Bayern-Boss adelt den Argentinier

Atlético-Trainer Simeone? "Wahnsinn"

+
Erfolgshungrig: Diego Simeone hat Atletico Madrid zu einem internationalen Spitzenteam geformt.

München - Der FC Bayern muss gegen Atlético Madrid nicht nur die Spieler stoppen, sondern auch Trainer Diego Simeone. Die Bosse der Roten haben Riesenrespekt vor dem Argentinier.

Um kurz vor zwölf war am Freitag klar: Für den FC Bayern geht es im Halbfinale der Champions League zum dritten Mal in den vergangenen fünf Jahren nach Madrid. Diesmal allerdings nicht zum glorreichen Star­ensemble von Real, sondern zum gefürchteten Kampftrupp von Atlético. Vergangenen Mittwoch kegelte der Hauptstadtklub sensationell den FC Barcelona aus der Königsklasse, als nächstes stellen sich die Bayern im Vicente Calderon vor. Am 27. April findet das Hinspiel in Spanien statt, eine Woche später kommen die Madrilenen nach München.

Der Name Atléticos ist zwar nicht so klangvoll wie der des galaktischen Lokalrivalen, durch den Triumph über Barça haben die Madrilenen aber mächtig aufhorchen lassen. Pep Guardiola lobte den Halbfinal-Gegner in den höchsten Tönen: "Barcelona ist die beste Mannschaft der letzten zehn Jahre. Das zeigt, wie stark Atletico ist und wie kompliziert es wird. Sie haben ein großes Herz und eine sehr gute Mentalität."

Und in Diego Simeone einen speziellen Trainer. Der Argentinier steht für das erfolgreiche Atlético der Neuzeit, hat eine verschworene Einheit geformt und geht furchtlos keiner Konfrontation aus dem Weg, wenn es um seinen Verein geht. Wer hat Angst vorm - immer in Schwarz gekleideten - schwarzen Mann?

Sammer über Simeone: "Wahnsinn"

Simeone ist noch immer gut am Ball.

Zumindest eine Menge Respekt ist bei den Roten vorhanden. "Er vermittelt seiner Mannschaft das, was ihn als Fußballer ausgezeichnet hat. Große Identität und große Ehrlichkeit - das ist Wahnsinn", charakterisierte Matthias Sammer den Coach der "Colchoneros". "Er hat Atlético in einer schwierigen Phase übernommen, stabilisert und Titel gewonnen. Atlético ist ein Leidenschafts-Monster", so der Sportvorstand weiter. Für Guardiola ist sein Gegenüber sogar "einer der besten Trainer der Welt", er honoriert, dass Simeone "viel Vertrauen in seine Ideen hat" und dass "seine Spieler diese umsetzen".

Für die beiden Duelle mit dem CL-Finalisten von 2014 braucht auch Pep einen guten Plan. "Atlético ist eine spezielle Mannschaft. Wir müssen sie analysieren und dann werde ich mit meinen Spielern sprechen", erklärte der 45-Jährige. In seinem dritten CL-Halbfinale als FCB-Trainer trifft er zum dritten Mal auf einen spanischen Verein. Scheitert er auch diesmal wieder?

Rummenigge: "Möglicherweise schwerstes Los"

Einfach wird es sicher nicht. "Das ist möglicherweise das schwerste Los, das man erwischen konnte. Die Mannschaft kann sehr unangenehm Fußball spielen", sieht auch Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge einen dicken Brocken auf dem Weg zum Finale am 28. Mai in Mailand. Unrecht hat er damit nicht. Die unbequeme und defensiv kompakte Spielweise der Spanier bietet der gefürchteten Offensive der Münchner bei weitem nicht so viele Räume wie es eine wacklige Real-Abwehr oder ein von seinem Offensivduo Sergio Aguero/Kevin De Bruyne abhängiges Manchester City getan hätte.

"Sie wissen, wie man verteidigt und haben auch Qualität nach vorn. Das wird interessant", meinte Philipp Lahm. Doch die Bayern wissen, was sie in anderthalb Wochen im Calderon erwartet. Und durch die Aussagen der Spanier auch, in welcher Rolle sie anreisen. "Bayern ist der Favorit", sagte Atlético-Geschäftsführer Clemens Villaverde. Und der schwarze Mann? Tüftelte am Freitag schon an der nächsten Sensation. Das gilt es zu verhindern, Pep!

Sven Westerschulze

auch interessant

Meistgelesen

Nach FCB-Stotterstart: Mister, wir hätten da ein paar Fragen ...
Nach FCB-Stotterstart: Mister, wir hätten da ein paar Fragen ...
Lewandowski: Ein Tor wie aus einem Zeichentrick - „Wer kann des?“
Lewandowski: Ein Tor wie aus einem Zeichentrick - „Wer kann des?“
Ticker: Aus! Lewandowski besiegt Freiburg
Ticker: Aus! Lewandowski besiegt Freiburg
Auf Ancelotti wartet noch eine Menge Arbeit
Auf Ancelotti wartet noch eine Menge Arbeit

Kommentare