Peps Plan geht auf

Spezielle Schablone: So entzauberte der FC Bayern Juve

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Hatten Juventus Turin mit der Pepschen Taktik am Rande einer Niederlage: Thiago, Arturo Vidal und Thomas Müller (v. l.) waren mit dem FC Bayern lange obenauf.

Turin - 60 Minuten lang wussten die Juve-Profis überhaupt nicht, wie ihnen geschieht. Der FC Bayern hatte die Taktik der Italiener entschlüsselt und die Partie nach Belieben dominiert.

So wurde die Alte Dame im neuen Stadion noch nie vorgeführt. 60 Minuten lang dominierte der FC Bayern den italienischen Rekordmeister nach Belieben, Juve konnte sich aus der Umklammerung der Roten kaum befreien. Was auf den ersten Blick nach einem gebrauchten Tag der Bianconeri und Bayern in Galaform aussah, war tatsächlich haargenau geplant.

"Wir haben Juve ähnlich erwartet, wie sie gespielt haben. Deswegen hat unsere Schablone darauf sehr, sehr gut gepasst", verriet Philipp Lahm später und schrieb Pep Guardiola einen großen Anteil an dem beeindruckenden Auftritt der Bayern gut: "Wir hatten eine Idee, wie wir spielen wollten. Das Trainerteam hat uns sehr gut eingestellt." Bayerns Schablone entzaubert Juve!

Die Roten kaufen Juve den Schneid ab.

In den ersten 60 Minuten waren die Turiner hoffnungslos unterlegen, die Pausenführung durch Thomas Müller (43.) hätte aus Sicht des FCB deutlich höher ausfallen können. Immer wieder kamen die Münchner gefährlich vor den Kasten von Gigi Buffon, trotz Juves extremer Defensivtaktik erspielten sie sich gute Gelegenheiten. "Wir hatten eine Idee, was passiert, wenn wir das Angriffspressing von Juve überwinden", berichtete Lahm: „Dann sind sie eine klassische italienische Mannschaft, die mehr mit einer Fünferkette spielt und drei Mann davor."

Vidal nimmt Duelle mit Mandzukic auf

Die Lösung der Bayern wurde schnell erkennbar. Die Außenverteidiger Lahm und Bernat rückten häufig vor ins Mittelfeld, unterstützen auf den Flügeln Arjen Robben und Douglas Costa. Arturo Vidal ließ sich dafür immer wieder in die Abwehrreihe fallen, was vor allem Juves Gegenstöße häufig bereits im Keim erstickt. Denn statt Kimmich oder Alaba ging der Chilene in die Kopfballduelle mit Mario Mandzukic, am Boden hatten die beiden Innenverteidiger dann deutliche (Schnelligkeits-)Vorteile gegenüber Mandzukic und Paulo Dybala.

"Die Schablone hat aber nichts mit einzelnen Spielern zu tun, sondern mit der ganzen Mannschaft", erklärte Lahm. Ins Detail gehen wollte der Kapitän aber nicht. "Wenn ich das jetzt verrate, wird das irgendjemand von Juve lesen und dann haben wir da im Rückspiel nichts mehr von", zwinkerte der 32-Jährige, der die Alte Dame in drei Wochen nicht mit einer veränderten Taktik erwartet. "Juve ist immer noch Juve. Ich glaube nicht, dass die im Rückspiel großartig anders auftreten."

Dass die Münchner gegen Ende der Begegnung dann doch noch vor Probleme gestellt wurden, beunruhigte sie eher weniger. "Es wäre ja auch komisch gewesen, wenn wir Juve im eigenen Stadion 90 Minuten an die Wand gespielt hätten", meinte Thomas Müller. So blieb am Ende einzig der Makel, dass Aufwand und Ertrag nicht zwingend im Einklang standen. "Ich denke, es war eine gute Leistung mit einem ärgerlichen Ergebnis", bilanzierte Müller. Aber trotzdem einem, das fürs Rückspiel alle Chancen offen hält. So wie die Schablone auch.

Sven Westerschulze

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