaba behinderten sich gegenseitig im Zweikampf mit Stephan Lichtensteiner, Paul Pogba schob den Abpraller aus Sechzehnmeter ins leere Tor. Während Bayern in der Folgezeit weiter chancenlos blieb, patzte Alaba erneut – diesmal am gegnerischen Sechzehnmeterraum. Alvaro Morata schnappte sich den Ball, narrte bei seinem lucioesken 70-Meter-Sprint Alaba, Joshua Kimmich und Medhi Benatia, passte auf Juan Cuadrado und sah zu, wie der Kolumbianer Philipp Lahm vernaschte und zum 2:0 einschob.

„Was die Bayern in der Abwehr gemacht haben, sah fast stümperhaft aus, da braucht man sich nicht wundern, wenn es zur Halbzeit 0:2 steht“, schimpfte ZDF-Experte Oliver Kahn. Etwas milder beschrieb Tribünengast Joachim Löw die Szenen: „Manuel und David waren zu nah aufeinander und sind zusammengeprallt, beim zweiten Tor hätten die Bayern ein taktisches Foul ziehen müssen“, sagte der Bundestrainer am Sky-Mikrofon und ergänzte: „Juve hat ganz anders agiert als im Hinspiel, das kam für alle überraschend.“

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker

Die einzige eigene nennenswerte Torchance in den ersten 45 Minuten vergab Robert Lewandowski, er scheiterte aus sieben Meter an Altmeister Gianluigi Buffon (42.).

Die zweite Hälfte begann mit einer für Cuadrado bedrohlichen Vidal-Grätsche, nach drei kurzaufeinanderfolgenden Morata-Chancen war das bayerische Mia-san-mia-Selbstvertrauen aber vorerst gebremst. Juan Bernat kam für Benatia, Kingsley Coman für Xabi Alonso. Bayern hatte den Ball, Bayern war ständig in Juves Spielhälfte und Bayern kombinierte sich immer näher ans gegnerische Tor heran. Die Folge: Robert Lewandowskis Kopfball-Anschlusstreffer nach einer präzisen, wie scharfen, Douglas-Costa-Flanke in der 73. Minute.

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Und genau der läutete eine grandiose Aufholjagd – analog zum Hinspiel – ein, die Thomas Müller mit seinem Kopfballtreffer in der 91. Minute zum 2:2 abschloss. Letztmals scheiterten die Bayern im Achtelfinale 2011 gegen Inter Mailand (1:0, 2:3), am Mittwoch konnte die Guardiola-Truppe dieses Schicksal verhindern. Nach zweimaligen Halbfinal-Aus (2014, 2015) steht der 45-Jährige mit seiner Mannschaft jetzt zumindest schon wieder unter den besten Acht.

sw, lop, mm

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