Vertragsverlängerung wohl bald fix

Müller fehlt nur noch der Füller

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Thomas Müller.

München - Bestätigt wird weiterhin nichts, aber die Indizien mehren sich. Neben Jerome Boateng dürfte auch Thomas Müller bald seinen Vertrag beim FC Bayern verlängern. Zwei der begehrtesten Spieler aus dem durchgehend hochwertig besetzten Kader des Rekordmeisters wären dann vom Markt.

Jerome Boateng wollte nicht zu viel verraten. Das Wichtigste war ja eh bekannt: Der FC Bayern würde gerne den Vertrag mit seinem Innenverteidiger verlängern, der wiederum gerne in München bleiben würde. Man muss kein Hellseher sein, um vorauszusagen, dass Verein und Spieler ihre Verbindung bald ausdehnen werden. Ungeklärt ist nur noch der Zeitpunkt der Bekanntmachung. Neulich stand die Jahreshauptversammlung an, ein paar Stunden zuvor saß Boateng im Presseraum der Bayern. Ob sein Vertrag am Abend ein Thema werden würde? „Wartet es ab!“

Müller: Viel spricht dafür, wenig dagegen

Das klang vielversprechend, doch die Versammlung ging vorüber, ohne dass Boatengs bis 2018 laufender Vertrag oder der eines anderen Spielers verlängert worden wäre. An dem reinen Fakt, dass beide Parteien das Gleiche wollen, ändert das freilich nichts. Der Abwehrchef gehört zu jenen Spielern, die die Bayern sehr bald mit neuen, deutlich lukrativeren Arbeitspapieren ausstatten möchten.

Auch bei Thomas Müller sind sie schon sehr weit. Am Mittwoch äußerte sich der Torschütze vom Dienst bei einem Sponsorentermin ähnlich optimistisch wie vergangene Woche Jerome Boateng. Es spreche „vieles dafür und wenig dagegen“, sich über das bisherige Vertragsende 2019 hinaus an die Bayern zu binden, um dann hinterher zu schieben: „Das heißt weder das eine noch das andere.“

Gestern meldete der „kicker“, Müller und der FC Bayern hätten sich mündlich bereits geeinigt und müssten das Ganze nur noch zu Papier bringen. Eine Bestätigung gab es dazu vom Verein nicht, aber mit Müller verhält es sich ähnlich wie mit den Schlüsselspielern Boateng und Manuel Neuer sowie David Alaba, bei dem die Verhandlungen noch nicht so weit fortgeschritten sind. Die Bayern sind dabei, ihren begehrtesten Mitarbeitern den Job noch schmackhafter zu machen. Das hat auch damit zu tun, dass schon bald die nächste Abwerbewelle von der britischen Insel anrollen wird.

„Drei, vier Spieler hatten Angebote von Chelsea, von Manchester United“, hat Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge gerade erst berichtet und damit nicht nur Bastian Schweinsteiger gemeint. Müller zum Beispiel hätte in Manchester ein Netto-Jahresgehalt von zehn Millionen Euro bekommen können. ManU zögerte nicht, 100 Millionen für den Offensivmann zu bieten. Dass die Nordengländer abblitzten, wird sie nicht von einem zweiten Versuch abhalten, wenn 2016 in der Premier League der neue, noch atemberaubendere TV-Vertrag in Kraft tritt.

Der stetig wachsende Reichtum der Briten ist für die Bayern an zwei Fronten ein Problem. Konkurrieren sie mit Premier-League-Klubs um einen Spieler, explodieren automatisch die Preise. Und auch im eigenen Kader sind die finanziellen Möglichkeiten im Königreich ein Thema. Mit beträchtlichem Stolz erzählt Rummenigge bei feierlichen Anlässen davon, wie prächtig die Stimmung im Kader sei: „Alle Spieler sind gerne beim FC Bayern.“ Doch ein harmonisches Betriebsklima allein wird die teure Belegschaft nicht bei Laune halten. Deshalb werden bei den Besten unter den Besten die Verträge in Laufzeit und Dotierung nach Möglichkeit aufgestockt.

Die Bosse wissen, dass der Anhang es ihnen nicht verzeihen würde, wenn sie als bekennender Käufer-Verein einen Paradebayern wie Müller für viel Geld ziehen lassen würden. Ersetzen ließe sich der Mann sowieso nicht, doch schon der Versuch würde teuer werden. Das passt nicht zu einem Klub, dessen Vorstandsboss Transfers in einer Größenordnung von 100 Millionen Euro tendenziell ablehnt, weil die Personalpolitik der Bayern „ideologisch und philosophisch cleverer“ sei.

Im Fall Boateng kommt hinzu, dass er sein Glück schon einmal in der Premier League suchte, bei Manchester City aber nicht fündig wurde. Nach einem Jahr erlösten ihn die Bayern 2011. Auch in München hat der Nationalspieler schwierige Phasen gehabt, doch der Rückhalt, den er hier spürte, lässt sich mit dem in England nicht vergleichen. Er weiß, was er an diesem Verein hat. Ob man vielleicht einfach den Füller nicht gefunden habe, um den neuen Vertrag zu unterschreiben, wurde Boateng noch gefragt. Antwort: „Scheint so.“

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