Letzte Saison ging's schief

Plant Pep gegen ManCity die Totalrotation?

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Gönnt er jetzt ­strapazierten Stars Pausen? Pep Guardiola.

München - Sportlich geht es für die Bayern in Manchester um die "Goldene Ananas". Dementsprechend könnte Pep Guardiola gegen City mit einer FC-B-Elf antreten, der ersten Garde eine Pause gönnen.

Die Spieler machten keinen besonders lockeren Eindruck, von großer Anspannung war allerdings auch nichts zu sehen. Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger & Co. schlenderten mit ihren Rollkoffern wie gewohnt konzentriert vom Bus aus ins Terminal zwei, holten sich ihr Ticket ab und posierten im Vorbeigehen noch für ein paar Abschieds-Selfies. Alles wie immer beim FC Bayern, zumindest bei den Spielern. Bei Pep Guardiola dürfte es anders ausgesehen haben, oder anders: in ihm. Seine Gedanken dürften größere Kreise gezogen haben vor diesem Abflug nach Manchester als bei anderen Spielen, den Anspannungsspielen. Denn wenn Dienstagabend der Ball rollt (20.45 Uhr, Sky), dann geht es eigentlich um nichts mehr. Da tauchen schon mal Fragen auf.

Rummenigge: Guardiola wird nicht abschenken

„Es geht ums Preisgeld, es geht um UEFA-Ranking-Punkte“, hatte Karl-Heinz Rummenigge allen entgegnet, die dem Spiel des bereits feststehenden Tabellenersten beim Gruppenletzten die Bedeutung absprachen. Außerdem hat er den FC Barcelona im Visier, den die Münchner im UEFA-Ranking überholen könnten.

Das Problem ist, dass diese Aspekte für Pep Guardiola keine allzu hohe Relevanz haben. Für ihn dürften andere Dinge zählen, zum Beispiel wie er mal etwas ausprobieren kann im taktischen Bereich, wie er mal Spieler einsetzt, die sonst weniger zum Zuge kommen, wie er um die ganz große Belastung herumkommt. Dementsprechend könnte Pep Guardiola in Manchester mit einer FC-B-Elf antreten, der ersten Garde eine Pause gönnen.

Heißt: Gaudino für Alonso im Mittelfeld? Hojbjerg rein, Bernat raus? Shaqiri, Weiser oder sogar Kurt im Mittelfeld? Spielt gar der junge Leopold Zingerle für Manuel Neuer, der zuletzt mit einem lädierten Knie von der Nationalmannschaft abgereist war? Lediglich im Abwehrbereich und ganz vorn fehlen derzeit die ganz großen Alternativen. Da dürften die bewährten Kräfte auftreten. Rummenigge ist sich sicher: „Ich kenne die Aufstellung auch immer erst eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff. Aber ich kenne unseren Trainer, er ist sehr ehrgeizig und wird das Spiel nicht abschenken. Es gab Zeiten, da sind wir mit zittrigen Knien zu manchen Auswärtsspielen gefahren, das ist jetzt anders.“

Neben der Frage nach dem Personal geht es noch um etwas anderes: die Einstellung. Oft fehlen in solchen Spielen ein paar Prozentpunkte, erst recht, wenn auch der Trainer diese Partien abschreibt. Pep Guardiola hatte das schon zweimal gemacht – zum Ende der Bundesligasaison, als man schon Meister war, und vor einem Jahr, als die vorzeitige Achtelfinal-Qualifikation bereits feststand. Ergebnis: In der Liga hagelte es Unentschieden und sogar Pleiten, in der Champions League eine Heimniederlage – gegen Manchester City. Damals spielte Pep mit seiner ersten Elf, zumindest nominell. Vom Kopf her war sie nicht auf Top­niveau.

Michael Knippenkötter

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