Einschneidendes Erlebnis zu Saisonbeginn

Shaqiri fehlt das Vertrauen von Pep

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Xherdan Shaqiri.

München - Dass Xherdan Shaqiri beim FC Bayern nicht hundertprozentig zufrieden ist, dürfte mittlerweile bekannt sein. Dem Schweizer fehlt die Rückendeckung von Trainer Pep Guardiola.

Bereits mehrfach hat Xherdan Shaqiri durchblicken lassen, dass er für seine Weiterentwicklung als Fußballer unbedingt mehr Einsatzzeiten braucht. Bei den Bayern bekommt er diese immer seltener: Von möglichen 900 Einsatzminuten hat der Offensivspieler, der am Freitag seinen 23. Geburtstag feiert, in dieser Saison bislang erst 327 Minuten absolviert. Wie die "Solothurner Zeitung" errechnet hat, sind das nur noch 35,2 Prozent. Zum Vergleich: In seiner ersten Saison bei den Bayern kam Shaqiri noch auf 41,5 Prozent, in der vergangenen Runde waren es 38,4 Prozent.

Diese Entwicklung bereitet dem Spieler Sorgen. "Klar ist die Einsatzzeit wichtig. Ich hatte im ersten Jahr mehr als im letzten. Ich muss den nächsten Schritt machen und mich weiterentwickeln", sagte Shaqiri am Rande der Länderspielreise mit der Schweiz nach Slowenien.

Möglich ist das aber nur durch regelmäßige Einsätze in wichtigen Spielen und das Gefühl, vom Trainer gebraucht zu werden, meint Shaqiri. "Ich brauche Spielpraxis. Ich möchte in den Topspielen spielen. Und das Vertrauen des Trainers haben. Ich brauche viele Spiele, um meine beste Leistung zeigen zu können. Und letztlich ist das Wichtigste das Vertrauen vom Trainer. Das war bei mir nicht immer der Fall."

Shaqiri: "Das war kein einfacher Moment"

Shaqiri berichtet dabei von einem einschneidenden Erlebnis zu Beginn der Saison: Als Guardiola beim Bundesliga-Auftaktspiel gegen den VfL Wolfsburg den 17-jährigen Gianluca Gaudino auf der Zehnerposition auflaufen ließ, wohingegen Shaqiri sich mit dem Platz auf der Bank begnügen musste. "Das war kein einfacher Moment", gibt Shaqiri zu.

Trotzdem bemüht er sich darum klarzustellen, dass sein Verhältnis zum Trainer intakt sei: "Mein Verhältnis zu Guardiola ist gut, sonst hätte er mich am letzten Wochenende gegen Hannover wohl kaum von Anfang an spielen lassen."

Mit einem möglichen Wechsel beschäftigt sich Shaqiri schon seit Sommer nicht mehr. "Das Transferfenster ist geschlossen, also kann ich nichts mehr machen." Immer wiederkehrende Berichte um einen Abschied zu Juventus Turin oder Atletico Madrid sind momentan also nur Spekulation. Diese Gerüchte werden aber wohl bis Januar stets wieder aufkommen, dann nämlich will sich Shaqiri mit den Bayern-Bossen noch einmal besprechen. "Der Verein hat das Sagen. Es ist ja auch ein positives Zeichen, wenn man mit mir plant. Aber wir werden im Winter noch einmal zusammensitzen."

Von seinem ehemaligen Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld erhält der "Kraftwürfel" den Rat, die Bayern im Januar zu verlassen. "Xherdan braucht Spielpraxis, er sollte sich überlegen, ob er sich im Winter ausleihen lässt." Dabei vergisst Hitzfeld aber auch nicht die Position von Shaqiris Arbeitgeber: "Von Bayern-Seite besteht keine Not, sie brauchen kein Geld. Bayern braucht gute Spieler, sie wollen die Champions League und die deutsche Meisterschaft gewinnen."

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