Neuer sauer nach Remis

Der FC Bayern in der Rohbau-Phase

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Erstes Erfolgserlebnis, aber nur ein Teilerfolg: Lewandowski (M.) wird für sein 1:0 von Müller (l.) und Shaqiri geherzt.

München - Den Bayern ist beim 1:1 auf Schalke anzusehen, dass es dauert, bis sie wieder imposant dastehen. Die Begeisterung nach dem Remis hält sich in Grenzen.

Es sah lustig aus, es war ja auch nur ein Scherz – aber hätte die Aktion einen ernsten Hintergrund, wäre sie ein lohnendes Studienobjekt für jeden Japanologen. Manuel Neuer begrüßte seinen ehemaligen Teamkollegen Atsuto Uchida mit einer formvollendeten „konnichiwa-Verbeugung“, wobei das Spannende an dieser Geste in Fernost ist, dass sich bei einer perfekten Ausübung die Hierarchie, die zwischen den beiden Personen herrscht, ablesen lässt.

Bloß: Wer stand nun nach dem 1:1 von Neuers Bayern bei Uchidas Schalkern über wem? Schwer zu sagen.

Neuer gab später zu Protokoll, er sei sauer. Mit asiatischen Höflichkeitsgesten war er durch, der Torwart ärgerte sich zum einen, weil er Benedikt Höwedes’ Ausgleich wegen eines Handspiels als irregulär einstufte und zum anderen, weil sein Team lediglich in der Startphase der Partie gezeigt hatte, zu was es in der Lage ist. „Zu dem Zeitpunkt ist es noch nicht möglich, 90 Minuten so wie in den ersten 25 Minuten zu spielen“, sagte die deutsche Nr. 1, „aber 25 Minuten reichen eben nicht.“

Shaqiri muss bleiben, Green zum HSV, Kurt kommt für vier Jahre

Den Bayern war am Samstag anzusehen, dass sie imposant sein können wie eine Villa mit Meerblick, momentan aber noch tief in der Rohbau-Phase stecken. „Wir haben in den letzten Monaten kaum miteinander trainiert“, sagte Pep Guardiola, „das Problem ist, dass wir Zeit brauchen – und dass unsere Verletzten zurückkommen müssen.“ Arjen Robben, den Schmerzen im Sprunggelenk plagen, sagte am Sonntag der „tz“, er werde vorsichtshalber auch nicht zu seiner Nationalelf reisen.

Guardiola gilt unter den Architekten des Fußballs als Feingeist, der sich in der Regel weniger ums Fundament kümmern muss, sondern ohnehin schon stattlichen Bauten mit neuem Anstrich zu Glanz verhilft. Jetzt ist Guardiola gefragt, zunächst einmal mit Mörtel und Beton für eine stabile Basis zu sorgen. Unter der Woche bekam er in Xabi Alonso und Mehdi Benatia neue Bausteine, und auch am Wochenende wurde weiter gewerkelt. Julian Green erteilte man die Erlaubnis, sich bis nächsten Sommer dem Hamburger SV anzuschließen, um dort Spielpraxis zu sammeln. Xherdan Shaqiri hingegen beschieden die Bosse, er müsse bleiben. Der Schweizer wirkte nicht ganz glücklich. „Ich wollte mehr Spielzeiten und hatte Angebote. Aber der Verein hat nein gesagt, also muss ich bleiben“, sagte er. Eine Investition in die Zukunft zurrten die Münchner fest, indem sie sich mit Mönchengladbach nach langem Gerangel auf einen Transfer des Top-Talents Sinan Kurt verständigen konnten. Der 18-Jährige soll 1,1 Millionen Euro kosten, wobei Nachschläge fällig werden, wenn seine Karriere Fahrt aufnimmt, er in der Ersten Liga debütiert und in die deutsche Nationalelf nominiert wird. Das Offensivtalent unterschrieb für vier Jahre.

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Während Kurt Zukunftsmusik ist, ordneten die aktuellen Leistungsträger das 1:1 als keinen optimalen Ertrag ein. „Mit diesem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, wir hatten zu wenige klare Aktionen“, grantelte Thomas Müller: „Ich bin nicht superfroh.“ Nach Robert Lewandowskis Führungstor habe man es versäumt, für klare Verhältnisse zu sorgen, kritisierte Mario Götze, der wie beim Auftakt gegen Wolfsburg weit hinter seinen Möglichkeiten agierte: „Wir waren am Ende nicht aggressiv genug. Das müssen wir uns selbst ankreiden.“

Guardiola spielte unterdessen den Pädagogen und meinte es wohlwollend. Dass es sein Team nur auf zehn Torschüsse gebracht hatte – die schwächste Abschlussquote seit seinem Dienstantritt –, tat er ab: „Die ersten 25 Minuten waren unsere besten in den letzten fünf, sechs Monaten.“ Erst, als man die Kontrolle über den Ball verloren habe, sei es knifflig geworden. Am Ende musste man sich aber vor diesen Bayern nicht verbeugen – Gesten der Demut standen Neuer und Kollegen recht gut zu Gesicht.

Andreas Werner

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