Bayern bekam Wunschspieler nicht

De Bruyne und ManCity: Hatte Pep die Finger im Spiel?

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Kevin de Bruyne wechselte vor der Saison für 74 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zu Manchester City.

München - Nun, da Pep Guardiolas Wechsel zu Manchester City feststeht, tauchen kritische Fragen zu Kevin de Bruynes Wechsel nach England auf. Schließlich wollte auch der FC Bayern den Belgier verpflichten. Hatte Pep Guardiola etwas mit dem Transfer zu tun?

"CoCo" ist beim FC Bayern längst zum geflügelten Wort geworden. Die beiden Flügelflitzer Douglas Costa und und Kingsley Coman haben sich nach ihrer Verpflichtung im vergangenen Sommer schnell in die Herzen der Fans gespielt und gelten mittelfristig als adäquater Ersatz für das in die Jahre gekommene Duo "Robbery". Dabei wird sowohl Arjen Robben als auch Franck Ribéry durchaus noch das eine oder andere brillante Jahr zugetraut - nur möglicherweise nicht mit der Konstanz der Vergangenheit. Die Bayern-Bosse jedenfalls haben mit der Besetzung der Nachfolge des Zauberduos ihre Hausaufgaben gemacht: Costa und Coman gelten als clevere - und vor allem verhältnismäßig günstige - Investition in die Zukunft. Für beide bezahlten die Münchner im vergangenen Sommer 37 Millionen Euro (30 Millionen für die Verpflichtung Costas, sieben Millionen für die zweijährige Ausleihe von Coman - bei einem Kauf würden noch einmal 21 Millionen Euro fällig). Maximal könnte die Flügelzange der Zukunft die Bayern also 58 Millionen Euro kosten. Im Vergleich: Allein für Kevin de Bruyne, der eigentlich der Wunschkandidat für die linke Offensivseite gewesen ist, wäre der FCB bereit gewesen, 50 Millionen Euro an de Bruynes damaligen Verein VfL Wolfsburg zu bezahlen. Das bestätigte jetzt Patrik de Koster, der Berater des 24-Jährigen, dem belgischen Fußball-Magazin "Sport/Foot Magazie". 

Die Bayern waren damals schnell aus dem Rennen, denn der stinkreiche Scheich-Klub Manchester City legte einfach mal 24 Millionen Euro drauf und sicherte sich so für insgesamt 74 Millionen Euro die Dienste des Nationalspielers. Angesichts der Lage auf dem internationalen Markt und der Ausnahmesituation in der von TV-Geldern überschwemmten Premier League ein normaler Vorgang. 

Erhielt Kevin de Bruyne einen Tipp?

Nun aber, da der Wechsel von Trainer Pep Guardiola zu den Citizens im kommenden Sommer bekannt wurde, wird der Transfer von de Bruyne nach Manchester von manchem Guardiola-Kritiker hinterfragt. Und tatsächlich könnte man an mehreren Punkten nachhaken: 

1. Wusste Pep seinerzeit schon, dass er ab 2016 Manchester City trainieren würde? 

2. Machte er dann seinen zukünftigen Bossen Druck, Wunschspieler de Bruyne unbedingt zu verpflichten? Hatte Pep bei de Bruynes Wechsel also seine Finger im Spiel? 

3. Erhielt de Bruyne vielleicht einen Tipp, dass er sich besser für City als für die Bayern entscheiden sollte, wenn er längerfristig mit seinem Lieblingstrainer Guardiola zusammenarbeiten wollte?

Zumindest die letzte Frage lässt sich wohl verneinen. Wie Berater de Koster verriet, waren sich de Bruyne und die Bayern bereits nach dem zweiten Treffen über die Vertragsmodalitäten einig. Der Spieler wäre gerne nach München gewechselt, zumal er durch seine Erfahrungen bei Werder Bremen und in Wolfsburg Gefallen an der Bundesliga gefunden hatte. Doch dazu kam es nicht: "Der Wechsel nach München ist an der Ablösesumme gescheitert. Soweit ich weiß, wollten die Bayern maximal 50 Millionen Euro bezahlen, aber nicht mehr", sagte de Koster.

Die Fragen 1 und 2 lassen nur Mutmaßungen zu. Fakt ist, dass es nach Angaben von Manchester City bereits seit 2012 Kontakte zwischen den Skyblues und Pep Guardiola gab. Die Engländer wollten den Coach bereits damals verpflichten, dieser wollte aber lieber nach München. Trotzdem sei der Kontakt nie abgerissen, zumal Pep zu Sportdirektor Txiki Beguiristain und Vorstand Ferran Soriano freundschaftliche Bande pflegt. Dass man sich da in halb privaten, halb geschäftlichen Gesprächen auch mal über einen Spieler wie Kevin de Bruyne unterhält, scheint beinahe logisch.

Nur ein Fall für Verschwörungstheoretiker

Ob Pep Guardiola aber tatsächlich den Bayern einen Spieler abspenstig gemacht hat, ist reine Spekulation. Dagegen sprechen vor allem Guardiolas Ehrgeiz, seine Professionalität und seine Loyalität. Immerhin hätte der Katalane ein Jahr lang bei Bayern mit de Bruyne zusammenarbeiten und seine Ziele erreichen können. Zudem betont Guardiola bei nahezu jeder Gelegenheit, wie dankbar er ist, beim deutschen Rekordmeister arbeiten zu dürfen und wie er alles zum Wohle des Vereins tut.

Dass Pep in Gesprächen mit seinen Freunden in Manchester Sätze gesagt haben könnte wie "Jungs, legt mal bei de Bruyne bitte ein paar Millionen drauf, damit er auf jeden Fall nicht zu Bayern wechselt. Ich möchte ihn ab 2016 in meinem Kader haben" passt eher in die Vorstellung von Verschwörungstheoretikern. Und ob deren Spekulationen nun berechtigt sind oder nicht: Beweise wird's ohnehin nicht geben. 

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