Er ist großer Götze-Fan

Kranker Bub aus Kalifornien bekommt FCB-Wunsch erfüllt

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In einem Bayern-Trikot posiert William Stuhlreyer in seinem Kinderzimmer im kalifornischen Alameda.

München - Für den 15-jährigen William gibt es nichts Größeres als den FC Bayern München. Der schwer kranke Kalifornier hat einen Wunsch frei: Den erfüllt er sich jetzt bei einem Bundesligaspiel in München.

William Stuhlreyer spricht eigentlich kein Deutsch, doch die Namen der Fußballspieler vom FC Bayern München spult er schnell runter: Schweinsteiger, Lewandowski, Müller, Götze... Der 15-jährige Kalifornier beteuert, er sei einer der größten Fans. Stolz zeigt der Junge in seinem Elternhaus in Alameda, in der Nähe von San Francisco, auf die Vereins-Flagge an der Zimmerwand. Er trägt eine Mütze mit dem Logo des Teams und ein Trikot mit der Nummer 19. „Das ist Götze“, erklärt William. Jetzt erfüllt sich sein größter Wunsch.

An diesem Samstag (11.4.) kann der schwer kranke Junge beim Bundesligaspiel seines Lieblingsteams in München dabei sein. Dann empfängt der FC Bayern die Frankfurter Eintracht.

„Ich werde sie auf Englisch und ein bisschen auf Deutsch wie verrückt anfeuern“, sagt William. Schon im November habe er sich aus Freude heiser geschrien, als die Make-A-Wish-Stiftung seiner Familie die gute Nachricht überbracht habe. Die Organisation erfüllt die Wünsche kranker Kinder. Auf deren Kosten sind William, seine 17-jährige Schwester Ellie und die Eltern Kim und Tom an Ostern nach Bayern geflogen.

William hat das Barth-Syndrom, eine seltene genetische Störung, die nur Jungen und Männer betrifft. Weltweit sind nur rund 200 Patienten diagnostiziert. Sie leiden an Herzmuskelschwäche, ihr Immunsystem ist geschwächt, das Wachstum gestört. „Viele Leute halten mich für höchstens 10, weil ich so klein bin“, sagt der Junge. Er wird schnell müde und muss Herzmedikamente einnehmen. In einer Fußballmannschaft mitspielen ist tabu, nur ab und zu kickt er im Garten einen Ball. „Das ändert gar nichts an meiner großen Liebe zum Sport“, sagt William über seine lebensbedrohliche Krankheit.

Die Eltern merkten schnell, dass etwas mit ihrem Baby nicht stimmte. Als er neun Monate alt war, fanden Ärzte an der Uni-Klinik in Yale die Ursache. „Er musste die ersten Jahre künstlich ernährt werden, erst viel später lernte er laufen“, erzählt Williams Mutter. Kim Stuhlreyer ist Lehrerin, ihr Mann Tom arbeitet bei der Küstenwache. Wachstumsschübe bei Kleinkindern und Teenagern mit der Krankheit sind gefährlich, viele brauchen Herztransplantationen. „William geht es zurzeit recht gut und wir sind alle unglaublich froh, dass sein Soccer-Wunsch in Erfüllung geht“, sagt die Mutter.

William wird kein bisschen müde, von seiner FC-Bayern-Begeisterung zu erzählen. Es fing vor fünf Jahren mit einem Reisemitbringsel seiner Eltern an. Ein Trikot weckte sein Interesse für den deutschen Verein. „Ich mag ihren Stil und ihre Ballführung“, betont Junge. Am Computer verfolgt er inzwischen fast alle Spiele mit.

In München gab es eine Woche lang Verwöhnprogramm für die ganze Familie zum Nulltarif, Ausflüge und Souvenirs inbegriffen. So war die Familie zum Beispiel bei bestem Wetter am Schloss Nymphenburg.

Die weltweite „Wünsch Dir Was“-Stiftung - so die Übersetzung - hat seit 1980 mehr als 300 000 Wünsche kranker Kinder erfüllt. Die Anwärter müssen nur wenige Kriterien erfüllen. Sie sind zwischen zweieinhalb und 17 Jahre alt und lebensgefährlich erkrankt. Millionenspenden für einen guten Zweck sind in den USA gang und gäbe. Einer 2014 veröffentlichten Statistik zufolge machten die Amerikaner im Jahr zuvor mehr als 335 Milliarden Dollar für wohltätige Zwecke locker.

„Toll“ findet William das Wish-Programm. „Andere Kinder, die schwer krank sind, wollen zum Beispiel Brad Pitt treffen“, sagt er. Seine Idole dagegen heißen Schweinsteiger oder Müller... „Ich mag sie einfach alle. Ich kann mich unmöglich für einen entscheiden.“ Es sei sein größter Wunsch, das Team in München persönlich zu treffen.

Die Sitzplätze im Stadion sind für William und seine Familie gesichert. Viel mehr hat die Stiftung noch nicht verraten. Nur so viel: Auf den 15-Jährigen warte eine Überraschung.

dpa

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