FC Bayern vor den Wochen der Warheit

Lahm: "Wir brauchen Franck - so schnell wie möglich"

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Philipp Lahm sagt: "Ich habe mit Jürgen Klopp nichts zu tun."

München - Der angekündigte Rückzug von BVB-Coach Jürgen klopp lässt FCB-Kapitän Lahm kalt. "Ich werde ihn nicht vermissen", sagt er im tz-Interview und begründet diese Haltung. Dagegen hofft er auf eine schnelle Rückkehr der Verletzten.

Die Meisterschaft ist so gut wie perfekt, jetzt geht es für den FC Bayern um den Einzug ins Pokalfinale. Die erste von zwei möglichen Reisen nach Berlin am Saisonende können die Münchner buchen, wenn sie Borussia Dortmund Dienstag Abend (20.30 Uhr, ARD & Sky) schlagen. Kapitän Phi­lipp Lahm peilt sein siebtes Endspiel mit den Roten an. Und immer, wenn der 31-Jährige mit dem FCB Meister wurde, holte er auch den DFB-Pokal. Ein gutes Omen also vor dem Schlager gegen den BVB mit seinem scheidenden Trainer Jürgen Klopp. Vor dem Kracher spricht Lahm in der tz über den Halbfinalkracher und verrät, warum der Vergleich mit El Clásico für ihn nicht zutreffend ist.

Herr Lahm, in der jüngsten Vergangenheit ist es einzig dem BVB gelungen, dem FCB Paroli zu bieten. Es wird immer wieder vom deutschen Clásico gesprochen. Zu Recht oder aufgrund der letzten zweieinhalb Jahre nicht mehr?

Lahm: Es ist immer noch ein besonderes Duell, weil Dortmund nach wie vor über große Qualität verfügt. Die sie gegen uns ja auch oft abrufen. Ich denke allerdings nicht, dass man vom deutschen Clásico sprechen kann. Der Vergleich stimmt einfach nicht.

Warum?

Lahm: Weil Barca und Real sich über Jahrzehnte duelliert haben. Fast immer ist einer der beiden Meister geworden, dazu sind sie in der Champions League häufig weit gekommen. Das ist zwischen dem FC Bayern und Dortmund nicht der Fall. Außerdem glaube ich, dass es in Spanien ziemlich selten vorkam, dass einer der beiden mit 19, geschweige denn 25 Punkten vor dem anderen Meister wurde. Und das auch noch in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Das ist schon ein großer Unterschied.

Ist es am Dienstag trotzdem ein besonderes Spiel? Auch, weil es das letzte ist mit Jürgen Klopp als BVB-Trainer?

Lahm: Nein, mit dem Trainer hat es nichts zu tun. Es ist ein spezielles Duell, einfach weil Bayern gegen Dortmund immer etwas Besonderes ist. Das macht Spaß. Genau wie das 1:0 in Dortmund, da habe ich auch gesagt, dass das schöne Siege sind. Denn da gewinnt man nicht einfach so. Und nun geht es um ein Finale!

Der Klopp-Rücktritt war eine der Hammer-Nachrichten zuletzt. Wie nehmen Sie als Teil der Fußball-Familie so etwas auf?

Lahm: Wir waren in Porto an diesem Tag. Man liest es, und dann war es das eigentlich auch schon. Trainer kommen und gehen, Spieler kommen und gehen.

Werden Sie ihn vermissen?

Lahm (lacht): Ich habe mit ihm nix zu tun! Warum sollte ich jemanden vermissen, mit dem ich nicht wirklich etwas zu tun habe?

Weil er ein Protagonist der besonderen Duelle ist bzw. war.

Lahm: Ich hatte die Duelle mit den Spielern. Auch verbal habe ich mich nie wirklich mit ihm auseinandergesetzt. Vermissen kann ich aber nur jemanden, mit dem ich viele Jahre zusammengearbeitet habe. In dem Zusammenhang kann ich nicht davon sprechen.

Wie sehen Sie die Verletzungsgeschichte von Franck Ribéry? Wie wirkt er auf Sie in dieser schwierigen Zeit?

Lahm: Dass es keine schöne Situation ist für ihn, das ist klar. Es ist auch keine schöne Situation für die Mannschaft und den Trainer. Wir wollen, dass die Spieler zurückkommen. Aber er hat einfach noch Probleme. Das ist das Schlimmste für einen Spieler: Wenn er Prob­leme hat und nicht normal mit der Mannschaft trainieren kann. Wenn man eine Verletzung und eine Operation hat, dann weiß man: Okay, es dauert etwa so und so lang. Dann kommt Aufbautraining und dann kann man wieder einsteigen. Bei so einer Verletzung weiß man nie, wie lange geht das noch? Und dann wird man ein wenig unruhig. Das ist nie etwas Schönes für einen Spieler.

Kann der FC Bayern seine Ziele im Endspurt dieser Saison ohne Franck Ribéry, Arjen Robben, David Alaba erreichen?

Lahm: Wir brauchen sie so schnell wie möglich zurück! Das ist das Wichtigste! Die Mannschaft macht es super im Moment, die Mannschaft hat auch immer noch große Qualität. Aber trotzdem: Die Spieler müssen zurückkommen. Wir sind in der entscheidenden Phase, da brauchen wir sie.

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