Trotz des Sieges gegen Juve passte so manches nicht

Wow, FC Bayern! Aber wir hätten da noch ein paar Fragen

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Alle Eier noch dran! Die Bayern-Spieler feiern den Sieg gegen Juve.

München - Was für eine Nacht in der Allianz Arena! Der Sieg des FC Bayern Bayern gegen Juve verzückte auch am Tag danach beinahe die ganze Stadt. Doch trotz des Spektakels gibt es einige offene Fragen ...

Update vom 17. März: Am Freitag kommt die Auslosung für das Viertelfinale der Champions League. Wir haben bereits zusammengefasst, wer die möglichen Gegner des FC Bayern sind und wie Sie die Auslosung live im TV und Live-Stream sehen können.

Mia san wow! Was für ein Spiel, was für ein Abend, was für ein Herzkasperl war das am Mittwochabend in Fröttmaning. In der Bundesliga kommt die Spannung ja ab und an zu kurz, Adrenalin-Nächte wie die am Mittwoch sorgen dann aber doch dafür, dass der Fan auf seine Kosten kommt. 0:2 hinten. Gegen Juve. 90 Minuten Zittern. Das 1:2 in der 73. Minute. Der Ausgleich in der 91. Und dann Ekstase pur in der Verlängerung. 

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Da zog’s sogar dem Müller, Thomas die Matte unter den Füßen weg. „Das war natürlich hochemotional“, schnaufte das Original, das die Roten zuvor mit seinem Kopfball vor dem Aus bewahrt hatte. Und Joshua Kimmich, der solche Abende bislang nur aus dem TV kannte? War einigermaßen baff! „Das Spiel war schon Wahnsinn“, grinste er. „Da musste man schon nachdenken, was da abgegangen ist.“ Doch bei aller Euphorie und dem „Glauben, etwas ganz Verrücktes zu schaffen“, wie es ein Matthias Sammer ausdrückte, hinterließ der Nervenkrimi mehr Fragen als Antworten. Warum mussten die Roten nach dem 2:2 aus dem Hinspiel so zittern? Warum saß der bärenstarke Coman erst nur auf der Bank? Und wo war die Moral in Hälfte eins? Bei allem Wow, liebe Bayern, aber wir hätten da trotzdem noch die ein oder andere Frage:

Was lief in Hälfte eins falsch?

Klingt hart, ist aber so: In Hälfte eins wurden die Bayern von Juve in den eigenen vier Wänden vorgeführt. Und wie. Vor Pogbas 1:0 machen Neuer und Alaba einen auf Tippkickfiguren, vor dem 2:0 tanzt Morata die halbe Mannschaft aus. Wille, Leidenschaft, Mut? Fehlanzeige! Wieso? „Juve hat mutiger gespielt, gerade am Anfang. Wir waren da ein bisschen überrascht“, so Kimmich. Lahm suchte den Fehler bei den Roten selbst: „Normal können wir auch gegen so ein Pressing gut agieren, aber unser Plan lief in Halbzeit eins nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben.“

Warum kam der bärenstarke Coman erst in Minute 60? 

Kaum war der Franzose im Spiel, ging die Post ab. Die Krönung: die Flanke des 19-jährigen Juwels in der Nachspielzeit, die Müller zum Ausgleich einnickte und damit den Startschuss zum kollektiven Rausch im Münchner Norden beitrug. Der Punkt: Bereits am Samstag hatte Coman beim 5:0 gegen Bremen eine Sahneleistung abgeliefert und drei der fünf Bayerntore aufgelegt, für einen Startelfeinsatz gegen Juve reichte es – trotz Robbens Ausfall – nicht. Wieso nur? Pep Guardiola ließ lieber Ribéry über die linke Seite und Douglas Costa auf der für den Brasilianer ungewohnten rechten Außenbahn ran. Und Coman? Durfte im warmen Jäckchen auf der Bank Platz nehmen – eine falsche Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. „Er ist ein wichtiger Spieler, ganz egal, ob er von der Bank kommt oder von Anfang an spielt“, so Lahm. „Weil er unglaubliches Tempo und Einsgegeneins hat.“

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Was war mit Benatia los? 

Belassen wir es einmal dabei, dass der Marokkaner in Diensten des FC Bayern am Mittwoch nicht gerade seinen besten Tag erwischt hatte. Der Beleg dafür war unter anderem seine straßenlaternenhafte Haltung bei Moratas Hütchenlauf durch die Münchner Abwehr vor dem 0:2. Die Folge: Guardiola sah sich in der Halbzeit zu einer weitgreifenden Umstrukturierung in der Defensive gezwungen: Benatia kam raus, für ihn rückte Alaba zu Kimmich in die Abwehrmitte, der frische Juan Bernat besetzte die linke Seite und die Ordnung war wieder zurück. „Die Umstellung in der Innenverteidigung hat uns am Ende auch weitergeholfen“, sagte Kimmich hernach. Benatia stand da ein paar Meter weiter – und schaute nicht gerade zufrieden.

Was führte dazu, dass die Roten in Hälfte zwei doch noch erwachten?

 Zum Einen natürlich das urbayerische Selbstverständnis, dass der Sarg erst richtig zu ist, wenn auch wirklich alle Nägel drin sind. Doch auch Pep Guardiola hatte einen kleinen Einfluss darauf: Nicht nur, dass er aus der vergangenen Saison gelernt hat, dass man einen Thomas Müller nicht in der 85. Minute vom Feld nimmt, wie es 2015 beispielsweise in Barcelona der Fall war. Der Ur-Bayer kann nämlich noch so unterirdisch spielen, für einen verrückten Kopfball in der 91. ist er immer noch gut zu gebrauchen. Und weil der Spanier vor der Verlängerung laut Sky-Lippenleser Franz Beckenbauer die richtigen Worte wählte. Müller: „Er hat uns nicht gesagt, dass er uns kastrieren wird, wenn wir verlieren. Er hat nur gesagt, er schneidet uns die Eier ab.“ Die cojones blieben am Ende dran – und sind aktuell größer als je zuvor. Lahm: „Das kann uns noch enger zusammenschweißen.“

Sieht ganz danach aus.  

lop, sw, joh

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