Sky-Experte sieht fehlende Fitness

Taktikfuchs Meijer: Darum hakt's bei Bayern

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Sky-Experte Erik Meijer.

München - Sky-Taktikexperte Erik Meijer nimmt die aktuelle Form der Bayern unter die Lupe. Der Niederländer verrät, warum Pep Guardiolas Mannschaft noch nicht so glänzt wie in der Hinrunde.

Acht Punkte Vorsprung auf Wolfsburg stehen zu Buche, dennoch war nach dem 2:0 des FC Bayern in Stuttgart eine gewisse Erleichterung bei den Roten zu spüren. Selbst FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge hatte nach zuvor zwei sieglosen Spielen keinen Hehl daraus gemacht, „ein bisschen unruhig zu sein“. Gegen die Schwaben stimmte dann das Ergebnis, der spielerische Glanz der Hinrunde fehlte aber. Die Münchner haben ihren Motor nach der 1:4-Auftaktpleite in Wolfsburg inzwischen wieder angeschmissen, allerdings stottert er noch.

"Pep hat aus der letzten Saison gelernt"

„Beim FC Bayern liegt der Fokus auf der Champions League. Und die geht ja erst nächste Woche wieder los. Deshalb sieht Pep Guardiola die ersten Wochen der Bundesliga noch als Teil der Vorbereitung“, glaubt Erik Meijer. „Das hört sich vielleicht arrogant an. Aber wenn du den Henkelpott holen willst, dann ist das sehr weise.“ Was der Sky-Taktikexperte meint: Die aktuell fehlende Top-Form ist gewollt. „Ich denke, dass Pep aus der letzten Saison gelernt hat. Da war seine Mannschaft nach der Winterpause sofort wieder super drauf, aber als es um die Big Points ging, war sie nicht mehr in Top-Verfassung. Das will er dieses Mal besser machen“, erinnert Meijer an das schmerzhafte Ausscheiden im CL-Halbfinale 2014.

In den ersten drei Pflichtspielen im neuen Jahr war von den „Über-Bayern“, die die Liga in der Hinrunde nach Belieben dominierten, nicht viel zu sehen, bei tief stehenden Abwehrreihen tut sich der FCB schwer, Dynamik und Durchschlagskraft fehlen noch. In Wolfsburg wurden zudem die Schwächen in der Defensive gnadenlos aufgezeigt. Für Meijer jedoch kein Grund zur Sorge, sondern vielmehr die logische Konsequenz noch fehlender Fitness. „Was die Bayern so stark macht, ist ihr extremes Gegenpressing“, sagt der Holländer und erklärt die Vorzüge von Peps Philosophie: „Durch das sofortige Attackieren haben sie einen kurzen Weg zum Tor und kommen zu vielen Chancen. Und vor allem lassen sie wenig Druck auf ihren eigenen Kasten zu, weil der Gegner sich mit langen Bällen befreien muss.“

Schweinsteiger-Party mit Kostümen und Ivanovic

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Doch Meijer vermisst derzeit die Fitness bei den Roten, um das Pressing effektiv einzusetzen. „In der Hinrunde war Bayern topfit. Das ist im Moment nicht der Fall. Deshalb hat der Gegner öfter den Ball, die Bayern müssen hinterherlaufen“, analysiert 45-Jährige und verweist auf das Risiko, was Peps Plan mit sich bringt: „Wenn das Pressing vorne nicht funktioniert, tun sich hinten Lücken auf. Dann kriegt selbst ein FC Bayern Probleme, weil die Innenverteidiger plötzlich vor Eins-gegen-Eins-Situationen stehen.“ Doch Meijer vermutet Kalkül dahinter, schließlich will Guardiola seine Spieler nicht schon im Februar, sondern erst in der heißen Phase der Saison in Top-Form sehen. Das verriet auch Thomas Müller am Montag: „Jetzt werden wir uns step by step in die Form bringen, die uns in der Hinrunde auszeichnete.“

Schritt für Schritt soll der Motor wieder ans Laufen kommen. „Noch ist Diesel im Tank“, grinst der Experte bei einer seiner typischen Meijer-Metaphern, „aber bald stellen die Bayern wieder auf den leistungsstärkeren Super um“.

sw

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