Bayern sieht Sieg in "Hoffe" als Zeichen - an sich selbst

"Moral und Geist der Truppe sind richtig super"

+
Zum Zerreißen schön: Spieler, Trainer und ­Sportvorstand ­feiern den Sieg gegen ­Hoffenheim.

München - Beim FC Bayern empfindet man den schwer erkämpften Sieg gegen Hoffenheim vor allem als Zeichen - an sich selbst.

Emotionale Siege sind ja doch die schönsten Siege. Auch beim FC Bayern. Natürlich war zuletzt nach dem 5:0 gegen den HSV zum Saisonauftakt die Freude ebenfalls groß, nach dem Erfolg von Hoffenheim aber strahlten die Roten doch noch etwas mehr, das Grinsen war eindeutig breiter. Pep Guardiola sprang nach dem Treffer von Robert Lewandowski in luftige Höhen, selbst Matthias Sammer katapultierte sich von der Bank wie sonst nur bei kritischen Schiedsrichterentscheidungen.

Doch besonders dieser Sammer wäre nicht der Herr Sammer, wenn er nicht schon wenige Minuten nach dem geglückten Dreier wieder zur nüchternen Analyse übergegangen wäre. Der Sportvorstand erklärte sichtlich erleichtert: „Wir haben nicht ganz optimal angefangen. Trotzdem war ich froh. In der letzten Saison haben wir nach einer richtig negativen Szene – egal ob gegen Barca, Porto oder Dortmund – die nächste gleich in der Regel hinterher gehabt. Das haben wir diesmal besser gemacht!“ Es klang so, als habe der Rekordmeister neben dem Ziel, die drei Punkte einzufahren, einen weiteren Schritt nach vorne gemacht – und alte Fehler eingestellt. Und so war das Spiel gegen Hoffenheim vor allem eines: ein Zeichen an sich selbst!

Vier Mal Note 2! Bilder und Noten zu Hoffenheim vs. FC Bayern

Stand nach dem Kantersieg gegen Hamburg noch die Signalwirkung an den Rest der Liga im Vordergrund, so taugte das Spiel gegen die TSG mit seinem kuriosen Verlauf zum internen Anschauungsunterricht. Thomas Müller sagte: „Das Spiel zeigt natürlich, dass die Moral und der Geist der Truppe schon richtig super sind! Wir ruhen uns nicht auf unseren Talenten aus. Wir machen uns, wenn man das Spiel heute nimmt, das Leben zwar auch nicht unbedingt selbst leicht, sondern eher schwerer. Aber wir sind gut damit umgegangen, sind drangeblieben.“

Im Zentrum aller Analysen stand das unnötige 0:1 nach rekordverdächtigen neun Sekunden und die Gelb-Rote Karte für Boateng. Zwei Rückschläge, die dem FCB nichts anhaben konnten. Vielleicht sprach Pep Guardiola auch deshalb von einem „der besten Bundesligaspiele der letzten drei Jahre“. Und weiter: „Ich bin zufrieden mit dem Sieg, vor allem aber mit der Leistung der Mannschaft.“

Die war an diesem Samstag nicht unbedingt filigran, schon gar nicht perfekt. Ob es wirklich an den „schwierigen Voraussetzungen“ lag, wie Kapitän Lahm meinte? „Halb vier, Wärme auf dem Platz, schwieriger Gegner“, wie er sagte? Das bleibt wohl noch genauer zu analysieren. Fest steht aber, was schon jetzt sehr gut passt, um den vierten Titel in Folge zu holen. Sammer: „Neben der individuellen Qualität brauchst du den Teamspirit. Es wird nur an uns liegen!“ Dieses Zeichen nimmt man zusätzlich zu den drei Punkten mit. Das Zeichen an sich selbst.

Michael Knippenkötter

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Lahm zum Abschied in die Hall of Fame des FC Bayern aufgenommen
Lahm zum Abschied in die Hall of Fame des FC Bayern aufgenommen
Kommentar: Mia san Anastacia!
Kommentar: Mia san Anastacia!
Ran an die Millionen! Uli Hoeneß kündigt neue Strategie für Transfers an
Ran an die Millionen! Uli Hoeneß kündigt neue Strategie für Transfers an
Vidal: Die Bayern-Bosse fragten mich nach Alexis Sanchez
Vidal: Die Bayern-Bosse fragten mich nach Alexis Sanchez

Kommentare