Attacke auf Hoeneß überschattet magische Nacht

Großes Kino: Sammer und das lächerliche Triple

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Matthias Sammer (l.) mit Uli Hoeneß bei einem Bayern-II-Spiel im Juli 2012.

München - Die Oscars liegen nun schon drei Wochen zurück, eine kleine Prise Hollywood gibt’s beim FCB aber auch noch Mitte März.

Update vom 18. März: Am heutigen Freitag findet die Auslosung für das Viertelfinale der Champions League statt. Wir haben bereits zusammengefasst, wer die möglichen Gegner des FC Bayern sind und wie Sie die Auslosung live im TV und Live-Stream sehen können. Außerdem bieten wir einen Live-Ticker zur CL-Auslosung.

Einmal mehr für die Rolle des besten Nebendarstellers nominiert: Matthias „Motzki“ Sammer, der den Goldjungen bereits vor zwei Jahren für seine Leistung in Lätschern mit nach Hause nahm. Und auch diesmal sorgt er in Das lächerliche Triple für eine Dramaturgie, die es nur selten zuvor gab. Film ab!

Der Plot geht wie folgt: Uli Hoeneß, Ex-Präsident und Patriarch des FCB, spricht das aus, was so gut wie jeder Fan denkt. „Pep, der das Triple unbedingt gewinnen will.“ Dass sich ein Klub wie der FCB und ein Trainer wie Guardiola am internationalen Erfolg messen lassen wollen und müssen, ist so alt wie das bayerische Mia san mia. Doch genau da, wo die Story nun ins Gewöhnliche zu verfallen droht, taucht Sammer auf. „In dieser Phase ist es nicht wichtig, über dummes Zeug zu reden“, sagte er vor dem Juve-Kracher bei Sky und gab die vierte Meisterschaft in Folge als Ziel aus. Dummes Zeug! Hoeneß! Drama! Und nach Abpfiff: „Wie viele Male in der Geschichte von Bayern München, auch mit Uli Hoeneß, haben wir dieses sogenannte lächerliche Triple gewonnen? Wir geben uns Mühe, aber es ist doch völlig unrealistisch, diese Dinge so zu benennen. Lediglich darauf habe ich hingewiesen.“ Hoeneß! Lächerlich! Ganz großes Kino!

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Auch die Rezensenten loben den Streifen in den allerhöchsten Tönen. „Triple-Debatte überlagert magische Bayern-Nacht – Sammer attackiert Hoeneß“, heißt es in der Einschätzung des renommierten SID. Zumal Das lächerliche Triple die lang ersehnte Fortsetzung des Kassenrenners von 2013 Raus aus der Komfortzone ist. Sein antizyklisches Talent hatte der 48-Jährige schon da unter Beweis gestellt, als er nach einem 2:0 gegen Hannover zum Mahnolog ausgeholt hatte.

Matthias Sammer am Mikro: Da kann schon mal gemahnt oder gemotzt werden.

Sammer damals: „Ich bin froh, dass wir gewonnen haben, aber man darf die Realität nicht aus den Augen verlieren. Wir müssen ein bisschen raus aus der Komfortzone. Wir ver­stecken uns zurzeit hinter unserem Trainer und hoffen immer auf Impulse von außen.“ Hoeneß konterte: „Wenn man das zu oft macht, nutzt man sich ab. Man kriegt das Gefühl, als ob wir uns für ein souveränes 2:0 entschuldigen müssten. Ich verstehe, dass Matthias den Finger in die Wunde legen will, allerdings finde ich nicht, dass wir eine Wunde haben.“ Auf die Fortsetzung, zum Beispiel mit dem Titel Uli vs. Motzki – Krieg der Welten, darf man jetzt gespannt sein. Bis dahin heißt es aber erst mal: And the Oscar goes to…

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