Bayern-Talent im Winter weg?

Von wegen Geduld! Hojbjerg äußert Wechselgedanken

Ob Pep Guardiola (l.) Pierre-Emile Hojbjerg nach den jüngsten Aussagen nun häufiger einsetzt, darf dann doch stark bezweifelt werden.

München - Sein Berater Sören Lerby hatte ihm zu Geduld und kühlem Kopf geraten. Doch Pierre-Emile Hojbjerg bangt um seinen Platz in der dänischen Nationalelf und fordert deshalb regelmäßige Einsätze. Eine Ausleihe scheint möglich.

Er ist jung, hat viel Talent - und sitzt meist nur auf der Bank. Worum ihn so mancher 19-jähriger Profifußballer beneiden würde, ist Pierre-Emile Hojbjerg offenbar nicht mehr genug. Der junge Däne zählt zum Profikader des FC Bayern, trainiert täglich mit Weltstars wie Arjen Robben, Xabi Alonso, Philipp Lahm oder Franck Ribéry. Doch seine Einsatzzeiten sind in der aktuellen Saison höchst überschaubar.

Hojbjerg: "Ich brauche 90 Minuten an jedem Wochenende"

Lediglich beim 0:0 am 5. Spieltag in Hamburg stand der junge Däne von Anfang an auf dem Platz, nach 53 Minuten war allerdings in der Hansestadt Schluss, Trainer Pep Guardiola war offenbar nicht restlos überzeugt von der Leistung des flexibel einsetzbaren Mittelfeldmannes. Ansonsten bringt es das Supertalent nur noch auf drei Kurzeinsätze nach Einwechslungen. Und das, obwohl Bayerns Superkader an den ersten Bundesliga-Spieltagen noch eine Reihe von Verletzten aufwies, auf deren Position Hojbjerg eigentlich zum Einsatz kommen könnte: Bastian Schweinsteiger, Thiago, Javi Martinez oder Rafinha.

Am vergangenen Spieltag gegen Hannover stand das Dänen-Juwel nicht mal mehr im Kader, obwohl er nach eigener Auskunft fit ist. Während sein Berater Sören Lerby Anfang der Woche noch seinem Klienten zu Geduld und einem kühlen Kopf geraten hatte, scheint Hojbjerg eine andere Strategie zu wählen. Derzeit befindet er sich beim dänischen Nationalteam, das sich auf die EM-Qualifikationsspiele gegen Albanien und Portugal vorbereitet, und sorgte mit seinen Aussagen vor Journalisten für einigen Wirbel.

"Ich bekomme manchmal Spielzeit, aber ich brauche 90 Minuten an jedem Wochenende!", ließ Hojbjerg die Medienvertreter wissen. Die bekommt er allerdings bei Guardiola derzeit nicht, obwohl der Spanier grundsätzlich Hojbjerg-Fan ist und sehr große Stücke auf den flexibel einsetzbaren, körperlich trotz des jungen Alters sehr robusten Teenie hält.

Ein Gespräch mit dem dänischen Nationaltrainer Morten Olsen lässt Hojbjerg nun offenbar an einen Wechsel oder eine Ausleihe denken - um seine Chance auf einen Stammplatz im Nationalteam nicht zu gefährden. "Ich habe ihm versprochen, dass ich ab 1. Januar regelmäßige Spielzeit habe", erklärt der Jungstar, der für sein Heimatland zuletzt im Länderspiel gegen Armenien traf. Regelmäßige Spielzeit beim deutschen Rekordmeister? Eher unwahrscheinlich, wenn zum Rückrundenstart auch Schweinsteiger und Co. ihre Verletzungen auskuriert haben.

Eine Ausleihe schon im Winter könnte sich also anbahnen, dazu passt auch Hojbjergs Antwort auf die Frage nach seinem Status beim FC Bayern: "Ich bin seit anderthalb Jahren in der ersten Mannschaft. Ich muss mich fragen, ob ich mehr lernen kann als nur Training."

Man darf gespannt sein, wie Guardiola und die Bayern-Bosse auf diese Aussagen reagieren. Vielleicht bekommt Hojbjerg ja tatsächlich seine 90 Minuten an jedem Wochenende - in Bayerns zweiter Mannschaft in der Regionalliga...

dh

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