Die wunden Punkte der Roten

Bayern selbstkritisch: Da müssen wir besser werden

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Selbstkritisch: Kapitän Philipp Lahm (M.).

München - Der Titelverteidiger thront erneut an der Tabellenspitze. Doch noch ist nicht alles Gold, was glänzt beim FC Bayern. In Gladbach wurden die wunden Punkte der Roten offenbar. Die tz-Analyse!

Man nimmt es so mit, es ist okay... Zufrieden? Nein, aber das muss auch mal reichen… Die Stars des FC Bayern redeten ein bisschen drumherum, als sie nach dem 0:0 gegen Mönchengladbach frisch geduscht aus ihrer Kabine kamen. Eigentlich ging für sie das Unentschieden beim Tabellenzweiten in Ordnung, aber vielleicht hatten Lahm & Co. noch etwas anderes im Hinterkopf: die ganz persönliche Rechnung ihres Trainers! Pep Guardiola hatte vor der Partie die kommenden zehn Tage als die wichtigsten in dieser Hinrunde ausgemacht, jeden Spieler direkt angestachelt. In den Partien in Gladbach, beim HSV und gegen Borussia Dortmund „müssen die Spieler untereinander kämpfen, um sich einen Platz in der Mannschaft zu verdienen!“, sagte der Spanier. Doch in Gladbach wurden die wunden Punkte der Roten offenbar. Die tz-Analyse!

Problem Durchschlagskraft!

Karl-Heinz Rummenigge hatte direkt nach der Partie die drei wichtigsten Aspekte beim Gegner ausgemacht. Gladbach trat „organisiert, diszipliniert und körperbetont“ auf, demnach ergaben sich deutlich weniger Chancen für den FC Bayern als in den Spielen zuvor. Hatte man sich mal durch die kompakten Reihen vorgekämpft, dann fehlte „die letzte entscheidende Aktion“, wie auch Philipp Lahm meinte. „Da haben wir noch etwas zu verbessern.“ Bedeutet: Gegen taktisch gut verteidigende Teams muss das Passspiel noch präziser und schneller werden. Zudem macht sich bemerkbar, wenn Einzelkönner wie Robben fehlen oder (wie bei Ribéry) noch von der Idealform entfernt sind. Sie reißen Lücken in dichte Abwehrreihen.

Gegenstöße werden zur Gefahr!

Wenn die Angriffe mit den hochstehenden Außenverteidigern verpuffen, ist der FC Bayern gegen schnell konternde Mannschaften extrem anfällig. Eine Zahl macht das besonders deutlich: Das Guardiola-Team steht so hoch wie keine andere Mannschaft, im Schnitt 42 Meter vor dem Tor. Der Liga-Wert liegt bei 35 Metern. Bedeutet: Die Innenverteidiger sind fast auf Höhe der Mittellinie, bei einem Gegenstoß überläuft der gegnerische Angriff die letzte Reihe meist aus der eigenen Hälfte startend. So entsteht keine Abseitsposition. Nicht umsonst muss Manuel Neuer immer häufiger enorm weit herauskommen. Das ist immer mit einem Risiko verbunden.

Zuordnungsschwierigkeiten bei Freistößen

„Wenn, dann war Gladbach bei Standardsituationen gefährlich!“, analysierte Kapitän Lahm am Sonntagabend. Und er hatte nicht unrecht. Auffällig dabei: Schon gegen Rom tauchte Stürmer Gervinho plötzlich völlig frei fünf Meter vor Neuer auf – nach einem Freistoß aus dem Halbfeld. Gegen Gladbach sorgte eine Flanke von Raffael für Verwirrung im FCB-Strafraum. Nur Neuer behielt den Überblick. Der Grund? Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass Pep Guardiola auch in der Abwehr auf Rotation setzt und so feste Abläufe und Absprachen fehlen.

Pressestimmen Gladbach - Bayern: Lob für "Retter" Neuer

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Michael Knippenkötter

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