Der Holländer trifft wie am Fließband

Ein Schuss, ein Tor - der Robben!

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Arjen Robben bejubelt das 1:0 in Stuttgart.

München - Für Arjen Robben begann der Samstag vor dem Spiel beim VfB Stuttgart mit einem Schockerlebnis. Beim Blick in die Zeitung musste der Niederländer schlucken - und zog die perfekten Konsequenzen.

Spieltage sollen ja in aller Regel entspannt losgehen. Am besten mit einem ausgewogenen Frühstück, das die Grundlage für die späteren drei Punkte liefert. Für Arjen Robben hingegen begann er am Samstag mit einem Schockerlebnis. Der Holländer las in einer Zeitung, dass er noch nie gegen den VfB Stuttgart getroffen hatte. Noch nie! Musste natürlich schnellstens geändert werden. Und so war es dann auch kein allzu großes Wunder, dass nach 90 Minuten im Schwabeländle nicht nur ein Sieg für die Münchner zu Buche stand, sondern auch eine Kiste für Robben. „Wurde ja auch mal Zeit“, so sein Kommentar hinterher.

Robbens Perfektionismus ist derzeit ein Segen für den FCB. Besonders deutlich wurde das nach dem mageren 1:1 gegen Schalke vergangenen Dienstag. Während der Großteil der Münchner das Remis mit der Roten Karte für Jerome Boateng in Verbindung brachte, stellte sich Robben hin und ärgerte sich maßlos über Höwedes’ Kopfball zum 1:1. Man solle gefälligst „sein Leben“ für den Sieg geben. Eben so wie er das tut. Bei jedem Spiel. Wie ein Anführer. „Dank Arjen haben wir wieder in die Spur gefunden“, lobte Manuel Neuer sein Tor zum 1:0. „So eine Initialzündung haben wir gebraucht. Er ist sehr wichtig für uns.“ Thomas Müller ergänzte: „Den trifft er schon nicht schlecht mit seinem schwachen linken Fuß.“

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Und Robben selbst? Der gab die Komplimente artig weiter. Und zwar an seinen neuen Gefährten auf der linken Außenbahn, Mitchell Weiser. Seit dem Trainingslager in Katar ist der 20-Jährige dort gesetzt, was er mit einer feinen Außenristvorlage zu Robbens 1:0 auch gleich rechtfertigte. „Mitch macht das gut, er hat jetzt seinen Platz“, gratulierte Robben seinem Hintermann. „Natürlich haben wir da auch viele Verletzte, aber er kriegt seine Chance, die hat er verdient. Er hat eine gute Entwicklung gemacht und trainiert gut. Den Doppelpass vor dem 1:0 hat er gut gemacht. Es war wichtig, dass der Ball in meinen Lauf kommt.“

Mindestens genauso wichtig war, dass Robben ihn anschließend Vollspann nahm und Ulreich unter die Latte knallte. Nicht nur, dass er damit die Bayern in Führung brachte, mit seinen zwölf Buden ist Robben auch weiterhin der beste Knipser beim FCB. National ist er derzeit nur Zweitbester hinter dem Frankfurter Alex Meier (13), die Torjägerkanone spielt beim fliegenden Holländer allem Anschein nach aber ohnehin nur eine untergeordnete Rolle. „Die Torjägerkanone ist mir nicht so wichtig wie Titel mit der Mannschaft“, so der Wembley-Held. „Individuell kannst du nur erfolgreich sein, wenn die Mannschaft Erfolg hat. Ich schaue nicht jeden Tag, ob Meier ein Tor gemacht hat. So bin ich nicht. Ich will immer gut spielen und für die Mannschaft wichtig sein. Ich bin ja auch kein Stürmer.“

Auslegungssache. Ziemlich sicher jedoch ist, dass er im Moment ein Schüsselspieler für den FC Bayern ist. Warum? Weil er in den letzten sechs Spielen des Rekordmeisters insgesamt sechs Mal traf. Und weil er nach der Rückrunde der einzige Bayer zu sein scheint, der Normalform auf den Platz bringt. Vor allem aber, weil er selbst dann nicht zufrieden ist. „Es geht auch noch besser“, sagte er. „Nach vorne geht es immer besser.“ Zufriedenheit? Genugtuung? Fremdwörter im Wörterbuch des fliegenden Holländers…

J. Carlos Menzel Lopez

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