Rummenigge tröstet Team

Die Bayern sind das Verlieren nicht mehr gewohnt

München - Die Niederlage bei Manchester City hat gezeigt: Verlieren, das ist man beim FC Bayern einfach nicht mehr gewohnt. Und Pechvogel Medhi Benatia war auch noch vor dem Abflug nach München das Glück nicht hold.

Auch am Flughafen lief es einfach nicht. Medhi Benatia wollte als einer der ersten in die Maschine nach München steigen, einfach nur in den Sitz fallen lassen und mit geschlossenen Augen die Insel verlassen. Die Niederlage in Manchester, die er dem FC Bayern mit dem Foul an Sergio Agüero und der daraus folgenden roten Karte in erster Instanz einbrockte, sie sollte ihn nicht länger als nötig verfolgen. Das Problem: Benatia hatte seine Bordkarte so zerknüllt, dass die Dame am Gate große Mühe hatte, das Dokument über den Scanner zu streichen. Am Ende musste sie den Zugang manuell freischalten, Benatia stand die ganze Zeit nur dort und hielt den Verkehr auf. Es stockte beim FCB, so wie im sportlichen Sinne beim Ausbau der Superserie. Dabei war das ja zu verschmerzen, wie auch Karl-Heinz Rummenigge meinte. Einzig: Die Profis musste es erst wieder lernen, dieses Verlieren.

„Ich bin kein Freund davon, eine Niederlage schön zu reden. Ich glaube das war eine Niederlage, die man hätte vermeiden können“, sagte der Vorstandsboss um 23 Uhr des Vorabends bei der Eröffnung des obligatorischen Banketts im Hotel The Lowry. „Wir führen bis zur 86. Minute 2:1, dann sind zwei unglückliche Tore gefallen. Trotzdem gibt es keinen Grund, irgendetwas zu dramatisieren. Wir haben 18 Spiele seit Beginn der Saison gespielt, waren 18 Mal ungeschlagen. Es hat heute Abend nicht geklappt, es wird der Stimmung trotzdem nicht schaden.“

Internationale Pressestimmen: "Bayern bringt sich um"

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Er hatte Unrecht. Die Stimmung war im Keller, zumindest beim Großteil der Spieler. „Ich hab keine Lust mehr“, murrte Franck Ribéry, als er nach dem Spiel aus der Kabine kam, gebeutelt von der harten Zweikampfführung. Xabi Alonso war ebenso bedient, auch das Geburtstagsständchen beim Bankett munterte ihn nicht auf. Und besagter Benatia murmelte nur „Non, non“, als er aufs Spiel angesprochen wurde. Fast alle Spieler waren vor Mitternacht auf ihren Zimmern, manch einer ging nicht mal am Buffet vorbei – dabei hatten sich die Engländer beim Rinderschmorbraten oder dem Truthahn mit Cranberry-Glasur entgegen aller Gepflogenheiten richtig ins Zeug gelegt.

Alles nicht so dramatisch? Die Mannschaft sah das in großen Teilen anders. „Das waren alles Tore, die wir fabriziert haben“, sagte ein genervter Manuel Neuer, der drei Gegentreffer kassierte, ohne viel falsch gemacht zu haben. Einfach abhaken, wohlwissend, das Achtelfinalticket längst in der Tasche zu haben? Nein, nicht möglich. Die Mannschaft hatte das Verlieren offensichtlich verlernt.

Die einzige Abhilfe leistete der Blick auf die Bundesliga, man lenkte sich mit der nächsten Aufgabe ab. „Die Punkte gegen Hertha sind wichtiger als diese“, sagte Manuel Neuer schnell. Karl-Heinz Rummenigge verpackte den Auswärtsauftritt in Berlin auch mit einem kleinen Wink. In seiner Rede sagte er fast beiläufig: „Ich wünsche euch viel Glück, vielleicht auch ein Stück Konzentration in den entscheidenden Sekunden, die man manchmal braucht.“ Ein feiner Hinweis: Lasst euch nicht noch einmal so die Butter vom Brot nehmen! Und vor allem: Gewinnt in Berlin, das Verlieren ist nichts für uns!

Bayern verliert in Manchester - ein Mal Note 5

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Michael Knippenkötter

Rubriklistenbild: © FCB.tv

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