"Manchmal ist es frustrierend"

Lewandowski klagt über Umstellung bei Bayern

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Robert Leandowski gewöhnt sich nur langsam an sein neues Leben beim FC Bayern.

München - Robert Lewandowski erzielte zuletzt zwar einen Doppelpack für Bayern, so ganz hat er sich an die Spielweise seines neues Arbeitgebers aber noch nicht gewöhnt. "Manchmal ist es frustrierend", klagt er.

Manchmal fühlt sich Robert Lewandowski wie im falschen Film, wenn er im Trikot des FC Bayern auf dem Platz steht. Nach seinem Wechsel von Borussia Dortmund an die Säbener Straße kommt der Pole immer noch nicht so ganz mit der Spielweise der Bayern-Kontrahenten zurecht. "Die Gegner spielen nur defensiv. Selbst wenn wir 2:0 oder 3:0 führen. Ich weiß nicht, warum", zitiert die Sportbild den 26-Jährigen Stürmer.

Lewandowski: "Die Umstellung ist schwierig"

Dabei kommt Lewandowski so langsam in Schwung. Nach einigen Spielen zu Saisonbeginn ohne eigenen Torerfolg traf der Angreifer zuletzt gegen Hannover doppelt. Doch insgesamt, räumt Lewandowski ein, habe er sich noch nicht an das Spiel seines neuen Arbeitgebers gewöhnt. "Die Umstellung ist schwierig. Manchmal ist es frustrierend, wenn immer drei, vier Gegner um mich sind."

Vier Treffer in zehn Pflichtspielen für den FC Bayern sind zwar keine schlechte Quote, doch zu oft fühlt sich Lewandowski nicht eingebunden in das Offensivspiel des Rekordmeisters. Im Vergleich zur vergangenen Saison beim BVB hat der amtierende Torschützenkönig der Liga fünf Ballkontakte weniger pro Spiel und führt im Schnitt pro Partie sieben Zweikämpfe weniger. "Ich bekomme nicht so viele Bälle und muss manchmal lange auf meine Chance warten", weiß der Pole.

Sammer mit Lewandowskis Einstand zufrieden

Anlaufschwierigkeiten hatte Lewandowski auch nach seinem Wechsel von Lech Posen zu Dortmund im Sommer 2010. In seiner ersten Saison gelangen dem hochgehandelten Angreifer "nur" acht Treffer, in der folgenden Spielzeit explodierte Lewandowski dann mit 22 Toren.

Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer hatte im Sommer 2014 noch orakelt: "Robert wird sich ziemlich schnell an unsere Spielweise gewöhnen." Nun ja, "ziemlich" ist ein relativer Begriff. Doch Sammer ist mit Lewandowskis Leistungen im Bayern-Trikot sehr zufrieden. Der Einstand sei "wunderbar" verlaufen: Er bewegt sich sehr gut, er hat sich gut integriert." Gleichzeitig schränkt Sammer ein: "Unser Fußball ist vorne eben extrem eng. Unsere Dominanz bedeutet eine leichte Veränderung in seinem Spiel."

An der Sprachbarriere wie bei seinem Umzug von Polen nach Dortmund kann es jedenfalls nicht liegen, wie Teamkollege Thomas Müller bestätigen kann: "Er rennt nicht durch den Bus oder schreit groß rum. Aber Robert ist ein lustiger Typ, der sehr gut Deutsch kann." Auch Bayern-Kapitän Philipp Lahm hegt nicht den geringsten Zweifel an der Leistungsfähigkeit: "Ich mache mir keine Sorgen, dass Lewandowski bei uns einschlägt. Er hat sehr viel Qualität, vor allem im Strafraum."

Die kann Lewandowski am Samstag gegen einige Vereinskollegen unter Beweis stellen, wenn er mit der polnischen Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation gegen Weltmeister Deutschland antreten muss. "Wir haben wegen des Länderspiels schon ein paar Mal geflachst. Robert durfte sich einiges anhören", plaudert Müller aus dem Nähkästchen.

dh

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