"Wollen in die Finals"

Lahm ist hungrig und bläst zur Titeljagd

+
Titel müssen her! Kapitän Philipp Lahm und der FC Bayern zeigen sich hungrig.

München - Bis zum Trainingslager dürfen Philipp Lahm & Co. noch ein paar Tage durchschnaufen, aber der Erfolgshunger ist zum Start in das Jahr 2014 schon wieder riesengroß. Der Kapitän bläst zur Titeljagd.

„Wir wollen wieder da hin, wo wir waren. Wir wollen wieder in die Finals, wir wollen wieder Trophäen! Das wird eine große Herausforderung“, sagte der Kapitän des deutschen Fußball-Rekordmeisters am Neujahrstag in einem Interview auf der Internetseite des Vereins. Nach dem Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League hatte der FC Bayern im Jahr 2013 noch den europäischen Supercup und kurz vor Weihnachten die Club-WM gewonnen. „Natürlich ist es eigentlich fast unmöglich, das alles zu wiederholen - vor allem direkt im Jahr darauf. Aber wir streben danach.“

Am 5. Januar starten die Münchner ins Trainingslager nach Doha/Katar, wo die Bayern zwei Testspiele absolvieren werden. Der Gegner für den 9. Januar ist noch offen, am 13. Januar steht eine Partie beim Kuwait Sporting Club an. Dazu ist ein Formcheck am 18. Januar bei Red Bull Salzburg angesetzt.

Für den Rückrundenstart am 24. Januar bei Borussia Mönchengladbach sollen dann Bastian Schweinsteiger und vielleicht auch Arjen Robben nach Verletzungen wieder einsatzbereit sein. „Basti muss niemandem mehr etwas beweisen. Wir alle wissen, was wir an ihm haben. Ich wünsche ihm, dass er endlich wieder schmerzfrei Fußballspielen kann. Dann bin ich mir sicher, dass er uns viel Freude bereiten wird“, betonte Lahm.

Titel sollen im neuen Jahr her - und auch die eine oder andere Bestmarke könnte dann wieder fallen. An eine Bundesliga-Saison ohne Niederlage denke man allerdings nicht, erklärte Lahm. „Auch wenn es eine Floskel ist: Wir werden auch weiter von Spiel zu Spiel schauen. Die ganzen Rekorde sind nett und nehmen wir gerne mit, aber darauf liegt nicht der Fokus. Irgendwann verliert jede Mannschaft ein Spiel. Wir werden versuchen, es so lange wie möglich hinauszuzögern.“

Alle Herbstmeister seit 1989 - und wer am Saisonende den Titel holte

Vor 21 Jahren jubelte der FC Bayern bereits im Herbst - mit Trainer Jupp Heynckes holte das Team rund um Augenthaler, Flick und Strunz die Herbstmeisterschaft - hier der Stürmer Alan McInally. © Getty
Bereits zwei Spiele vor Saisonende war klar: Bayern wird Meister. Und so konnte Trainer Jupp Heynckes schon vor 21 Jahren mit der Schale in der Hand jubeln. Mit 49:19 Punkten lag der FCB damit sechs Punkte vor dem Vizemeister 1. FC Köln. © Getty
Im Herbst 1990 stand eine ganz andere Mannschaft an der Tabellenspitze: Werder Bremen mit Trainer Otto Rehhagel. Der heutige Coach Thomas Schaaf war damals noch im Kader als Abwehrspieler - und Geschäftsführer Klaus Allofs Stürmer. Hier auf dem Bild kämpft Günter Herrmann (r.) gegen den Düsseldorfer Anthony Baffoe.  © Getty
Die Schale hielt am Ende aber ein ganz anderer Verein in den Händen: der 1. FC Kaiserslautern - hier Trainer Karl-Heinz Feldkamp und Stürmer Stefan Kunz. In der Vorsasion war Kaiserslautern nur Zwölfter gewesen, aber unter Trainer Karl-Heinz Feldkamp holten sich die Lauterer ihren dritten Meistertitel nach 1951 und 1953. © ap
Herbstmeister in der Saison 1991/92 wurde Eintracht Frankfurt mit Tainer Dragoslav Stepanovic - ein einziges Mal in einer Bundesliga mit 20 Mannschaften, da zwei Mannschaften aus der ehemaligen DDR eingegliedert wurden, Rostock und Dresden. Ralf Falkenmeyer (l.)kämpft hier gegen Rostock. © Getty
Meister wurde allerdings der VfB Stuttgart -  knapp vor Dortmund und der Eintracht. © Getty
Der FC Bayern mit dem damaligen Vizepräsidenten Franz Beckenbauer wurde in der Saison 1992/93 Herbstmeister unter Trainer Erich Ribbeck. © Getty
Meister wurde allerdings ein anderer: Werder Bremen mit nur einem einzigen Punkt Vorsprung vor den Bayern. © Getty
Herbstmeister 1993 wurde wieder einmal Eintracht Frankfurt, hier Trainer Klaus Toppmöller mit Uwe Bein.  © Getty
Doch die Meisterschale ging erneut an einen anderen Verein: Den FC Bayern. Doch nicht mit Ribbeck, sondern mit Interims-Trainer Beckenbauer - Ribbeck war zur Winterpause nach einer Vize-Herbstmeisterschaft entlassen worden. © Getty
In der Saison 1994/95 kam Andreas Möller von Juventus Turin zurück nach Dortmund - und damit auch der Erfolg. Unter Trainer Hitzfeld wurde Dortmund Herbstmeister. © Getty
Zu einer Kontroverse kam es gegen Ende der Saison wegen Möllers Schwalbe, mit der er in einem Spiel gegen Karlsruhe einen Foulelfmeter herausholte und so das Spiel letztlich gewonnen wurde. © Getty
Durch diese "Mogelei" konnte Dortmund Werder Bremen um einen Punkt enteilen - und wurde Deutscher Meister. © Getty
Möller konnte als Spielgestalter, Vorbereiter und Torschütze punkten - auch bei den Fans war er beliebt. Und so konnte die Borussia auch in der folgenden Saison 1995/96 die Herbstmeisterschaft gewinnen... © 
...und ein zweites Mal in Folge hielt Dortmund am Ende der Saison die Schale in den Häden. Hier Matthias Sammer. © Getty
In der darauffolgenden Saison 1996/97 wurde Giovanni Trapattoni an die Isar geholt - und schon war Bayern wieder Herbstmeister (hier mit Co-Trainer Klaus Augenthaler).  © Getty
Unter dem Italiener wurde Bayern nach drei Jahren wieder Deutscher Meister: Mario Basler, Lothar Matthäus und Sammy Kuffour (v.l.) mit der Meisterschale. © Getty
Im Winter 1997/98 jubelte dagegen der Herbstmeister 1. FC Kaiserslautern... © Getty
...und Trainer Otto Rehhagel holte für Kaiserslautern auch die Schale. Damals eine Sensation, denn die Pfälzer waren gerade erst aus der 2. Bundelsiga aufgestiegen. © Getty
Schon in der nächsten Saison 1998/99 war Bayern wieder vorne: mit dem auf diesem Bild divenhaften Lothar Matthäus konnte Trainer Ottmar Hitzfeld die Herbstmeisterschaft... © Getty
... und auch die Deutsche Meiserschaft souverän mit 15 Punkten Vorsprung an die Isar holen. Und Michael Tarnat klatschte begeistert zu den künstlerischen Schalen-Balancier-Einlagen von Giovane Elber.  © Getty
Auch die nächste Saison 1999/2000 wurde von den Bayern bestimmt: Scholl, Jancker, Jeremies und Matthäus holten die Herbstmeisterschaft... © Getty
...und Hitzfeld konnte wieder die Schale in den Händen halten - diesmal allerdings gewann Bayern nur knapp dank der besseren Tordifferenz. Unvergessen: Leverkusen verlor am letzten Spieltag in Unterhaching, während die Bayern gegen Bremen gewannen. Leverkusen war mal wieder Zweiter. © Getty
Die Saison 2000/01 begann unter blau-weißer Führung: Schalke wurde Herbstmeister. Hier gratuliert Manager Rudi Assauer dem Spieler Ebbe Sand - rechts Trainer Huub Stevens. © Getty
Doch zu früh gefreut: Obwohl der FC Schalke 04 ab dem 29. Spieltag Tabellenführer war, mussten die Schalker am letzten Spieltag ihre größte Niderlage hinnehmen. Während S04 nach dem Sieg gegen Unterhaching die Meisterschaft feierte, holte sich Bayern in allerletzter Sekunde ein Unentschieden in Hamburg und wurde wieder Deutscher Meister - Schalke musste sich mit dem Titel "Meister der Herzen" begnügen. © Getty
Herbstmeister der Saison 2001/02 wurde Bayer Leverkusen unter Trainer Klaus Toppmöller. © Getty
Doch am Ende der Saison jubelte wieder einmal Dortmund unter Trainer Matthias Sammer, mit nur einem Punkt Vorsprung vor Leverkusen - dem ewigen Zweiten. © Getty
Mit Kahn, Lizarazu, Sagnol, Ballack, Schweinsteiger, Scholl, Salihamidzic, Ze Roberto, Pizarro und Co. lief der FC Bayern in der Saison 2002/2003 zur Höchstform auf: Herbstmeister... © Getty
...und Deutscher Meister - mit 16 Punkten Vorsprung. © Getty
In der Saison 2003/04 musste sich Bayern gegen Werder Bremen (hier Torjäger Ailton) schon in der Herbstmeisterschaft geschlagen geben... © 
..und auch die Meisterschale ging an die Weser und somit in die Hände von Trainer Thomas Schaaf. © Getty
Der Titan schreit, und Fußballdeutschland zieht den Kopf ein: Die Bayern-Dominanz in der Liga wurde wieder stärker. In der Saison 2004/05 holte der FC Bayern wieder die Herbstmeisterschaft ... © Getty
...und wurde Deutscher Meister - dazu gewann das Team von Trainer Felix Magath den DFB-Pokal. © Getty
Und der Erfolg ging weiter: Auch in der Saison 2005/06 wurde Bayern Herbstmeister... © Getty
...und gewann am Ende das Double. Magath gelang also, was keinem vorher gelang: Das Double - zwei Jahre in Folge. © Getty
Im darauffolgenden Jahr 2006/2007 konnte Werder Bremen die Herbstmeisterschaft erringen - die Bremer feierten als Weihnachtsmänner verkleidet. © Getty
Doch Deutscher Meister wurde, Überraschung, Überraschung: der Vfb Stuttgart. Die jüngste Mannschaft der Liga mit Trainer Armin Veh holte sich mit zwei Punkten Vorsprung vor Schalke den Titel - hier Sami Khedira und Fernando Meira. © Getty
2007/2008 kehrte Bayern auf den Thron zurück - den vierten Platz aus der Vorsaison wollte man schnell vergessen - Bayern ging an sein Festgeldkonto und investierte 70 Millionen in neue Spieler. Toni und Ribéry kamen in den Kader, und so wurde man unter Hitzfeld Herbstmeister. © Getty
In der letzten Saison von Oliver Kahn triumphierte der Rekordmeiser mit zehn Punkten Vorsprung vor Werder. © Getty
Aufsteiger Hoffenheim, das erste Mal in der Liga, sorgte in der Saison 2008/09 für ein "Fußball-Wunder" und wurde Herbstmeister - mit schnellem Spiel und beherztem Auftreten.  © Getty
Meister wurde jedoch überraschend der Vfl Wolfsburg. Unter Trainer Felix Magath holte sich die beste Rückrundenmannschaft nach einer furiosen Aufholjagd mit Siegen gegen Bayern, Bremen und Hoffenheim die Schale. © Getty
2009 war nun Leverkusen Herbstmeister. Der Werks-Klub hat in der Hinrunde kein einziges Spiel verloren - und Jupp Heynckes ist ein erfahrener Trainer, der die junge Truppe energisch führt. © Getty
Doch am Ende der Saison 2009/2010 jubelten mal wieder die Bayern © Getty
Borussia Dortmund spielte eine überragende Hinrunde in der Saison 2010/2011. Bei 10 Punkten Vorsprung stand die Herbstmeisterschaft schon nach dem 15. Spieltag fest. © dpa
Die Schale ging dann auch Dortmund © dapd
Hier feiert Rafinha auf dem Rücken von Mario Gomez. Die Münchner haben auch 2011 die Herbstmeisterschaft geholt. © dapd
Meister 2011/2012 © dpa
Schon nach dem 14. Spieltag durften die Spieler des FC Bayern am 28. November 2012 über den Herbstmeistertitel jubeln © dapd

Lahm sieht auch nach einem Jahr der Superlative noch reichlich Potenzial im Team schlummern. „Wir sind auf einem guten Weg, aber es geht sicher noch besser. In den Spielen in Manchester oder Leverkusen hat man ja gesehen, was möglich ist. Diese Leistungen müssen wir öfters zeigen“, betonte der 30-Jährige, der sich gerne an „Glücksgefühle“ und „Gänsehaut pur“ vom Champions-League-Sieg 2013 erinnert.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge geht „eigentlich ziemlich unaufgeregt“ in das neue Jahr, wie der Vorstandschef kurz vor dem Jahreswechsel betonte. Gern würde er wieder in den Kampf um die Krone Europas eingreifen. „Das ist etwas, das wir auch anstreben, eine gewisse Stabilität. Es wird nicht jedes Jahr zum Champions-League-Sieg reichen, aber es wäre natürlich wunderbar, wenn man immer unter den Top-Vier-Mannschaften dabei ist.“ Gegner im Achtelfinale: der FC Arsenal um die deutschen Nationalspieler Lukas Podolski, Mesut Özil und Per Mertesacker.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Transferpoker um Leroy Sané: FCB führt erste Gespräche mit seinen Beratern - Das sind die Hürden
Transferpoker um Leroy Sané: FCB führt erste Gespräche mit seinen Beratern - Das sind die Hürden
Begehrter Alaba über Interesse aus Barcelona: „Bin kein Spieler, der ...“
Begehrter Alaba über Interesse aus Barcelona: „Bin kein Spieler, der ...“
Seit 5 Uhr morgens am Ticket-Schalter: FC Bayern löst Ansturm aus
Seit 5 Uhr morgens am Ticket-Schalter: FC Bayern löst Ansturm aus
Radikale Wende bei Jerome Boateng? Niko Kovac erklärt, „wonach es aktuell aussieht“
Radikale Wende bei Jerome Boateng? Niko Kovac erklärt, „wonach es aktuell aussieht“

Kommentare