Fragwürdiger Artikel nach Saudi-Reise

Satire-Magazin: FCB auf Pegida-Demo gut aufgehoben

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Die Spieler des FC Bayern sind Gegenstand eines fragwürdigen Artikels geworden.

München - Eigentlich hat sich die Aufregung um die Reise des FC Bayern nach Saudi-Arabien mittlerweile gelegt. Doch jetzt hat ein Magazin den viel kritisierten Trip der Münchner mit Satire unterhalb der Gürtellinie auf die Schippe genommen.

Der 24-Stunden-Ausflug des FC Bayern nach Saudi-Arabien nach Beendigung des Trainingslagers in Katar hat in Deutschland hohe Wellen geschlagen. Sogar mancher Politiker äußerte sich kritisch zu der Reise der Bayern in das Land, in dem derzeit der regierungskritische Blogger Raif Badawi im Wochentakt ausgepeitscht wird und das ohnehin für das Missachten von Menschenrechten bekannt ist.

Kritik, die beim Rekordmeister durchaus angenommen wurde. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte im Nachhinein eingeräumt, sich im Vorfeld des Trips idealerweise mehr von den Verletzungen der Menschenrechte distanziert haben zu müssen.

Anlässlich der Eröffnung der Sonderausstellung "Kicker, Kämpfer und Legenden – Juden im deutschen Fußball" in der Erlebniswelt des FC Bayern gab Rummenigge aber auch zu bedenken: "Ich habe gerade irgendwo von Amnesty International gelesen, dass es 112 Länder auf der Welt gibt, in denen gegen Menschenrechte verstoßen wird. Unter anderem bei einem Verbündeten, bei einem, von dem wir glauben, er sei ein Freund: den USA. Ich darf ja nur die Wörter Guantanamo oder Todesstrafe nennen. Die Frage ist dann: Wo darfst du in der Zukunft noch hinreisen, und wo darfst du nicht mehr hin?"

Das Debatten-Magazin "The European" sah sich jetzt dazu bemüßigt, diese Frage für die Bayern zu beantworten. Und zwar durch eine satirische Aufbereitung jener Ziele, die die Münchner nach ihrem Trip nach Riad außerdem noch ansteuern könnten. Nach dem Motto: "Wenn die Bayern schon ein so zweifelhaftes Land wie Saudi-Arabien besuchen, dann bieten sich ja auch noch ein paar andere Schurkenstaaten oder diskussionswürdige Veranstaltungen an, die man als FC Bayern beehren könne."

Das Magazin überschreitet dabei deutlich den guten Geschmack und nennt beispielsweise den Islamischen Staat als guten Gegner für die Bayern. Als Begründung wird nachgeliefert: "Die FIFA braucht neue Mitgliedsländer und schickt den FC Bayern auf diplomatische Mission." Bei diesem Freundschaftsspiel dürften die ungläubigen Spieler des FC Bayern allerdings nicht spielen, dafür aber die bekennenden Muslime Franck Ribéry und Medhi Benatia.

Schäbig!

Auch das Gefangenenlager in Guantanamo sei ein guter Ort für ein Freundschaftsspiel, schreibt das Magazin zynisch. Schließlich handele es sich dabei um "das härteste Trainingscamp aller Zeiten."

Eine Pegida-Demonstration wäre ebenfalls eine gute Gelegenheit für ein Bayern-Spiel, heißt es weiter. Allerdings dürften hier die dunkelhäutigen Spieler der Münchner nicht mitspielen, dafür aber Matthias Sammer. Geschmacklose Begründung: "Er kommt aus Dresden und hat die richtige Frisur".

Das Magazin nennt noch weitere Ziele wie unter anderem die Schweiz, Nordkorea oder einen AfD-Parteitag, wo die Münchner auftreten können. Wirklich witzig ist das aber nicht.

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