Bayern nach historischem Fehlstart in der Krise

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Geste der Ratlosigkeit? Bayern-Trainer Louis van Gaal kratzt sich auf der Pressekonferenz nach der Niederlage gegen Mainz am Kopf.

München - Der Trainer ist ratlos, der Chef beunruhigt und die Mannschaft ein Torso: Der schlechteste Saisonstart seit 43 Jahren hat beim FC Bayern München schon am 3. Spieltag eine Krise ausgelöst und die Bosse in Alarmstimmung versetzt.

“Zwei Punkte aus drei Spielen - das ist keine Situation, die uns befriedigt. Das ist eine gefährliche Situation, aus der wir schnell herauskommen müssen“, sagte der sichtlich frustrierte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem 1:2 (0:2) beim kessen Aufsteiger FSV Mainz 05.

Bayern gegen Mainz - Die Münchner in der Einzelkritik

Der nach dem “Missverständnis“ Jürgen Klinsmann als Heilsbringer verpflichtete Coach Louis van Gaal gerät durch die erste Bundesliga- Niederlage gegen den “Karnevalsverein“, der den historischen Sieg dank der Tore von Andreas Ivanschitz (25.) und Aristide Bancé (37.) bei einem Gegentreffer durch das Eigentor von Nikolce Noveski (47.) ausgelassen feierte, bereits frühzeitig unter Druck.

Mainz schießt Bayern in die Krise - Bilder der Niederlage

Rummenigge beeilte sich daher, eine drohende Trainerdiskussion schon im Keim zu ersticken. “Wir werden ruhigbleiben und weiterarbeiten. Nach Niederlagen trifft man keine Entscheidungen, genauso wenig wie nach großen Siegen. Denn entweder ist man niedergeschlagen, so wie wir heute, oder euphorisiert“, erklärte der Bayern-Chef.

Nach dem Abpfiff im mit 20 300 Zuschauern ausverkauften Tollhaus Bruchwegstadion hatte sich Rummenigge gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Karl Hopfner und Manager Uli Hoeneß die Mannschaft in der Kabine zur Brust genommen. “Wir haben lange diskutiert“, berichtete Rummenigge. Vor allem der desolate Auftritt in der ersten Halbzeit, der Züge einer Arbeitsverweigerung trug, bedarf einer intensiven Aufarbeitung. “Ich will erst einmal mit allen Spielern sprechen und keine emotionalen Entscheidungen treffen“, sagte van Gaal zu möglichen Konsequenzen.

Van Gaal scheint mit Fußball-Latein am Ende

Der wegen seiner Strenge oft als “Tulpen-General“ bezeichnete Niederländer scheint schon früh mit seinem Fußball-Latein am Ende. “Ich frage mich, was wir in der Vorbereitung falsch gemacht haben“, sagte van Gaal und flüchtete sich in allgemeine Floskeln: “Wir müssen noch härter und noch besser arbeiten.“ Dies wird auch nötig sein, denn der Branchenprimus präsentiert sich anno 2009 nicht als Team, sondern als Sammelsurium von Einzelspielern. Eine Handschrift des neuen Trainers ist bislang nicht zu erkennen, die Systemfrage noch ungeklärt. Der Versuch mit Miroslav Klose auf der Spielmacherposition ging jedenfalls in die Hose.

Die Bilder des 3. Bundesliga-Spieltags

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Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach: Heimkehrer Claudio Pizarro genoss den Jubel der Werder-Fans: Im ersten Bundesliga-Spiel nach seiner Rückkehr hat der Peruaner Werder Bremen mit seinem 21. Bundesliga-Doppelpack den ersten Saisonsieg beschert. © dpa
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Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach: Der erst am Dienstag verpflichtete Stürmer erzielte am 3. Spieltag beim 3:0 (2:0) gegen Borussia Mönchengladbach mit einem Abstauber und einem Hackentor die Führungstreffer (21./38. Minute) für die Mannschaft von Fußball- Trainer Thomas Schaaf. © dpa
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Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach: Werders Naldo bejubelt seinen 3:0-Treffer für die Bremer. In der Mitte ist der doppelte Torschütze Claudio Pizarro und im Hintergrund der Bremer Per Mertesacker zu erkennen. © dpa
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Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach: Vor 34.800 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion enttäuschten die Gladbacher, kassierten ihre erste Saisonniederlage und bleiben seit 23 Jahren in Bremen ohne Sieg. © dpa
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Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach: Gladbachs Thorben Marx ist enttäuscht. © dpa
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VfL Wolfsburg-Hamburger SV: Mit Tempofußball der Extraklasse und toller Moral hat der Hamburger SV die Festung Wolfsburg gestürmt und die stolze Serie des Meisters beendet. © dpa
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VfL Wolfsburg-Hamburger SV: Hamburger Mladen Petric bejubelt sein Tor zum 2:3 für Hamburg © dpa
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VfL Wolfsburg-Hamburger SV: Der Hamburger Romeo Castelen schießt das Tor zum 2:4-Endstand, der Wolfsburger Tormann Diego Benaglio (l) kann den Ball nicht halten. © dpa
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VfL Wolfsburg-Hamburger SV: Castelen bejubelt seinen Treffer zum 2:4-Endstand mit HSV-Trainer Bruno Labbadia. © dpa
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VfL Wolfsburg-Hamburger SV: Torwart Diego Benaglio konnte die Pleite nicht verhindern.  © dpa
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Bayer Leverkusen - 1. FC Freiburg: Nach dem 5:0 (1:0)- Kantersieg hatte Leverkusen in Freiburg Grund zum Jubeln wie hier Tranquillo Barnetta. © dpa
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Bayer Leverkusen - 1. FC Freiburg: Die Breisgauer spielten zwar leidenschaftlich und hatten viele Chancen. © dpa
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Bayer Leverkusen - 1. FC Freiburg: Die Tore machte aber das clevere Werksteam von Jupp Henckes. © dpa
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Bayer Leverkusen - 1. FC Freiburg: Nationalspieler Stefan Kießling (35.) traf mit dem ersten Bayer- Torschuss gleich ins Schwarze. Tranquillo Barnetta (47./76.) und Eren Derdiyok (70./84.) machten trotz weiterer Offensivbemühungen der Hausherren den Sack zu. © dpa
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Bayer Leverkusen - 1. FC Freiburg: Die Freiburger verließen enttäuscht den Rasen. © dpa
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Borussia Dortmund - VfB Stuttgart: Borussia Dortmund mit Trainer Jürgen Klopp musste sich zu Hause gegen den VfB Stuttgart mit einem 1:1 (1:0) begnügen © dpa
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Borussia Dortmund - VfB Stuttgart: Stuttgarts Trainer Markus Babbel © dpa
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Borussia Dortmund - VfB Stuttgart: Auch lange nach dem Spiel war der Ärger beim vermeintlichen Opfer Jens Lehmann vom VfB Stuttgart über das Gerangel mit Dortmunds Neven Subotic noch nicht vollends verraucht. “Ich habe es 22 Jahre lang geschafft, dass mir keiner den Kiefer oder die Zähne eingeschlagen hat. Das war heute das erste Mal, dass ich gedacht habe: Jetzt ist mein Zahn weg. Wenn ich so etwas machen würde, wäre ich acht Wochen gesperrt worden“, sagte der frühere Nationaltorwart. © dpa
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Borussia Dortmund - VfB Stuttgart:  Auch sonst stand Lehmann häufig im Fokus und zeigte dabei seine Klasse auf dem Platz: Mit starken Paraden gegen Mats Hummels (30.) und Nelson Valdez (34.) sorgte er dafür, dass der BVB seine Führung durch Valdez (27.) nicht ausbauen konnte. © dpa
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Borussia Dortmund - VfB Stuttgart: Stuttgart war mit dem Unentschieden recht zufrieden. © dpa
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Hannover 96 - 1. FC Nürnberg: Unbeeindruckt vom überraschenden Hecking-Rücktritt feierte Hannover 96 mit dem 2:0 (1:0) beim 1. FC Nürnberg den ersten Sieg im Frankenland seit 21 Jahren. © dpa
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Hannover 96 - 1. FC Nürnberg: Der 96er “Coach auf Probe“, Andreas Bergmann, wollte Spaß am Fußball vermitteln. © dpa
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Hannover 96 - 1. FC Nürnberg: Und Jiri Stajner (15./86.) setzte das Vorhaben der Niedersachsen, bei denen Steven Cherundolo nach dem Ende seiner Schweinegrippe-Quarantäne in die Startelf zurückkehrte, fast vorbildlich um. © dpa
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Hannover 96 - 1. FC Nürnberg: Lediglich vom Elfmeterpunkt zeigte er Nerven: Der erste verwandelte Versuch wurde vom Referee zurückgepfiffen, im zweiten Anlauf scheiterte der Tscheche (54.) an FC-Schlussmann Raphael Schäfer - der sich sichtlich freute.  © dpa
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Hannover 96 - 1. FC Nürnberg: Der Nürnberger Trainer Michael Oenning © dpa
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1. FC Köln - Eintracht Frankfurt: Köln konnte mit dem 0:0 gegen Eintracht Frankfurt auch im dritten Anlauf das Blatt nicht wenden. © dpa
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1. FC Köln - Eintracht Frankfurt: Immer noch ohne Saisonsieg stehen “Prinz Poldi“ und “sein FC“ weiter im Tabellenkeller. © dpa
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1. FC Köln - Eintracht Frankfurt: Unrühmlicher Höhepunkt der niveauarmen Partie war die Rote Karte gegen Frankfurts Patrick Ochs (54./grobes Foulspiel). © dpa
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1. FC Köln - Eintracht Frankfurt: Die nummerische Überzahl konnten der immer noch torlose Nationalstürmer Lukas Podolski und Co. nicht ummünzen. © dpa
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1. FC Köln - Eintracht Frankfurt: Kölns Torwart Faryd Mondragon fischt einen Ball vom Netz. © dpa
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1. FC Köln - Eintracht Frankfurt: Kölns Trainer Zvonimir Soldo gestikuliert an der Seitenlinie. © dpa
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FC Bayern - FSV Mainz: Der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München steckt nach dem schlechtesten Saisonstart seit 43 Jahren schon nach dem dritten Bundesliga-Spieltag in der Krise. © dpa
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FC Bayern - FSV Mainz: Das Star- Ensemble von der Isar zog am Samstag mit dem 1:2 (0:2) erstmals überhaupt gegen Liga-Rückkehrer FSV Mainz 05 den Kürzeren und wartet nach zwei mageren Remis immer noch auf den ersten Sieg. © dpa
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FC Bayern - FSV Mainz: Der Jubel bei den Mainzern Spielern und Fans war riesig. © dpa
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FC Bayern - FSV Mainz: Bayerns Trainer van Gaal war enttäuscht. © dpa
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FC Bayern - FSV Mainz: „Ich frage mich, was wir in der Vorbereitung falsch gemacht haben“, sagte der Bayern-Coach. © dpa
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Schalke 04 - TSG 1899 Hoffenheim: Mit einer wahren Abwehrschlacht hat sich Schalke 04 in der 1. Fußball-Bundesliga einen glücklichen Punkt bei der TSG 1899 Hoffenheim ermauert. © dpa
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Schalke 04 - TSG 1899 Hoffenheim: Vor 30 150 Zuschauern lieferte das Team von Trainer Felix Magath beim torlosen Unentschieden eine dürftige Leistung ab und entging nur dank der Abschlussschwäche der Gastgeber der ersten Saisonniederlage. © dpa
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Schalke 04 - TSG 1899 Hoffenheim: Schalke enttäuschte in der kampfbetonten Partie mit acht Gelben Karten nach den zwei überzeugenden Auftaktsiegen auf der ganzen Linie. © dpa
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Schalke 04 - TSG 1899 Hoffenheim: “Es war über weite Strecken ein richtig gutes Spiel von uns. Das hätten wir gewinnen müssen. Ich bin nur mit der Zahl der Tore nicht zufrieden“, sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick. © dpa
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Schalke 04 - TSG 1899 Hoffenheim: Schiri Michael Weiner (M) musste einen Streit zwischen Hoffenheims Vedad Ibiseviv (l) und Schalkes Torwart Manuel Neuer schlichten. © dpa

Hinzu kommen erhebliche Probleme in allen Mannschaftsteilen sowie eine mangelnde Laufbereitschaft der hoch bezahlten Profis. “Wir waren in der ersten Halbzeit nicht mit der Leidenschaft auf dem Platz, wie es sich für den FC Bayern gehört“, übte Bastian Schweinsteiger Selbstkritik. “Wenn wir so anfangen, macht es nichts aus, welches System wir spielen“, merkte van Gaal süffisant an und warf seinen Spielern eine mangelnde Einstellung vor: “Die erste Halbzeit war sehr enttäuschend. Das war ein Fehlstart. Nach der Pause haben wir versucht, das zu korrigieren. Aber das ist im Fußball immer zu spät. Man muss in der ersten Minute anfangen.“

Ribery als Ideengeber vermisst

Vor allem Franck Ribery wurde als Ideengeber des Bayern-Spiels schmerzlich vermisst. Der Franzose hätte auch gerne gespielt, wurde von van Gaal aber ausgebremst. “Erst muss Franck in einer guten Verfassung sein. Ich habe gesehen, dass er nicht fit war“, widersprach der Coach dem Mittelfeldstar, der auf einen Einsatz gedrängt hatte.

Doch nicht nur die Kreativität fehlte dem Rekordmeister, sondern auch Einsatz und Wille. “Wenn man keine Aggressivität hat und mit der falschen Einstellung ins Spiel geht, dann sieht das so aus. Wir haben in der ersten Halbzeit katastrophal gespielt“, räumte Kapitän Philipp Lahm ein. Und Mario Gomez, der bis zur Einwechslung von Ivica Olic als einzige Sturmspitze auf verlorenem Posten stand, bemängelte: “Wir haben überhaupt nicht gekämpft. Das Ergebnis ist ein Schock für uns.“

Von Eric Dobias, dpa

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