Bayerns Torjäger im Exklusivinterview

Lewandowski: "Reus? Damit hab' ich nichts zu tun"

+
Knipser Robert Lewandowski fühlt sich in München wohl – nicht nur auf dem Platz.

München - Von wem sich der Torjäger in seiner Kindheit viel abgeguckt hat und wie er sich mit Marco Reus versteht, verrät Bayern-stürmer Robert Lewandowski im tz-Interview.

Alle wollten ihn, der FC Bayern bekam ihn. Seit gut einem halben Jahr trägt Robert Lewandowski (26) die Rückennummer 9 beim Rekordmeister und hat in 20 Spielen neunmal getroffen. Eine ordentliche Bilanz, für einen Knipser seiner Klasse aber sicher ausbaufähig. Von wem sich der Torjäger in seiner Kindheit viel abgeguckt hat und wie er sich mit Marco Reus versteht, verrät der Pole im tz-Interview.

Herr Lewandowski, jetzt sind Sie schon ein halbes Jahr in München. Eingelebt?

Lewandowski: Ich fühle mich sehr gut, auch hier im Klub. Ich bin einfach nur froh, hier dabei sein zu können.

Gefällt Ihnen München?

Lewandowski: Total. Die Stadt erinnert mich sehr an Warschau, wo ich ja herkomme. Eine große, schöne Stadt, die einem viel bietet.

In Dortmund wurden Sie mal Opfer eines Einbruchs – fühlen Sie sich hier sicherer?

Lewandowski: Das kann überall passieren. Zum Glück haben die mir nicht allzu viel geklaut, aber ausschließen kann man das nie.

Vor genau einem Jahr waren die Spekulationen um Ihren Wechsel zu Bayern überall zu lesen. Was ist Ihnen damals durch den Kopf gegangen?

Lewandowski: In dieser Zeit habe ich sehr viel gelernt. Ab Sommer war es ja wirklich schlimm, die Spekulationen um meine Person haben ja kein Ende genommen. Anfangs war das nicht einfach, danach habe ich gelernt, damit zu leben und mich trotzdem auf Fußball zu konzentrieren. Aber zu Beginn war es schon eine Blockade.

Es hieß, Real hätte Sie mit Millionen gelockt. Stimmt das?

Lewandowski: Da war nicht nur Real, Interesse hatten auch andere

Lewandowski im Gespräch mit den tz-Reportern Menzel Lopez (l.) und Knippenkötter.

Mannschaften. Aber ich wusste immer, dass Bayern für mich die beste Wahl ist. Es war der nächste Schritt in meiner Karriere, denn ich wusste, dass ich mit dieser Mannschaft auch viele Titel gewinnen und ein noch besserer Spieler werden kann.
Die sportliche Perspektive war wichtiger als das Geld?

Lewandowski: Geld war in meinem Leben noch nie das wichtigste Kriterium. Klar, Geld spielt auch eine Rolle, aber das Sportliche war mir immer wichtiger. Was Taktik, Mannschaft und Lernpotenzial anging, war Bayern bei der Entscheidungsfindung die beste Mannschaft für mich.

Gab es noch einen speziellen Abschied von der Borussia oder von Jürgen Klopp?

Lewandowski: Für mich war es nicht einfach, die Borussia hinter mir zu lassen. Die vier Jahre dort waren toll, wir haben Titel geholt, deswegen war der Moment des Abschieds schon ein sehr schwerer. Aber ich wusste, dass dieser Moment kommen musste. Wenn dann die letzten Wochen und Tage anbrechen und du weißt, dass du bald Tschüss sagen musst, ist das nicht leicht. Aber ich habe nach wie vor guten Kontakt nach Dortmund.

Und was wollen Sie beim FC Bayern schaffen? Vielleicht die 30-Tore-Marke in der Bundesliga knacken?

Lewandowski: Schwierig, bei Bayern haben wir ja besonders viele Offensivspieler, die auch Tore machen. Man darf auch nicht vergessen, dass wir hier nicht in der spanischen Liga sind, die Mannschaften legen viel Wert auf Organisation in der Defensive, vor allem gegen uns. Aber klar, 30 Tore wären schon fantastisch.

Spornt es Sie an, irgendwann einmal mit Stürmerlegenden wie Gerd Müller genannt zu werden?

Lewandowski: Klar, das ist eine große Motivation für mich, irgendwann einmal Teil dieser großartigen Bayern-Geschichte zu sein. Jetzt bin ich ja gerade mal ein halbes Jahr hier, aber ich bin ja noch eine Weile da und werde hoffentlich noch mehr Tore schießen.

Bei welchem Stürmer haben Sie sich denn das Knipsen in Ihrer Jugend abgeschaut?

Lewandowski: Also Thierry Henry war mein Vorbild in der Jugend, als ich ganz klein war, fand ich Roberto Baggio und Alessandro Del Piero toll.

Ihre Gene sind aber auch nicht die schlechtesten. Mama, Papa, Frau – alle Topsportler. Der Weg beim Nachwuchs dürfte also ebenfalls vorprogrammiert sein…

Lewandowski (lacht): Noch habe ich ja keine Kinder. Aber wenn, dann dürfen natürlich sie entscheiden. Ich werde sie zu nichts zwingen.

Wie ist eigentlich Ihr Verhältnis zu Marco Reus?

Lewandowski (lacht): Ich verstehe mich gut mit ihm. Warum?

Er ist ja derzeit das Thema schlechthin in München…

Lewandowski: Ich weiß nicht, ob er in München ein Thema ist. Aber er ist ein super Spieler, ich habe nach wie vor sehr guten Kontakt mit ihm. Am Ende wird es seine Entscheidung sein.

Es wurde ja sogar von einem Nichtangriffspakt zwischen FCB und BVB geschrieben. Sie wechseln zu Bayern, dafür lässt man die Finger von Reus. Was können Sie uns dazu sagen?

Lewandowski: Damit habe ich nichts zu tun. Ich saß nicht am Tisch, als der BVB mit Bayern gesprochen hat. Es ist nicht mein Thema.

Fühlen Sie mit Reus mit? Immerhin waren Sie ja vor einem Jahr in derselben Situation…

Lewandowski: Ich kann ihn gut verstehen, es ist ja schon ähnlich zu meiner Situation damals. Aber mal sehen, er muss sich ja bald auch entscheiden.

"Watzke ist sympathisch": Was Bayern-Fans nie sagen würden

"Watzke ist sympathisch": Was Bayern-Fans nie sagen würden

Interview: lop, mic

Auch interessant

Meistgelesen

FCB sucht Flügelflitzer: Weltmeister empfiehlt Talent aus der Bundesliga
FCB sucht Flügelflitzer: Weltmeister empfiehlt Talent aus der Bundesliga
Uli Hoeneß: Das war seine legendäre Wutrede bei der JHV
Uli Hoeneß: Das war seine legendäre Wutrede bei der JHV
Goretzka-Wechsel: Statt Bayern doch nach Spanien?
Goretzka-Wechsel: Statt Bayern doch nach Spanien?
Gnabry-Leihe zu Hoffenheim: „Vielleicht wird sie verlängert“
Gnabry-Leihe zu Hoffenheim: „Vielleicht wird sie verlängert“

Kommentare