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Bayern will die Südkurve neu organisieren

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Von: Xaver Bitz

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Bilder wie diese wollen die Bayern in Zukunft nicht mehr sehen © dpa

München - Der FC Bayern hat nicht erst seit dem Ligastart gegen Mönchengladbach ein Problem mit den eigenen Fans. Jetzt soll die Kartenvergabe in der Südkurve neu geregelt werden.

"Mia san Mia". Die Philosophie des FC Bayern schlägt sich nicht nur im Verein nieder, sondern auch bei den Fans. Immer mal wieder geraten der Rekordmeister und seine Anhänger aneinander, teils wegen Problemen, die man als unbeteiligter Außenstehender oft nicht verstehen kann.

Mit tausenden Plakaten, auf denen die Worte "Koan Neuer" prangten, protestierten die Fans 2011 gegen den Wechsel des damaligen Schalkers nach München. Ebenfalls 2011 legten sich die Ultras mit Uli Hoeneß an. Beim 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach wurden in der Südkurve Plakate mit der Aufschrift "Hoeneß, du Lügner" hochgehalten.

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Auch in jüngerer Zeit sind die Wogen zwischen Fans und Verein alles andere als glatt: So blieben in der vergangenen Saison bei den meisten Heimspielen in der Champions League die Blöcke 112 und 113, um die sich der aktuelle Streit dreht, leer. Hinzu kamen immer wieder Pyro-Aktionen, bei denen bengalische Feuer entzündet wurden, wofür der Verein viele tausend Euro Strafen zahlen musste.

Der Verein reagierte darauf mit dem Streichen der Auswärtsdauerkarten und der Einführung von Drehkreuzen vor den "Problemblöcken". Für die einen eine übertriebene Reaktion, für die anderen die logische Konsequenz aus dem Verhalten der Ultras: Wolfgang Salewski, vom FC Bayern als "Mediator" eingesetzt, gab sich gegenüber der Süddeutschen Zeitung eher zurückhaltend: So sei die schlechte Stimmung gegen Mönchengladbach für ihn "keine Überraschung" gewesen. Der Verein wolle eine neue Südkurve etablieren, mit dem Ziel, "den gesamten Block neu zu organisieren: neue Leute, neue Lieder, dann baut sich da wieder was auf."

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Der FC Bayern will sich wohl nicht weiter abhängig machen von einigen hundert "Stimmungsaktiven", wie sie Salewski nennt.

In diesem Zuge soll auch die Kartenverteilung neu organisiert werden. Die Drehkreuze sollen nicht nur Nicht-Kartenbesitzer von den Blöcken fernhalten, sondern dienen auch als Überprüfungsmaßnahme, um zu sehen, ob die Dauerkartenbesitzer der entsprechenden Blöcke ihre Möglichkeiten überhaupt wahrnehmen. Salewski hat für diesen Fall ein "Tauschprogramm" angekündigt, bei dem Sitzplatzkartenbesitzer, die gerne in der Südkurve stehen würden, mit Stehkartenbesitzern eventuell tauschen sollen. Südkurventicketbesitzer, die ihre Dauerkarten allzuoft nicht nutzen, könnten ein Tauschangebot vom Klub bekommen. Im Extremfall (bei regelmäßigem Nichterscheinen) will der FC Bayern auch von seinem Kündigungsrecht Gebrauch machen.

Für den Verein ist das eine praktikable Lösung, die Ultras wollen aber nicht so leicht klein beigeben. Sie wollen mit Hilfe einer Petition nun Druck auf den Vorstand machen.

bix

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